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Just call him Solo

Mit „Solo - A Star Wars Story“ kommt das nächste Star-Wars-Spin-Off in die Kinos. Diesmal begibt sich die Serie in B-Movie-Gefilde.

Von Christoph Sepin

Man möchte den Eindruck bekommen, dass „Star Wars“ jetzt endgültig „Full Circle“ gegangen ist. In den 70er Jahren war Franchiseerfinder George Lucas beeinflusst von Trasherscheinungen wie „Flash Gordon“, mit dem neuesten Film schafft es die Serie so nahe wie noch nie an diese B-Movie-Elemente zu kommen. Und nimmt sämtliche Vor- und Nachteile davon in seine Handlung mit.

„Solo: A Star Wars Story“ erzählt natürlich die Vorgeschichte des jungen Han Solo. Bevor der auf Luke, Leia und die anderen getroffen ist, hat er nämlich auch jede Menge Abenteuer erlebt. Eines davon gibt’s jetzt in einen zweistündigen Action-Blockbuster verpackt in den Kinos zu sehen.

Solo

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Natürlich kehrt nicht der gute alte Harrison Ford in die Rolle des Weltraumschmugglers zurück, sondern der junge Alden Ehrenreich. Der schafft es auch tatsächlich, trotz all der Kritik vorab, eine ganz ordentliche Version von Solo darzustellen. Es fehlt zwar an dem gewissen Charme eines Harrison Ford, trotzdem schafft es Ehrenreich ganz gut seinen eigenen Zugang zum legendären Charakter zu finden.

FM4 Film Talk: Solo und die Star Wars-Übersättigung
Kann es zuviel „Star Wars“ geben? Jahrelang war es still um die gigantische Sci-Fi-Weltraumoper, seit der Übernahme durch Disney kommt gefühlt alle paar Monate ein neuer Teil der Reihe in die Kinos. Der neueste Streich: Das Spin-Off „Solo“, das die Vorgeschichte des berühmten Weltraumschmugglers erzählt. Natalie Brunner und Christoph Sepin diskutieren über Sinn und Unsinn des neuesten „Star Wars“-Films.

Anders Emilia Clarke: Als Solos Kindheitsfreundin Qi’Ra wirkt die „Game of Thrones“-Schauspielerin verloren auf der Leinwand und rezitiert emotionslos ihre Zeilen vor sich hin. Das schauspielerische Highlight ist der Supporting Cast, wie Woody Harrelson als eine Art Mentor und natürlich Donald „Childish Gambino“ Glover als der charismatische Glücksspieler Lando Calrissian.

Aber auch hier zeigen sich die Problemchen in „Solo“: Wie fast alles andere im Film, ist auch Glovers Darstellung von Calrissian überspitzt und wie ein simples Abziehbild. B-Movie-Ästhetik eben. Interessante Ideen, die man auch so in „Star Wars“ noch nie gesehen hat, werden zwar an- aber nicht zu Ende gedacht. Damit entsteht ein übersättigter Film der unterschiedlichsten Elemente, die sich eher im Weg stehen als sich gegenseitig zu komplementieren.

Solo

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Wenn „Solo“ besonders gut funktioniert, dann passiert das aufgrund der zahlreichen Referenzen und popkulturellen Verweise, nicht nur in Richtung „Star Wars“, sondern großes (Action-)Kino prinzipiell. Wie ein Film aus einer anderen Ära wirkt „Solo“ dann, wie eine Hommage an hervorragendes Leinwandentertainment.

Dann geht aber auch viel zu schnell die Luft aus: Zwei Stunden sind mittlerweile Standard für Blockbuster dieses Levels, „Solo“ fühlt sich aber doch oft deutlich länger an.

Solo

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Soll man sich „Solo“ also anschauen? Ja, wenn man wissen will, wie sich das neue Lucasfilm-Kreativteam die Entstehungsgeschichte des Weltraumschmugglers vorgestellt hat. Und ja, wenn man zu den Menschen gehört, die sich gerne an Sonntagnachmittagen trashige Sci-Fi-Produktionen im Fernsehen anschauen. Falls es sowas überhaupt noch gibt.

Ein Film zwischen Charme und Ermüdung, zwischen wunderbarem Entertainment und hemmungsloser Übersättigung. Was bleibt ist jede Menge Potential für mehr, ein mögliches „Solo“-Sequel und ein junger Lando Calrissian der wohl auch bald sein eigenes Spin-Off bekommen wird.

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