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Into the Breach

Subset Games

Roboterschach mit Insektenmonstern

„Into the Breach“, das zweite Spiel der Macher des Indie-Hits „FTL - Faster Than Light“, bietet große Taktik im Miniaturformat - jetzt schon ein Anwärter auf das beste Strategiespiel des Jahres.

Von Rainer Sigl

Der Wolkenkratzer ist verloren. Mit einem gewaltigen Schlag zertrümmert der riesige Skorpion das Gebäude. Mein Team aus turmhohen Kampfrobotern muss hilflos zusehen, wie der Wohnturm in Staubwolken zusammenbricht - ich habe es einfach nicht geschafft, den Menschen in dieser Ecke des Spielfelds zu Hilfe zu kommen. Mein starker Nahkampfroboter hängt in einem schleimigen Spinnennetz fest, mein Fernkämpfer kann sich nicht in Position bringen und mein dritter Roboter hat keine Aktionspunkte mehr - einen schlechteren Tag hatten auch die Mech-Piloten von „Pacific Rim“, das inhaltlich ein ähnliches Szenario hat, nur selten.

Im Strategiespiel “Into the Breach” kommt die Niederlage oft schnell, aber nie überraschend, denn jedes einzelne Mal sind wir selber schuld, wenn wir versagen. Wie bei Schachproblemen wissen wir zu Beginn jedes Zuges ganz genau, was die Riesenkäfer, Spinnen und anderen Monster als Nächstes vorhaben - das heißt aber noch lange nicht, dass wir das Unheil dann auch tatsächlich abwenden können.

Mechs gegen Insektenmonster

“Into the Breach” ist ein rundenbasiertes Strategiespiel, in dem wir mit einem Dreierteam von riesigen, ganz unterschiedlich ausgerüsteten Robotern und ihren Piloten in die Schlacht ziehen. Das Hauptziel ist dabei der Schutz der Menschen und der Infrastruktur - wenn die Bösewichte zu viele Kraftwerke, Häuser und Fabriken in Schutt und Asche legen, heißt es „Game over“. 27 verschiedene Roboter kann man freispielen, und mit denen sind höchst unterschiedliche Kampfstrategien möglich: Die einen setzen auf Nahkampf, die anderen halten die Monster mit Rauchwolken, Blitzen oder Feuer in Schach.

Herauszufinden, welche Kombinationen sinnvoll sind, macht “Into the Breach” auch nach vielen, vielen Partien immer wieder spannend - denn nicht nur in den voreingestellten Teamkombinationen lassen sich interessante Synergien der Fähigkeiten heraustüfteln.

Erschienen ist “Into the Breach” für Windows.

Einfach ist der Kampf aber auch mit bestens aufeinander abgestimmten Mechs nicht gerade: Wer in einer der zahlreichen Schlachten der mindestens ein Dutzend dieser Kämpfe langen Kampagne versagt, hat nur ein einziges Mal die Möglichkeiten, einen misslungenen Spielzug neu zu starten - dann heißt’s zurück an den Beginn der Kampagne. Ganz so, wie das in der harten, aber motivierenden und in den letzten Jahren immer populärer werdenden Nische der Rogue-likes eben üblich ist.

Into the Breach

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Gut wie „FTL“

“Into the Breach” ist ein absolut faszinierendes Spiel, das nur auf den ersten Blick, in seiner retro-artigen Pixelgrafik, nach einem spielerischen Leichtgewicht aussieht. Das ist auch kein Wunder, denn seine Macher sind bekannt für schwere, endlos lang motivierende Indiespiele: Vor fünf Jahren haben sie mit “FTL - Faster than Light” schon mit ihrem allerersten Spiel einen wahren Überraschungshit gelandet. Ihr zweites Spiel ist nun ganz anders als der Erstling geworden - und dennoch unverkennbar von derselben Qualität, vom tollen Pixel-Artwork über die stimmige Musik und die auch in Texten und Handlung überraschend atmosphärische Story bis hin zur Langzeitmotivation, die uns immer wieder „noch eine Runde“ starten lässt.

“Into the Breach” ist ein wenig zugänglicher und, vor allem in einsteigerfreundlichen „Easy“-Mode, einfacher als „FTL“, die Faszination ist aber ähnlich groß - eine tolle Leistung. „Into the Breach“ ist ein Anwärter auf das beste Strategiespiel des Jahres.

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