I am Korny

Ein Musiker aus Stuttgart, der sich an der Essenz von Americana, Blues und Rock abarbeitet.
Sleep Ain't Paying My Dues
VÖ: 05.06.2020
`Sleep ain’t paying my dues` was written in Nashville back in 2018 when 'I am Korny' was travelling the US writing his new album and playing shows in NYC and Cincinnati. It's kind of an autobiographical story about feeling restless and driven while on tour as a singer/songwriter. About the contrast of being on the verge of success and having a big party each night while trying not to sell your guitars so you can pay your bills. The sound of this recording was inspired by vintage blues and contemporary indie rock.

I am Korny über sich

Früher oder später kommt jeder Musiker an den Scheideweg. An diesen Ort, die Kreuzung unter der siedenden Sonne, in der Mitte ein alter verkrüppelter Baum, darunter der Teufel, der grinsend um deine Seele zocken will. Mit gezinkten Karten natürlich. Hier, mitten im gottverlassenen Nirgendwo, wo man auf Godot wartet, wo die halbe Musikwelt ihr Schicksal für kleines bisschen Talent hergab, stand auch I am Korny schon. Hut, Gitarre auf den Rücken geschnallt, staubige Stiefel, den Blick in die Ferne gerichtet. Gen Westen. Hinter ihm die Sicherheit, der Alltag, das geordnete Leben. Vor ihm die offene Straße, die Ungewissheit. Die Freiheit. Wie unzählige vor ihm, geht I am Korny geradeaus, kein Blick zurück, einem unsteten, entbehrungsreichen, schwierigen Leben entgegen. Leichter hätte auch er es haben können. Aber wer will schon ein leichtes Leben, wenn die Alternative doch so viel bessere Songs verspricht? Oder, wie er sagt: „Musik braucht Drama.“
Was auch immer I am Korny also im Gegenzug für seine Seele am Scheideweg versprochen bekommen hat: Sein Albumdebüt „Sleep Ain‘t Paying My Dues“ kündet von einem äußerst lohnenden Tauschhandel. Hörbar geprägt von den tragischen Figuren des Americana, von den knurrigen Garage-Rock-Antihelden der Südstaaten und vom musikalischen Narrativ des Great American Song Book entwirft I am Korny sein ganz eigenes Bild einer musikalischen Pilgerreise ins Herz der Sehnsucht. Wehmütig, nachdenklich, ein wenig schmutzig auch. Aber immer echt.
Immer mit dem Herzen auf der Zunge.
Die Phantome und die Träumer, die Helden und die Bösewichte, die Mutigen und die Verzweifelten, sie alle finden ihr Zuhause in seinen Songs. Es ist die Musik eines Outlaws, der seine Andersartigkeit nicht als Bürde, sondern als Krone versteht und in all den anderen Alleingängen der Musikwelt Seelenverwandte gefunden hat. Wie ein Nick Cave, wie die Black Keys, wie Alberta Cross destilliert I am Korny behutsam Traum und Albtraum Amerikas, die Verheißungen des Westens und den Mythos dieses endlosen Landes in murder ballads über die Schattenseiten der Liebe.
Der torkelnde Theken-Blues in „Colorado“ hat so viel Schieflage wie ein hochprozentiger Abend in einer Bar inmitten der Rocky Mountains, „Vampire“ berauscht mit einem schleppenden Walzertakt und gotischer Dunkelheit, der verzerrte Rock-Stampfer „Sleep Ain‘t Paying My Dues“ passt mit seiner entschlossenen Attitüde wunderbar zu seinem Vagabundenleben. Er kann es sich eben sprichwörtlich nicht leisten, auszuschlafen. Seine seelische Schieflage offenbart der Künstler in „House Of Cards“, der angeknacksten Bestandsaufnahme eines Scheiterns, „Seashelled Heart“ ist wie der ruhelose Geist eines Liebeslieds – und „Run Rabbit Run“ bringt die Essenz dieses Künstlers auf den Punkt: Weiter, immer weiter, kein Blick zurück. Selbst dann nicht, wenn man sich nicht selbst entkommen kann.

Facts:

aus Stuttgart | *2015
Daniel Korn

Kontakt:

Daniel Korn
Hackstrasse 28
70190 Stuttgart
Deutschland

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