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Screenshot des Spiels Shadow Of The Colossus

Sony

Zurück zu den Giganten

Vor zwölf Jahren wurde „Shadow Of The Colossus“ von SpielerInnen und KritikerInnen in den Himmel gelobt. Jetzt ist eine Remastered-Version erschienen. Aber ist das Spiel noch zeitgemäß?

Von Christian Stipkovits

Eigentlich wurde „Shadow of the Colossus“ nun bereits zum dritten Mal veröffentlicht. Ursprünglich natürlich in der Originalversion 2005/2006, die damals Robert Glashüttner für FM4 besprochen hat. Sechs Jahre später gab es dann eine Version mit verbesserter Grafik. 2018 dürfen wir nun nochmals mit dem Protagonisten Wander in einer mysteriösen Welt riesige Kreaturen töten, die uns eigentlich nichts Böses getan haben. Der Grund, warum wir sie trotzdem legen, ist die Liebe zu unserer Gefährtin, die in einem Ritual geopfert wurde. Tötet man alle 16 Kolosse, so wird Wanders Geliebte wieder zum Leben erweckt.

Screenshot des Spiels Shadow Of The Colossus

Sony

Nicht nur die Kolosse sind riesig, auch die Spielewelt ist es. Zum Glück reist es sich mit dem Pferd Agro schneller: durch Wälder mit kleinen Flüssen, durch Wüsten, in denen wilde Sandstürme toben, und auf karge Anhöhen, von denen aus man einen fantastischen Ausblick hat. Die Welt hat eine überwältigende Weite,man findet Ruinen aus einer längst vergangenen Zeit sowie Schreine und Tempel.

Eine atmosphärische Leere

Wirkliches Leben gibt es in dieser Spielewelt bis auf die Kolosse allerdings kaum. Vereinzelt findet man Eidechsen, denen man den Schwanz abschlagen kann, manchmal auch noch Früchte. Nebenmissionen sucht man in „Shadow Of The Colossus“ jedoch vergeblich. Die Welt ist so karg wie das User-Interface des Spiels. Sein Soundtrack könnte in einem Yoga-Club spielen, so ruhig und entspannend ist er.

Screenshot des Spiels Shadow Of The Colossus

Sony

Doch es ist immer alles sehr stimmungsvoll: Schattengeister weisen uns etwa in einer Kunstsprache darauf hin, wer der nächste Koloss ist, den wir finden und erlegen müssen. Durch diese Stilmittel wird eine Atmosphäre der Einsamkeit, Tragik und Beklemmung geschaffen. Die Kolosse müssen in einer bestimmten Reihenfolge getötet werden. Die Giganten sind teilweise sehr unterschiedlich So kämpft man zum Beispiel gegen einen Minotauros, eine Schildkröte oder einen Sandwurm.

Screenshot des Spiels Shadow Of The Colossus

Sony

Mein Lieblingsgegner ist „Avion“, ein wunderschön animierter Vogel mit großen Flügeln und anmutigen Bewegungen. Es tut ein bisschen im Herzen weh, als ich ihm mein Schwert in den Schwanz stechen muss, um ihn zu erlegen. Und das ist es dann wohl auch, was mir das Spiel vermitteln möchte.

Das Entdecken der Langsamkeit

„Shadow Of The Colossus“ ist ein Spiel, das für sich alleine steht. Schon damals, also 2006, wurden Spiele produziert, die inhaltlich und visuell sehr aufgeladen waren. Meist weisen mehrere Markierungen am Display die Spielerinnen und Spieler darauf hin, was sie als nächstes zu tun haben. Viele dieser Games sind oft auf ein hohes Tempo ausgelegt - es soll nur ja keine Langweile aufkommen.

„Shadow Of The Colussus“ zielt mit dem Design der kargen Spielewelt, der „Leerzeiten“ und der Kunstsprache auf das Gegenteil ab. Auch Orientierungshilfen gibt es kaum: Die Landkarte ist ziemlich kryptisch, und um den nächsten Gegner zu finden, müssen wir unser Schwert in die Sonne halten und uns so lange drehen, bis sich das Licht bündelt.

Screenshot des Spiels Shadow Of The Colossus

Sony

Persönlich konnte mich das Spiel nicht vollständig in seinen Bann ziehen. Vielleicht bin ich schon zu stark dran gewöhnt, „schneller“ zu spielen. Bei „Shadow Of The Colossus“ wurde mir tatsächlich etwas langweilig, so dass die besondere Atmosphäre bei mir nicht ihre vollständige Wirkung entfalten konnte.

Einen direkten Vergleich zu einem anderen Game zu finden, fällt mir schwer. Ähnliche Spiele, die mich mit weiten Landschaften, Reittieren und der Atmosphäre der Einsamkeit ergriffen haben, sind beide erst im Vorjahr erschienen: „Zelda: Breath Of The Wild“ und „Horizon: Zero Dawn“.

Let’s play!

Wir haben in der FM4 Spielekammerl-Show vier Stunden lang die neu überarbeitete Version von „Shadow of the Colossus“ gespielt.

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