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Spielcharaktere von "Minit" und der dazugehörige Schriftzug

JW, Kitty, Jukio, Dom / Devolver Digital

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Sterben, aufstehen, Krone richten, weitergehen

Unsterblich zu sein ist etwas, das auf lange Sicht eher Fluch als Segen ist. So schön ein langes, gesundes, glückliches Leben ist, so beklemmend ist der Gedanke, endlos lange zu leben. Genau das passiert aber mit einem kleinen, pixeligen Wesen aus dem neuen Computerspiel „Minit“.

Von Robert Glashüttner

Sterben, immer nach einer Minute. Dann im selben Moment die Wiederbelebung. So geht das wieder und wieder. Das Spiel, in dem das ständig passiert, heißt passenderweise „Minit“. Aber kann man überhaupt irgendetwas weiterbringen, wenn man alle 60 Sekunden von vorne beginnen muss?

Hunderte kleine Geschichten

Die Zeit läuft. Links oben tickt unentwegt ein Timer nach unten, von 60 bis 0 Sekunden. Ist er abgelaufen, sackt unser kleines tapferes Entenwesen in sich zusammen. „Du bist tot!“ steht dann da, aber das stimmt natürlich nur so halb. Denn einen Knopfdruck später stehen wir wieder auf der Matte, zurück in unserem kleinen Häuschen und mit unserem Schwert in der Hand.

„Minit“, entwickelt von einer diversen Gruppe an einzelnen Indiegames-EntwicklerInnen, ist im Vertrieb von Devolver Digital für Windows, Mac, Linux, PS4 und Xbox One erschienen.

In „Minit“ zählt jeder Moment. Je weiter wir uns von unserem Haus fortbewegen, desto kleiner wird die Chance, dass wir einen wichtigen Gegenstand finden, ein Monster bekämpfen oder ein Rätsel lösen, bevor die Zeit abläuft und wir wieder zurückgesetzt werden. Glücklicherweise bleiben uns die sonstigen Fortschritte erhalten. So arbeiten wir uns in dieser schwarz-weißen Pixelwelt, die stark ans originale „The Legend of Zelda“ aus den 80er Jahren erinnert, stückchenweise nach vorne. Irgendwann finden wir auch vormals unbekannte Orte, an denen wir uns niederlassen können. Wenn dann beim nächsten Mal die 60 Sekunden abgelaufen sind, werden wir an unserem neuen Wohnort wiederbelebt.

Die Heldenfigur von "Minit" trifft eine andere Figur neben einem Leuchtturm.

JW, Kitty, Jukio, Dom / Devolver Digital

Der Neustart als ständiger Begleiter

So nervig dieses Spielkonzept mit dem ständigen Sterben nach jeder Minute in der Theorie klingt, so klug und motivierend ist es in „Minit“ in der Praxis umgesetzt. Die Spielewelt ist nicht groß, doch der permanente Zeitdruck zwingt uns dazu, uns unsere Routen gut zu überlegen. Haben wir einen vormals versteckten Ort gefunden oder neue Figuren und Gegenstände entdeckt, ist es manchmal zielführender, uns vor Ablauf der 60 Sekunden manuell neuzustarten. Das ist besser, als mitten aus einer Tätigkeit gerissen zu werden.

„Minit“ ist ein Adventure mit einer Prise Rollenspiel. Wir müssen etwa unser Schwert mit einem bestimmten Gegenstand aufwerten, damit wir dann Bäume fällen können, um an einen versteckten Ort zu gelangen. Oder wir müssen in der Wüste einer halb verdursteten Spielfigur Wasser bringen, damit sie uns später mit dem Boot auf eine Insel führt. Doch immer auf die verbleibende Zeit achten!

Die Schwertfabrik ist das ganze Übel

Die übergeordnete Geschichte, die wir mit unseren eigenen kleinen, aneinandergehängten Stories in dieser Welt erleben, erzählt von einer riesigen Schwertfabrik, die in einem wenig bewohnten Land zwischen Meer und Wüste angesiedelt ist. Der raffgierige Besitzer knechtet die ArbeiterInnen und schert sich einen Dreck um die Konsequenzen seiner Produktionsbedingungen und die Auswirkungen der produzierten Waffen. Können wir den bösen Fabriksbesitzer trotz unseres seltsamen Fluches aufhalten?

„Minit“ ist ein putziges wie spannendes kleines Spiel mit einem besonderen Twist, den man so bisher noch nicht gesehen hat und damit eines der bisherigen Indiegame-Highlights aus 2018.

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