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Marsimoto vor den Pyramiden von Gizeh

Marsimoto

Marsimoto for president

Zum fünften Mal landet Marsimoto mit einem Album auf der Erde. Das rappende Alter Ego von Marteria präsentiert mit „Verde“ eine kurzweilige Platte mit Überraschungsgästen und jeder Menge Sprachbildern.

Von Alex „DJ Phekt“ Hertel

Angesichts der vielen schlechten oder frustrierenden Nachrichten, die täglich aus aller Welt auf unsere Screens gespült werden, darf man sich manchmal durchaus einen Superhelden mit Zauberkräften wünschen. Kann bitte endlich irgendwer die Welt retten? Intelligenz in die Hirne zaubern? Das Gefühl von Angst in Zuversicht und Toleranz umwandeln?

Umhüllt von grünen Rauchschwaden ist Marsimoto auf unserem Planeten gelandet, um genau das zu tun. Mit geschlossenen Augen und Kopfhörern auf den Ohren kann man sich zumindest akustisch auf Albumlänge von Robin „Marsi“ Hood in eine bessere Welt entführen lassen. In eine Welt, die geprägt ist von Metaphern, abgewandelten Zitaten, Redewendungen und Sprachbildern, die nicht gephotoshoppt sind.

Albumcover "Verde" von Marsimoto

Green Berlin

„Verde“ ist bei Green Berlin erschienen.

Komm als Gewinner rein, geh als Verlierer raus
Wo die Liebe hinfällt steht man wieder auf
Den Riesen bekämpfen, die Ängste besiegen
Im Schatten sehen Katzen wie Tiger aus
Sag mir Priester oder Drogenboss
Ich glaub ich drück jetzt diesen roten Knopf
(Marsimoto, „Photoshop“)

Solang die Vögel zwitschern gibt’s Musik

Die Musik auf „Verde“ stammt aus den Beatschmieden geschmackssicherer Produzenten wie The Krauts, Robot Koch, Ghanaian Stallion, Kid Simius, Bazzazian und noch einigen anderen. Das klingt alles frisch und am Puls der Zeit, ohne tot-gehypte Afrotrap-Ästhetik oder Travis Scott-Stimmeffekte. Der Bass spielt wieder eine ganz besondere Rolle auf dieser Platte.

Wie immer passen die Instrumentals perfekt zu den Geschichten, die uns Marsimoto mit gewohnt hoch gepitchter Stimme erzählt.

Die Themenvielfalt ist bunt und handelt vom besten Freund des Menschen (der schon längst nicht mehr 4 Beine hat), einer von Horrorfilmen inspirierten Story, einem Flug über die Dächer von „Hollyweed“, digitalen Abenteuern von „Email & die Detektive“ oder der Point-of-view-Erzählung eines Huhns aus einer Legebatterie („Chicken Terror“). Die Message von Marsimoto, dem Rap-Hippie, ist Liebe und Friede.

„Unbekannte“ Gäste auf „Verde“

Manchmal taucht in Refrains die vertraute tiefe Stimme seines besten Freundes Marteria auf, manchmal die eines „unbekannten“ Gastes. Diese stimmliche Abwechslung zwischen hoch-gepitcht und regulär steht „Verde“ sehr gut und ist neu im Marsimoto-Kosmos.

Neu sind auch Feature-Namen wie „The Friendly Ghost“, „Walking Trett“ oder „Menschenfreund88“.

Die kratzende Stimme im Refrain von „Samstag der 14.“ gehört natürlich Casper, der sich hinter „The Friendly Ghost“ verbirgt. Der Menschenfreund ist „Audio88“. Trettmann erzählt in „Immer wenn ich high bin“ als „Walking Trett“ von einem klassischen Horrortrip, nachdem er mit Bonez MC einen zu starken Spliff geraucht hat.


Vorbei an der Entourage, vorbei an den Fans
Aus Walking Trett wird Walking Dead
Ah, was für’n Spießrutenlauf
Endlich am Bus, bin endlich zuhaus
Gott sei Dank, die Tür geht auf
Fall’ zitternd auf die Couch in der Artist-Lounge
Brrrrrrrrrrrrrr, Schüsse fall’n
Oder sind das die Böller, die knall’n
Aus mein’n Fingerspitzen wachsen Krall’n
Aus irgendeinem Grund fang’ ich an zu wein’n
Moral von der Geschicht
Rauch mit Bonez kein’n Spliff
(„Immer wenn ich high bin“)

Im Februar 2019 auf Tour

„Verde“ ist in der Diskografie von Marteria bzw. Marsimoto ein Highlight. Wer den rappenden Superhelden in Österreich live sehen möchte, muss sich noch etwas gedulden. Am 18.2.2019 spielt er im Wiener Gasometer und verwandelt die Stadt in „Green Wien“.

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