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Let's Eat Grandma

Francesca Allen

Song zum sonntag

Du, ich und die Welt

Der Song zum Sonntag: Let’s Eat Grandma - „Falling Into Me“

Von Christoph Sepin

Herumirren, durch die Nächte stolpern, auf den dunklen Straßen, immer auf der Suche nach irgendetwas. Aber was das ist, das weiß man selber nicht so genau. Irgendwo in der Stadt wird es schon was zu finden geben, ist ja schließlich groß genug hier.

„I pave the backstreet with the mist of my brain“, mit dieser Zeile starten Let’s Eat Grandma bereits nach wenigen Sekunden verhängnisvoll in „Falling Into Me“. Tief in den eigenen Gedanken verloren, den Blick auf den Boden gerichtet, die Welt wird zur Illusion, die Realität zum Traum. Und dann ist man plötzlich hellwach, wenn man ineinander hineinstolpert: „Falling Into Me“.

Das Duo aus dem britischen Norwich hat ein Liebeslied geschrieben, das gar keines sein will. Ein Lied über das Suchen und Finden, das Allein- und dann auf einmal Gemeinsamsein. Und vor allem darüber, dass man sich mal einfach auf Dinge einlassen soll. Nicht immer nur überlegen, was sein könnte, sondern einfach machen. In der Liebe zum Beispiel.

Der Optimismus, die Freude, der Blick nach vorne, schon in den ersten Takten von „Falling Into Me“: Alles ist klar und frisch wie ein Frühlingsmorgen, wie kalter Tau auf den Blättern, wie die Sonne und der Wind und die Wiese zwischen den Fingern.

Der Wechsel von zufriedener, verträumter Einsamkeit zu kristallklarer, erfrischender Zweisamkeit ist das große Thema von „Falling Into Me“, in den Instrumenten und in den Vocals: „My thoughts were pouring down with the rain, but now I see that it’s so crystal clear“.

Kontrolle erhalten, Kontrolle aufgeben, Zwischenräume finden, Kompromisse und neue Wege der Kommunikation miteinander zulassen: „Falling Into Me“ ist das Statement für das gemeinsame Vorwärtsgehen und für das Akzeptieren, dass man auch aneinander arbeiten muss. Hände haltend, unterstützend, man weiß, das wird nicht einfach, es zahlt sich aber trotzdem aus. In naiver Positivität: vielleicht hat man ja endlich gefunden, was man gesucht hat. Vielleicht warst das einfach immer du.

  • Alle Songs zum Sonntag auf FM4
  • Auch der geschätzte Wissenschafts- und Popjournalist Thomas Kramar macht sich in der Presse am Sonntag zum jeweils selben Song seine Gedanken.

„You, me, this. Now wherever we go is the best place.“ Der große Refrain, die wichtige Aussage. Es hat sich alles gelohnt, das Warten, die Suche, das Überwinden der eigenen Unsicherheit. Jetzt gibt es nur mehr einander und alles andere ist auch gar nicht mehr wichtig: „No need to be restrained. Now whatever we know we should just say.“

Und das alles während man von Instrumenten und Beats kompromisslos durch die Nummer getragen wird. Zuerst noch vorsichtig, dann immer schneller. Dinge passieren, Ebenen stapeln sich auf Ebenen, Instrumente auf Instrumenten. Raum für große Hooks gibt es da gar nicht, muss es aber auch nicht, denn das funktioniert alles schon so. Und kaum ist man richtig in dem Ganzen eingetaucht, sind die sechs Minuten schon wieder vorbei. Repeat, nochmal.

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