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Sibylle Hamann

Pamela Rußmann

Die Welt ist nicht schwarz und weiß

Die Journalistin und Feministin Sibylle Hamann ist zu Gast im FM4 Doppelzimmer am 1. Mai

von Elisabeth Scharang

Am 1. Mai, am Tag der Arbeit , sitzt die Journalistin Sibylle Hamann genauso am Computer als wäre ein Mittwoch Nachmittag. „Arbeitszusammenhänge lösen sich auf und ich bin dafür ein klassisches Beispiel“, sagt sie.

Als sie Anfang der 90iger Jahre in die Welt hinaus zog, um als Auslandskorrespondentin Geschichten zu schreiben, hatte sie es nicht nur mit einer anderen Weltordnung zu tun, sondern auch mit anderen Mitteln, Journalismus zu betreiben. „Heute kommen BerichterstatterInnen vor lauter Berichten auf allen verfügbaren Kanälen kaum mehr dazu, sich um die Inhalte zu kümmern, über die sie berichten. Aber wenn man nicht mit den Leuten redet, dann erfährt man nichts Neues. Der Copy-Paste-Journalismus mit Nachrichten aus dem Internet, für den man den Schreibtisch nicht verlassen muss, dreht sich um sich selbst und hat wenig mit dem zu tun, was tatsächlich in der Welt passiert.“

Sibylle Hamann greift in ihren Kolumnen alles an, was gerade in der Luft liegt und sie hat kein Problem damit, dass sie dabei nicht immer weiß, auf welcher Seite sie stehen soll. „Themen wie das Tragen des Kopftuchs, ehrlich, ich habe keine klare Haltung dazu. Es gibt gute Argumente auf beiden Seiten.“ Genau deshalb lese ich gerne ihre Kolumnen: ich kann Perspektiven wechseln, durchdenken, mich manchmal durch eine Polemik an Hamanns Meinung reiben und schließlich zum dem Schluss kommen: die Welt ist nicht schwarz und weiß. Es ist oft komplexer und es gibt nicht für alles eine klare Lösung. Und das braucht es auch nicht. Aber es ist oft schon viel getan, wenn man hinschaut.

„Ich hab im Herbst 2015, wie die meisten von uns, die Flüchtlingswelle direkt vor unserer Haustür intensiv mitverfolgt. Irgendwann kommt der Punkt, an dem es nicht reicht, wenn du über etwas schreibst.“ Gemeinsam mit Freunden entwickelte sich ein privates Netzwerk, das Flüchtlingen nicht nur das Ankommen erleichtern sollte, sondern das ein Leben in Österreich möglich machen soll. Da geht es um Wohnungen, um freie Zimmer, die nicht nur für einen Monat, sondern länger zur Verfügung stehen. Es geht um Arbeitsplätze und Schulplätze. „Wer immer eine Möglichkeit hat, Wohnfläche zu einem bezahlbaren Preis zu vermieten, der soll sich bitte direkt an mich wenden!“

Sibylle Hamann

Pamela Rußmann

Über Sibylle Hamann

Die Journalistin und Feministin Sibylle Hamann hat in Wien und Berlin Politikwissenschaft und eine Fächerkombi aus Geschichte, Technologie und Russisch studiert. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Uni in Peking 1989 war für sie klar: Sie muss in die Welt hinaus und sie will Geschichten über die Menschen dort schreiben. Und so hat sie über die Umbrüche zwischen 1990 und ’94 in der damaligen Sowjetunion berichtet, über das Ende der Apartheid in Südafrika, über den Bürgerkrieg in Ruanda, über den Nahost-Konflikt. Seit 2006 lebt sie als freie Journalistin in Wien, ist Lektorin an der FH für Journalismus und schreibt Bücher.

In „Saubere Dienste. Ein Report.“, erschienen im Residenz Verlag, erzählt die Autorin von ihrer Undercover-Recherche als Putzfrau und der Welt voller Lügen und Scham, die ihr dabei begegnet. www.sibyllehamann.com

Wir kommen von der Zivilcourage zur Machtfrage – „Frauen meiden leider zu oft Machtpositionen“ - , streifen einen Shitstorm, schauen kurz bei Stefanie Sargnagel vorbei und reden über Feedbackmaschinen und die Verlockung, für Aufmerksamkeit und Belohnung zu schreiben.

Das alles und noch vielmehr könnt ihr in zwei Stunden Gespräch am 1. Mai 2017 im FM4 Doppelzimmer hören - anschließend für 7 Tage im FM4 Player sowie in der Extended Version ohne Musik:

FM4 Doppelzimmer Sibylle Hamann

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