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Szenenbild aus "Deadpool 2"

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Filmflimmern

Filmflimmern

Neu im Kino: „Deadpool 2“, „Der Buchladen der Florence Green“. Außerdem: Was Vincent Gallo grad so macht, Winona Ryder rettet die romantische Komödie, John Travolta tanzt mit 50 Cent und Gaspar Noe findet Lars von Triers neuen Film lustig.

Von Pia Reiser

Deadpool 2

Grad so, als wären männliche weiße Schauspieler um die 50 Mangelware in Hollywood, ist Josh Brolin aktuell nicht nur in „Avengers: Infinity War“ als Thanos zu sehen, sondern auch in der Marvel-hauseigenen Parodie des Superheldengenres: In „Deadpool 2“ gibt Brolin den zeitreisenden Mutanten Cable mit bionischem Arm und gutem Haarschnitt. Ansonsten ist im ätzend-zynischen und selbstreferentiellen Deadpool-Universum alles beim Alten. Der Versuch des Drehbuchs, einen Hauch von echtem Schmerz in die Popkultur-Operette zu initiieren, gelingt nicht ganz. Christoph Sepin verleiht 6 von 10 schnell alternden Witzen, seine ausführliche Review gibts hier.

Der Buchladen der Florence Green

Könnte dem Titel nach ein fadgasiger Programmkino-Blockbuster für das berüchtigte „Toskana-Komödien“-Publikum sein - doch dann lässt der Name der Regisseurin Isabel Coixet („My Life without me“) aufhorchen und dann spielen auch noch Patricia Clarkson und Emily Mortimer mit. Mortimer spielt die titelgebende Florence Green, die in den 1950er Jahren in einer englischen Kleinstadt eine Buchhandlung eröffnet. Und damit macht sie sich nicht nur Freunde. Der muffige Kleinstadtgeist der 1950er Jahre wird durchgerüttelt. Martina Bauer verleiht 7 von 10 „Page turner“.

SZenenbild aus "The Bookshop"

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Außerdem

„The New York Times“ über Cannes, #metoo, weibliche Solidarität und fehlende Repräsentation: Cannes, Where Weinstein Reigned, Reckons With #MeToo Fallout

Wie zu erwarten, lieferte „The House that Jack built“, der neue Film von Lars von Trier, genau jedes Entrüstungspotential, das ein Festival wie Cannes braucht. An die huntert BesucherInnen sollen die Vorführung verlassen haben. Nur Gaspar Noe hat sich köstlich amüsiert und konnte nicht aufhören zu lachen. Die größere Überraschung wäre freilich gewesen, wenn von Trier einen Film gemacht hätte, aus dem niemand rausgegangen wäre. Oder einen, der so richtig gut gewesen wäre. Alle weiteren Horrorfilme, die dieses Jahr für Aufsehen sorgen werden, hat Christian Fuchs hier zusammengefasst.

Apropos Cannes, apropos Skandalfilm. Falls sich jemand gefragt hat, womit Vincent Gallo so seine Zeit verbringt, ein paar Nachmittage lang hat er wohl einen Essay für „Another Man“ geschrieben, in dem der ewig Missverstandene, das einstige Enfant terrible, sich selbst erklärt. Er schreibt über falsch kolportierte Geschichten, Weinstein und Feminismus, oder naja, seine Vorstellung von Feminismus, und endet mit dem ziemlich guten Satz This has been uncomfortable and embarrassing and I do not feel anything productive will come of it. Falls jemand nach Lesen des Texts in Liebe zu Gallo entbrennt und unbedingt Zeit mit ihm verbringen will - oder ein Kind von ihm will. Beides ist gegen Barzahlung noch möglich, mehr Details auf Gallos Website.

Standing Ovations gab es in Cannes für „Rafiki“, einen Film aus Kenia über eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen.

Mobile phones ruined the thriller, so Regisseur Ben Wheatley. Und auch Recherche am Laptop oder am Handy ist meistens im Film nur mäßig spannend anzuschauen. Regisseur Aneesh Chaganty hat mit „Searching“ einen Film gemacht, der ausschließlichauf Computer Screens spielt und von einem Vater (John Cho) erzählt, der seine vermisste Tochter sucht. Trailer gibt es hier. Österreichischer Filmstart ist der 31. August 2018.

Der chinesische Verleihtitel von „Pretty Woman“ ist „I’ll marry a prostitute and save money“. Weitere herrliche Beispiele für absonderliche Verleihtitel gibts hier.

Wenn das rom com-Genre von irgendwas gerettet werden kann, dann von Winona Ryder und Keanu Reeves als misanthropische Hochzeitsgäste: Trailer zu „Destination Wedding“ gibts hier. Winona forever.

Marjane Satrapi, Autorin, Filmemacherin und Zeichnerin („Persepolis“), spricht hier über ihre Anfänge und Einflüsse.

Vulture hat einen Blick auf die Arbeit von Foley Artists geworfen, die die Geräusche für Sexszenen in Filmen beisteuern. "... when kissing gets particularly “lustful... she’ll make “eating sounds” into a microphone".

Weil der Trailer für den neuesten Teil meines Lieblings-Franchise „Mission: Impossible“ veröffentlicht wurde, hier zur Erinnerung die schöne Youtube-Compilation von allen Filmszenen, in denen Tom Cruise läuft.

Und apropos Scientology: John Travolta hat bei einer Party in Cannes sich tanzend zu 50 Cent auf die Bühne gesellt.

Schöner Videoessay zu den Einflüssen von „Call me by your name“.

Und endlich: Die Dance Moves von Childish Gambino aus „This is America“ lernen - von der Choreografin höchstpersönlich.

Termine

Szenenbild aus "Bottle Rocket"

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„Bottle Rocket“ am 18. Mai im Filmcasino, Wien

17.05: Film und Gespräch: Woran ich mich erinnere, Das Kino, Salzburg
17.05: Cinema Next on Tour, Cinematograph, Innsbruck
18.05: Bottle Rocket, Filmcasino, Wien
19.05: Out of the Past, Filmmuseum, Wien
22.05: Jedem Dorf sein Underground, Filmcasino, Wien
22.05: Denen man nicht vergibt, Metro KinoKulturhaus, Wien
22.05: Müllers Büro, Metro KinoKulturhaus, Wien
23.05: Der Himmel über Berlin, Filmhaus, Wien
23.05: Cinema Next on Tour, Moviemento, Linz
23.05: Orlando, Leokino, Innsbruck
25.05: Klub Kaputt: Black Sabbath, Filmcasino, Wien

In diesem Sinn: I don’t think your happiness is quite appropriate. („Bottle Rocket“)

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