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Der Hauptdarsteller des Films "Glory"

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Was würdest du tun?

Stell dir vor du findest Tausende Euro auf der Straße. Würdest du das Geld behalten? Der Protagonist im Film „Glory“ gibt es der Polizei und wird zur PR-Figur der Regierung.

Von Todor Ovtcharov

Habt ihr schon mal Geld auf der Straße gefunden? Geld, das einfach so daliegt, hinterlassen vom Schicksal, darauf wartend, mitgenommen zu werden. Das große Glück kommt nur einmal und man sollte es sich schnell schnappen. Findet man einen oder zwei Euro, sucht man eher selten nach demjenigen, der sie verloren hat. Und was ist mit zehn, mit zwanzig, mit hundert Euro? Wie würde man reagieren wenn man hunderte, sogar tausende Euro einfach so am Boden findet? Viele deiner Probleme, wären in einem Augenblick gelöst. Trotzdem weiß man, dass das Geld einem nicht gehört. Man hat es nicht selbst verdient. Oder wurde es einfach so von den Göttern da gelassen? Wo bleibt dann unser Gewissen?

Tsanko findet Geld

Das Geldfinden, das passiert dem Protagonisten des bulgarischen Films „Glory“, den man ab morgen auch in Österreich sehen kann. Der Film wurde auf diversen Festivals prämiert. Tsanko (wunderbar gespielt vom Schauspieler Stefan Denolyubov) ist langjähriger Mitarbeiter der Eisenbahn. Jeden Tag beobachtet er die Schienen zwischen zwei Stationen. Er ist verschlossen und unkommunikativ aufgrund eines schweren Sprachfehlers. Seine Kollegen verspotten und verachten ihn aufgrund seiner Ehrlichkeit. Er lebt mehr als bescheiden in der Nähe der Eisenbahnstrecke. So verläuft sein ganzes Leben. Bis er eines Tages eine riesige Geldsumme entlang der Schienen findet. Da er ein ehrlicher Mensch ist, übergibt er das Geld der Polizei.

Für die ehrgeizige PR-Frau des Transportministeriums (Margarita Gosheva) kommt Tsankos Heldentat gerade Recht. Sie versucht ein Medienereignis daraus zu machen. Um damit einen Korruptionsskandal im Ministerium zu vertuschen. Wird Tsanko sein Ruhm aber auch Glück bringen?

Kampf gegen das System

„Glory“ ist der zweite Spielfilm des Regie-Tandems Kristina Grozeva und Petar Valchanov. Er ist ursprünglich 2016 rausgekommen, zwei Jahre nach ihrem sehr erfolgreichen Debüt „The Lesson“ (unter anderem Gewinner des Hauptpreises des San Sebastian Filmfestivals 2015). Beide Filme basieren auf wahren Begebenheiten. Die zwei Filmemacher erzählen, dass die Filme aus Geschichten entstanden sind, die sie in der Zeitung gelesen haben.

Genau wie „The Lesson“ ist „Glory“ auch eine Erzählung über den Kampf des „kleinen Mannes“ gegen „das System“. Tsanko wird in einen Kampf gegen bürokratische Windmühlen verwickelt, den er nicht gewinnen kann. Sein neu gewonnener Ruhm stellt sein einfaches Leben völlig auf dem Kopf.

„Glory“ ist ein lustiger Film. Obwohl er reißerisch über Missstände in der Gesellschaft berichtet, macht er es stets mit Humor. Ihr denkt bei Bulgarien sicher gleich an Balkan, Korruption. Sicher kommt das in dem Film vor. Und das moralische Dilemma, ob Ruhm auch Glück bringt. Und das gilt ja für alle Menschen.

Was würdest du tun, falls du so viel Geld auf der Straße findest? Ich weiß es nicht.

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