FM4-Logo

jetzt live:

Aktueller Musiktitel:

Die Letzte Party Deines Lebens

Thimfilm / Gebhardt Productions GmbH / Petro Domenigg

Trifft ein Serienkiller auf 5000 Maturanten

„Die letzte Party deines Lebens“ ist ein Teenie-Slasher made in Austria. Was ihn noch ungewöhlicher macht: Der Film wurde unter realen Bedingungen beim X-Jam Croatia gedreht.

Von Jan Hestmann

Horrorfilme aus Österreich? Gibt es nicht so viele, wenn man zurückblickt. Eine kleine Sensation war da schon, als im Jahr 2006 „In 3 Tagen bist du tot“ von Andreas Prochaska in die die Kinos kam. Ein richtiger Slasher, wie man ihn aus dem US-Kino kennt. Bloß mit starkem österreichischem Akzent. Ein Popcorn-Film. Darauf folgte noch die Fortsetzung „In 3 Tagen bist du tot 2“. Aber dann war es erst mal wieder leise um den heimischen Popcorn-Horror.

Fürs gutgelaunte Metzel-Kino fühlt sich seit ein paar Jahren offenbar nur einer hierzulande zuständig, nämlich Regisseur Dominik Hartl. Der 34-jährige Schladminger hat erst vor kurzem mit „Attack of the Lederhosenzombies“ für Aufsehen gesorgt - Heimatfilm meets the Undead. Das Blutvergießen dürfte ihm immer noch Spaß machen. Und so kommt jetzt sein Film „Die letzte Party deines Lebens“ ins Kino.

Die Letzte Party Deines Lebens

Thimfilm / Gebhardt Productions GmbH / Petro Domenigg

Julia (Elisabeth Wabitsch) und der Rest der 8B hat die Matura geschafft und fährt auf Maturareise auf eine kroatische Insel. Gemeinsam mit 5000 anderen Maturanten sollen der Freiheit und dem Alkohol gehuldigt werden. Doch der Spaß hält nicht lange an, denn unter den Teenies befindet sich ein Killer mit Smileymaske.

Als die Lage dann so richtig eskaliert, wird auch noch der Fährbetrieb eingestellt und die Jugendlichen sitzen auf der Insel fest. Und dazwischen wurschtelt ein gestresster Eventmanager (Michael Ostrowski mit Kapperl) herum und versucht die Party trotz allem am Laufen zu halten.

„Die letzte Party deines Lebens"
R: Dominik Hartl D: Elisabeth Wabitsch, Markus Freistätter, Michael Ostrowski.
Kinostart: 22. März 2018

Soweit hält sich der Film an eine Handlung, wie man sie sich eben von handelsüblichen Teenie-Slasher-Movies erwartet. Tatsächlich ungewöhnlich sind die Drehbedingungen. Denn der Film wurde während dem X-Jam Croatia an Originalschauplätzen gedreht. Die Party-Crowd rund um Hartls Protagonisten ist echt. Die Party ist echt. Man wollte die Stimmung vor Ort so gut als möglich einfangen und ist deshalb direkt reingegangen, so der Regisseur im Interview. Dementsprechend aufwändig kann man sich die Dreharbeiten vorstellen.

Das hat sich durchaus bezahlt gemacht. Hartl ist ein visuell fulminanter Film gelungen, den man sich auf der großen Leinwand zu Gemüte führen sollte. Nicht nur die Stimmung wurde eingefangen, der Film zeichnet sich auch durch ein interessantes Farbdesign aus, und schimmert neonfarben. Dabei sei "Spring Breakers“ ein Vorbild gewesen, so Hartl.

Die Letzte Party Deines Lebens

Thimfilm / Gebhardt Productions GmbH / Petro Domenigg

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Die letzte Party deines Lebens“ ist ein unterhaltsamer Popcorn-Film geworden. Dazu trägt auch der Soundtrack seinen Teil bei. Da ist Gigi D’Agostinos All-Time-Hit „L’Amour Toujours“ sowas wie das Main Theme. Denn Hartls Maturareise-Recherchen haben ergeben, dass dieser Song dort tatsächlich immer noch rauf und runter gespielt wird. Allerdings im Tiesto-Remix, wie er anmerkt, da das Original in Zeiten von EDM ja fast schon als Ballade durchgehe.

Dramaturgisch hält sich der Film sehr brav an das Teenie-Slasher-Schema. Das Risiko wurde bei der Wahl der Location genommen, erzählerisch geht der Film aber etwas zu sehr auf Nummer sicher. Zu brav, zu glatt für fortgeschrittene Horrorfilmfans. Aber auf alle Fälle ein Spaß - und für österreichisches Kino ein sehr außergewöhnlicher. Und insofern ist es dann auch ein Glücksfall, dass es diesen grellen Film gibt.

mehr Jan Hestmann:

Aktuell:

Werbung X