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Oscars Voting

Wer soll den Oscar mit nach Hause nehmen?

Was hat sich seit den letzten Oscars geändert? Warum sagt Casey Affleck seine Teilnahme ab, wie stehen die Chancen für „Get Out“? Aber am allerwichtigsten: Wer soll eurer Meinung nach einen Oscar bekommen - hier könnt ihr abstimmen.

Von Pia Reiser

Wer aber soll eurer Meinung nach den Oscar mit nach Hause nehmen? Die Mitglieder der AMPAS haben ihre Stimmen bereits abgeben müssen, ihr könnt hier für eure FavoritInnen abstimmen.

Montag früh gibt es dann auf fm4.orf.at und in der Morning Show einen Rückblick auf die Oscarnacht.

Bester Film

Beste Hauptdarstellerin

Bester Hauptdarsteller

Beste Nebendarstellerin

Bester Nebendarsteller

Beste Regie

TimesUp - doch die Show muss weitergehn!

Wer hätte das denn gedacht, dass das olle, goldglänzende Bombast-Vehikel der Oscars einmal das interne Credo same procedure as every year zu den Akten legen muss und, angetrieben von den nicht mehr ignorierbaren Diskussionen, katalysiert und beschleunigt durch Hashtags wie #oscarssowhite, aufhören muss eine isolierte Glamourkapsel zu sein, und anfangen die Welt da draußen zumindest in Splittern zu spiegeln. The show must go on traf auf ein forderndes So kann das nicht weitergehen.

Auf die zahlreichen Proteste über die fehlenden Nominierungen von schwarzen SchauspielerInnen zwei Jahre in Folge hat die Academy of Motion Pictures Arts and Science an die 700 neue Mitglieder aufgenommen, vorwiegend jung und nicht-weiß. Regisseur Jordan Peele, nominiert als „Best Director“ für den klasse Film „Get Out“, vermutet, dass seine Nominierung etwas mit diesen neuen Mitgliedern der AMPAS zu tun haben könnte, gleiches gilt für Greta Gerwig, ebenfalls als „Best Director“ für „LadyBird“ nominiert und erst die fünfte Frau überhaupt in der Geschichte der Oscars, die in dieser Kategorie eine Nominierung erhält. Jordan Peele ist der insgesamt fünfte schwarze Regisseur mit einer Nominierung.

Und auch wenn Guillermo del Toros „The Shape of Water“ mit 13 Nominierungen in vielen Kategorien als Favorit gilt, so ist ein möglicher Gewinn von „Get Out“ in der Kategorie „Best Picture“ noch nicht reine Wunschvorstellung. Der Film, der mit Elementen des Horrorgenres spielt, um von Alltagsrassismus und cultural appropriation zu erzählen, wäre der ideale Kandidat, mit dem die Oscars quasi beweisen könnten, dass sie nach dem Gewinn von „Moonlight“ letztes Jahr nicht wieder in einen Dornröschenschlaf gefallen sind.

Szene aus "Get Out": Tee am Nachmittag

Universal

„Get Out“

Außerdem kam nach #oscarssowhite mit noch größerem Knalleffekt #metoo und #TimesUp. Der Fall von Produzent Harvey Weinstein, der jahrzehntelang Frauen sexuell belästigt, bedrängt und wohl auch vergewaltigt hat, läutete eine neue Ära ein. Zahllose Frauen und auch Männer beendeten ihr Schweigen und berichteten von sexuellen Übergriffen in allen Bereichen der Filmbranche. Und denen, die das ohnehin schon jahrelang erzählt hatten, hörte man plötzlich zu. Und auch, wenn sich der Kausalzusammenhang jetzt nicht beweisen lässt, so fällt es doch auf, dass sich unter den als „Best Film“ nominierten Werken mehr Geschichten als sonst um Frauen drehen - „LadyBird“, „The Shape of Water“, „The Post“, und „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“.

The Shape of Water Still

The Shape of Water

13 Mal nominiert: The Shape of Water. Sally Hawkins ist für ihre Rolle einer stummen Frau nominiert, Holly Hunter war in „The Piano“ ebenfalls stumm und hat dafür den Oscar bekommen. Und Oscar-Gewinner Jean Dujardin hat in „The Artist“ auch nur zwei Worte gesprochen.

Casey Affleck, Oscargewinner des letzten Jahres, hätte dieses Jahr dann, der Oscar-Tradition folgend, den Preis in der Kategorie „Best Actress“ verleihen sollen. Doch Affleck selbst, dem zwei Mitarbeiterinnen während der Dreharbeiten zu "I’m still here“ sexuelle Belästigung vorgeworfen haben, hat seine Teilnahme an den Oscars abgesagt. Kevin Spacey wurde aus dem Film „All the money in the world“ entfernt und die Szenen wurden mit Christopher Plummer nachgedreht. Plummers Nominierung hat starken Symbolcharakter.

2014 wurde Woody Allen bei den Golden Globes mit dem Cecil B Debile Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet, damals protestierten nur Dylan Farrow, Woody Allens Stieftochter, die ihm seit Jahren vorwirft, sie sexuell missbraucht zu haben, und Ronan Farrow, Woody Allens Sohn, der als Journalist eine der treibenden Kräfte hinter der Aufdeckung um die zahlreichen sexuellen Übergriffe in der Filmbranche - und Harvey Weinsteins Einschüchterungstaktiken - war. Ein Ehrenpreis für Allen oder Roman Polanski scheint im Jahr 2018 nun undenkbar.

Wie und ob #TimesUp die Oscar-Verleihung am 4. März noch beeinflussen wird, ob am roten Teppich Schwarz getragen wird, ob sich an der Unart, mit Männern über ihre Rollen/Filme und mit Frauen über ihre Kleider zu sprechen, auch schon was geändert hat, das werden wir sehen. Jimmy Kimmel wird moderieren, Sufjan Stevens wird singen, die Kuverts werden dieses Jahr sicherlich nicht vertauscht werden.

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