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Albumcover Marsmobil "Fairytales of the supersurvivor"

Marsmobil / Compost Records

musik

„Fairytales of the Supersurvivor“

Marsmobil hat zusammen mit Produzent Peter Kruder ein abstraktes Downbeat-Märchenhörbuch gemacht.

Von Natalie Brunner

Das neue Marsmobil Album „Fairytales Of The Supersurvivor“ ist, der Name sagt es schon, ein abstraktes Downbeat-Märchenhörbuch mit cineastischen Qualitäten. Vielleicht ist euch noch das Album „Minx“ in Erinnerung - erschienen vor zwölf Jahren; damals hatte Marsmobil noch eine weibliche Stimme. Das Album „Why Don´t You Take“ aus 2010 verarbeitete Einflüsse wie Beatles, Psychedelic und Krautrock.

2018 ist Marsmobil das alleinige Baby des Multiinstrumentalisten, Sängers und Komponisten Roberto Di Gioia. Seine Musik macht er in enger Zusammenarbeit mit seinem marsmobil-Produzenten Peter Kruder, dem Patenonkel des Projekts, wenn man so will. Wie auf „Minx“ ist auch auf vier Songs von „Fairytales Of The Supersurvivor“ eine weibliche Stimme zu hören; sie gehört der Sängerin Amber Lin. Auch verwendet Roberto viel Vocoder.

Roberto di Goia ist neben vielem anderen Jazzpianist, Komponist und ein gefragter Gastmusiker, der sowohl mit Udo Lindenberg, als auch mit Hip-Hoppern wie Afrob und Max Herre oder Frickel-Elektronikern wie The Notwist gemeinsame musikalische Wege findet. Über zehn Jahre war er Mitglied der Jazzband Passport. „Marsmobil ist heute erwachsen. Ein mit Klängen, Stimmungen und Farben gefütterter Organismus“, erzählt di Goia.

Marsmobil hat cineastische Qualitäten, in früheren Interviews erwähnte Roberto, dass er sich oft Filme ohne Ton ansieht, um dazu im Kopf einen Soundtrack zu entwickeln. Auf „Fairytails of the Supersurvivor“ haben die Science Fiction-Ausläufer des New Hollywoodkinos der 70er-Jahre ihre Spuren hinterlassen: der „Blade Runner“-Soundtrack von Vangelis, der „Clockwerk Orange“-Score von Wendy Carlos oder Filme wie „Soylent Green“ und „THX1138“.

Marsmobil

Florian Seidel

Auf „Fairytailes of the Supersurvivor“ sind auch Oden zu finden. Das ist dem Umstand geschuldet, dass Klein-Roberto in Kindertagen mit seinen Großeltern katholische Messen besucht hat. Die Idee von „Schuld“, die in den Predigten zentral war, brachte Roberto dazu, den Sinn der Worte auszublenden und sein Augenmerk auf die Kraft des Klangs und der Inszenierung zu legen.

Seit 2006 arbeitet Roberto di Goia bei Marsmobil mit Peter Kruder zusammen, von dem er die Kunst der Reduktion, des Entrümpelns lernt. Weniges, was umso strahlender funkelt, ist das Motto der „Fairytales Of The Supersurvivor". Maßgeblich war auch eine Neuanschaffung: „Ein weiterer Ausgangspunkt und Inspiration für dieses Album war ein Instrument, das ich „neu“ erwarb. Ein Synthesizer, der weltweit insgesamt nur ca. 300 mal gebaut wurde: Der Korg PS 3100 aus dem Jahr 1977. Mit diesem einzigartigen, seltsam eigentümlichen Instrument konnte ich meine Visionen in Stücke umsetzen.“ Mit der Zeit baute sich eine eigene, klanglich höchst spannende, Welt auf, und wörtlich jeder Klang, der aus diesem Instrument rauszuholen war, wurde rausgeholt.

Sphärische, eklektische Klänge und Strukturen, eigentümlich hypnotische Melodien, Formen, die sich nicht wiederholen. Downbeat mit Drummachines geben dem Album „Fairytales Of The Supersurvivor“ einen sehr futuristisch-psychedelischen Charakter.

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