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Filmflimmern

Filmflimmern

Neu im Kino: „Die Verlegerin“, „Score - Eine Geschichte der Filmmusik“, „Die Grundschullehrerin“ und „Mein Stottern“. Außerdem: Jennifer Lawrence will nicht mehr über ihre Kleindung sprechen, österreichische FilmemacherInnen rufen zu Solidarität in Zeiten der Hetze auf und Paul Thomas Anderson macht jetzt mal einen kinderfreundlichen Film.

Von Pia Reiser

The Post

Mit „The Post"/"Die Verlegerin“ erzählt Steven Spielberg die wahre Geschichte, wie 1971 die Pentagon Papers, Geheimdokumente der US-Regierung über den Vietnamkrieg, der Presse zugespielt werden und Richard Nixon versucht, sich der (weiteren) Veröffentlichung in den Weg zu stellen. Meryl Streep und Tom Hanks, umgeben von einem sensationellen Ensemble (Carrie Coon, Bob Odenkirk, Matthew Rhys) geben „Washington Post“-CEO und Chefredakteur in einem spannenden Film, den Spielberg als eindeutiges Plädoyer für die Pressefreiheit formuliert. Dafür gab es dann 8 von 10 Schreibmaschinen. Die ausführliche Kritik gibts hier.

Score - Eine Geschichte der Filmmusik

Die Filmmusik sei der Herzschlag eines Films, so James Cameron in der Dokumentation „Score - Eine Geschichte der Filmmusik“. Und so macht sich die recht konventionelle Doku auf in die Welt der Filmkomponisten, stattet natürlich Bernhard Hermanns Messerstich-Geigen aus „Psycho“ einen Besuch ab und lässt John Williams die Geschichte der bam-bam-bam-bam-Melodie des weißen Hais erzählen. Halb Geschichtslektion, halb Lehrfilm, der voller Enthusiasmus erzählt. Christian Fuchs verleiht 6 von 10 Notenblättern.

Szenenbild "Score"

Polyfilm

Die Grundschullehrerin

Keine Startwoche ohne französische Tragikomödie. Diese Woche tritt Sara Forestier als Volksschullehrerin an, deren Engagement für ein Kind, das von seiner Mutter im Stich gelassen wurde, sie an ihre eigenen Grenzen führt. Kritik am Schulsystem, garniert mit französischen Arthauszuckerguss. Maria Motter verleiht 8 von 10 goldenen Sternstickern.

Szenenbild "Die Grundschulllehrerin"

Filmladen

Mein Stottern

Vor „The King’s Speech“, dem Film mit Colin Firth als König George VI, war Michael Palins Ken in „A Fish Called Wanda“ wohl die berühmteste stotternde Filmfigur. In der Dokumentation „Mein Stottern“ widmet sich Stotter-Therapeutin Petra Nickel gemeinsam mit Birgit Gohlke, die seit ihrer Kindheit stottert, der Sprachstörung, ihren Ursachen und wie man damit umgehen kann. Dabei treffen sie auch auf „The King’s Speech“-Drehbuchautor David Seidler, der seine Oscarrede mit den Worten „And I accept this on behalf of all the stutterers throughout the world“ beendet hat. Erika Koriska hat Birgit Gohlke zum Interview getroffen.

SZenenbild "Mein Stottern"

filmdelights

Heilstätten

Vier Youtube-Stars und Influencer treten zu einer Angst-Challenge in den sogenannten Heilstätten in der Nähe Berlins an. Der deutsche Horrorfilm „Heilstätten“ versucht das gute alte Blair-Witch-Konzept mit Social Media-Hyperaktivität zu vermischen und geht dabei mit seinen Jugendsprech-Anbiederungen an die äußersten Grenzen der Peinlichkeit. Jugendlicher Leichtsinn, der früher mal Katalysator von Grusel- und Horrorplots war, ist der hysterischen Gier nach mehr Klicks gewichen. Dass „Heilstätten“ in seinem schlecht formulierten Kulturpessimismus, dann auch vor der NS-Zeit als billigen Grusel nicht zurückschreckt, überrascht dann auch die, die dachten, es können einen nichts mehr erschrecken. Martina Bauer hat da leider keinen Punkt für dich, Heilstätten.

Szenenbild "Heilstätten"

Constantin

Außerdem

Die Berlinale läuft noch bis 27. Februar und besteht nicht nur aus Premieren und Frieren am Roten Teppich. Österreichische Filmschaffende nutzten die Filmfestival-Aufmerksamkeit für #KlappeAuf und rufen gegen die „Verhetzung und Entsolidarisierung“ unserer Gesellschaft auf, mehr dazu gibt es hier von Petra Erdmann zu lesen, die für FM4 die Berlinale besucht.

An einem an sich unspektakulären Foto, das „Red Sparrow“-Regisseur Francis Lawrence und die Hauptdarsteller bei einem photocall in London zeigt, kann man aktuelle Diskussionen durchdeklinieren. Jennifer Lawrence steht in einem schwarzen Kleid mit dünnen Trägern zwischen lauter Männern in dicken Jacken. Eh klar, sagen da die einen, Frauen müssen immer schön aussehen und Haut zeigen. Gebt Lawrence eine Jacke, schreibt Jezebel, und Jennifer Lawrence reicht es und sie setzt einen Facebook-Post in die Welt, in dem sie ihre Wut darüber, dass überhaupt soviel Energie und Zeit in Diskussionen über ihre Kleiderwahl
gesteckt wird, formuliert. “This is not feminism, It’s creating silly distractions from real issues. Get a grip people. Everything you see me wear is my choice. And if I want to be cold THATS MY CHOICE TOO!”

Guillermo del Toro würd sich wohl grad lieber Gedanken drüber machen, was er zu den Oscars anzieht, doch er muss sich mit einer Klage herumschlagen. Die Familie des verstorbenen Schriftstellers Paul Zindel wirft del Toro vor bei Zindels Stück „Let me hear you whisper“ ein wenig abgeschrieben zu haben.

Das kann Paul Thomas Anderson nicht passieren, der schreibt seinen nächsten Film gemeinsam mit seiner Tochter Lucy. Andersons Kinder haben es nämlich satt, dass sie die Filme ihres Vaters wegen der Altersfreigabe (noch) nicht sehen können. In Andersons letztem Film „Phantom Thread“ wird ordentlich viel (und laut) gegessen. Wer immer schon mal essen wollte wie in einem Wes Anderson Film, ab nach Chicago.Dort gibt es im März und April in einem Restaurant namens „Elisabeth“ ein Anderson-inspierteres Menü, das natürlich mit rosa Dessert á la „The Grand Budapest Hotel“ enden muss.

Ein oft geäußerter Casting-Wunsch scheint wahr zu werden: Jessica Chastain führt momentan Gespräche darüber, im nächsten „IT“-Film die erwachsene Beverly Marsh zu spielen.

94% der Frauen, die in der (Hollywood)-Filmindustrie arbeiten, sind schon einmal (oder mehrmals) Opfer von sexueller Belästigung oder sexueller Gewalt gewesen, sagt eine neue Studie. Währenddessen argumentieren Harvey Weinsteins Anwälte, dass es sich in keinem der Vorwürfe gegen Harvey Weinstein um einen „sex act“ handeln würde. Weitere Strategien der Verteidigung: Zitate von Schauspielerinnen, die mal was Nettes über ihn gesagt haben.

Termine

22.02: Widerstandskino: „Du wirst das nie verstehen“ und „Vienna’s Lost Daughters“, Stadtkino, Wien
23.03: The Greatest Showman SING-ALONG, Haydnkino, Wien
24.02: Tillie’s Punctured Romance, Breitenseer Lichtspiele, Wien
24.02: Wo die wilden Kerle wohnen, Filmcasino, Wien
25.02: Funny Girl, Gartenbaukino, Wien
25.02: Desiree, Bellaria, Wien
26.02: Der Zinker, Bellaria, Wien
28.02: Vogelfrei, Leokino, Innsbruck

In diesem Sinn: I always wanted to be part of a small rebellion. („The Post“)

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