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Mittelalterliche Folter, apokalyptische Holzschnitte und ein polnischer Metal-Erzähler

Das Game „Apocalipsis - Harry at the End of the World“ wartet mit interessanter Ästhetik auf, mit der Erzählstimme von Behemoth-Sänger Adam ‚Nergal‘ Darski und ganz viel Morbidität.

Von Conny Lee

Als Harrys Freundin als Hexe verurteilt und ertränkt wird, bedeutet das für ihn das Ende der Welt. Daher macht er sich in „Apocalipsis - Harry at the End of the World“ daran, seine Geliebte mithilfe eines magischen Rituals wieder aus der Unterwelt zurückzuholen.

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Punch Punk Games

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Punch Punk Games

Auf dieser Reise begegnen wir jeder Menge Monstern, mythologischen Figuren und okkulten Symbolen. Inhaltlich finden sich hier Anspielungen auf Alighieris Divina Commedia wieder, was die Reise in die Unterwelt betrifft, und es werden zahlreiche Foltermethoden dargestellt, die aus dem Mittelalter überliefert wurden. Das Interessanteste an diesem Spiel ist dabei zweifelsohne die grafische Ebene, die sich an Holzschnitten aus dem 15. Jahrhundert orientiert.

Dürer Apokalypische Reiter

Public Domain

Albrecht Dürer: „Die vier Apokalyptischen Reiter”, Holzschnitt (um 1497/98)

Eine der berühmtesten Arbeiten von Albrecht Dürer sind die Apokalypse-Holzschnitte, mit denen er die Johannes Offenbarung illustriert hat, darunter zum Beispiel ein Bild der vier apokalyptischen Reiter: Pest, Hunger, Krieg und Tod. Ebendiesen Phänomenen begegnet Harry auf seiner Reise und muss sie überwinden.

Die Rätsel sind dabei ganz klassische Point&Click Aufgaben. Einige lösen wir, indem wir einfach alles, was man aufheben kann, einsammeln und es dann eben benutzen. Außerdem gibt es noch einige Logikrätsel, bei denen wir Symbole, Zahlen oder Töne richtig anordnen müssen. Für Adventure-Erfahrene stellen diese Puzzles keine große Herausforderung dar und wurden schon oft gesehen.

Wer nicht so vertraut mit dem Genre ist, könnte manchmal etwas Schwierigkeiten haben, vor allem da das Spiel völlig ohne Hinweise oder Sprache auskommt. Beziehungsweise ist die einzige Sprache in „Apocalipsis“ der Erzähler, und das ist Adam ‚Nergal‘ Darski von der polnischen Metal Band Behemoth (ob Behemoth Dark oder Black Metal sind, ist übrigens eine Frage, die in Foren diskutiert wird und zu der Kollege Christian Holzmann vom FM4 House of Pain meint, „Blackened Death Metal“ beschreibe am besten).

Hinter „Apocalipsis“ steht das Indie-Studio Punch Punk Games aus Warschau. Leider sind die Rätsel etwas bieder und die Animationen manchmal etwas behäbig. Allerdings schafft der spezielle Stil in Anlehnung an mittelalterliche Holzschnitte und Okkultismus eine eindringliche Atmosphäre, dank der sich die 2-3 Stunden Spielzeit lohnen.

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