ILand

Zitat:"Was sind wir anderes als Wellen? Was sind wir anderes als Musik? Kurze Impulse, kaum messbar, und doch unsere Wirklichkeit erfüllend." Klangwelten aus Sofia/Dubai/Linz.
Track 1
Hieronymus Bosch meets David Lynch

ILand über sich

Zitat:"Odyssey on I Land
Klangwerk zur Erkundung transzendenter Wirklichkeit
Von Christo Christoph

Was sind wir anderes als Wellen? Was sind wir anderes als Musik? Kurze Impulse, kaum messbar, und doch unsere Wirklichkeit erfüllend. Was wir sind, oder was etwas ist, soweit man von diesem kaum zu fassendem „Sein“ sprechen mag, erscheint nur als eine Frage der zeitlichen Auflösung. Denn Zeit tritt nur als Bewegung in Erscheinung, als Prozess, und ist nur eine Prämisse – konstruiert sich nur als eine begriffliche Ausflucht.

Das Erkennen von Veränderung ist also Zeit. Aus der Perspektive eines Wesens, welches den Zeitfluss von 30 Jahren als einen kurzen Augenblick empfinden würde, gliche das Leben eines Menschen eher der Welle einer Flüssigkeit, die sich aus ihrer Umgebung nährt, rasch heranwächst, um einen Augenblick später zu zerfallen, und aus der Gischt Nahrung für neue Wellen zu stellen. Menschliche 3000 Jahre als eine Sekunde wahrgenommen, und die Menschen wären kaum als Lebewesen erkennbar, wohl eher einem diffusen Nebel gleichend. Ewig versteinerte Gebirge würden sich aber gletscherartig in Bewegung setzen. 30 000 Menschenjahre als eine Sekunde empfunden, und das vormals gefrorene Erdreich würde einem flüssigen Meer gleichen, mit Wellen so groß wie die Alpen.

Einem Wesen mit feiner ausgeprägten Sinnen könnten wir andernfalls auch als unbewegliche, zu Stein gefrorene und keineswegs lebendige Säulen erscheinen. Alles ist eine Frage der Zeitlichkeit - alles Musik, nur in verschiedenen Abspielgeschwindigkeiten wahrgenommen. Wir sind Teil einer Welle - außerstande den unendlichen Frequenzgang zu überblicken. Der Sinnes- und Empfindungshorizont ist bloß einen Türspalt offen. Die Wahrnehmung beschränkt auf ein kleines Frequenzband aus dieser gigantischen Bewegung, eines riesigen Glockenschlags.

Der Empfang kürzester Impulse scheint Magisches zu vermögen. Tagein tagaus laufen wir wie gesteuert, unsere Entscheidungen und Überlegungen werden allein durch die Musik bestimmt. Worte können Knochen brechen, Staaten stürzen, millionen Menschen töten. Und trotzdem schenken wir der Musik Glauben.

Woher kommen diese Bruchstücke der Erinnerungen anderer? Vor undenklichen Zeiten ausgespuckt, und seitdem immer wieder verinnerlicht, und dadurch am Leben erhalten. Zauberformeln die uns das Sehen schenken. Das Sehen eines sonst unentwirrbaren Wellen- und Empfindungschaos, welches ohne Unterlass vor unseren Augen stattfindet.

Die auf dieser CD gespeicherten Zeit führt zu einer Odyssee in unbekannte, wie aus einem Traum entsprungene Wirklichkeiten. Eine Irrfahrt zu den geheimnisvollen Flussfällen von Elektronen, wildgewordenen Göttern, freundlichen Engeln. Groteske Gestalten bevölkern die Hörzeit, alsbald wieder in das Vergessen abgetaucht, um neuen Wesen das Leben zu schenken. Ein Kommen und Gehen, ähnlich den Walen, die für einen Atemzug an die Oberfläche hinaufschwimmen, um wieder in ihrer fremden Unterwelt die Reise fortzusetzen. "

Neueste Nachricht von ILand:

iland | 11.Jun.2004
Was sind wir anderes als Wellen? Was sind wir anderes als Musik? Kurze Impulse, kaum messbar, und doch unsere Wirklichkeit erfüllend. Was wir sind, oder was etwas ist, soweit man von diesem kaum zu fassendem „Sein“ sprechen mag, erscheint nur als eine Frage der zeitlichen Auflösung. Denn Zeit tritt nur als Bewegung in Erscheinung, als Prozess, und ist nur eine Prämisse – konstruiert sich nur als eine begriffliche Ausflucht.

Das Erkennen von Veränderung ist also Zeit. Aus der Perspektive eines Wesens, welches den Zeitfluss von 30 Jahren als einen kurzen Augenblick empfinden würde, gliche das Leben eines Menschen eher der Welle einer Flüssigkeit, die sich aus ihrer Umgebung nährt, rasch heranwächst, um einen Augenblick später zu zerfallen, und aus der Gischt Nahrung für neue Wellen zu stellen. Menschliche 3000 Jahre als eine Sekunde wahrgenommen, und die Menschen wären kaum als Lebewesen erkennbar, wohl eher einem diffusen Nebel gleichend. Ewig versteinerte Gebirge würden sich aber gletscherartig in Bewegung setzen. 30 000 Menschenjahre als eine Sekunde empfunden, und das vormals gefrorene Erdreich würde einem flüssigen Meer gleichen, mit Wellen so groß wie die Alpen.

Einem Wesen mit feiner ausgeprägten Sinnen könnten wir andernfalls auch als unbewegliche, zu Stein gefrorene und keineswegs lebendige Säulen erscheinen. Alles ist eine Frage der Zeitlichkeit - alles Musik, nur in verschiedenen Abspielgeschwindigkeiten wahrgenommen. Wir sind Teil einer Welle - außerstande den unendlichen Frequenzgang zu überblicken. Der Sinnes- und Empfindungshorizont ist bloß einen Türspalt offen. Die Wahrnehmung beschränkt auf ein kleines Frequenzband aus dieser gigantischen Bewegung, eines riesigen Glockenschlags.

Facts:

aus Sofia/Dubai/Linz | *2004
Christo Christoph

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