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Screenshot aus "FAR: Lone Sails"

Okomotive / Mixtvision

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Archaischer Apparat

Es sieht aus wie ein riesiger Motor, an dem ein großes, zerfleddertes Segel hängt. Dieses seltsame Schiff fährt längst nicht mehr auf dem Wasser, sondern schippert am Boden eines ausgetrockneten Meeres entlang. In „FAR – Lone Sails“ müssen wir mit seiner Hilfe eine untergegangene Welt erkunden.

Von Robert Glashüttner

Naturkatastrophen sind ein Setting, das sich in Romanen, Filmen und Spielen besonders gut für Geschichten eignet. Vielleicht ist es ja in unserer Gegenwart, wo sich gesellschaftliche und politische Situationen immer öfter zuspitzen und der Klimaschutz dabei meist auf der Strecke bleibt, auch irgendwie passend, dass wir uns viel mit solchen apokalyptischen Geschichten befassen. Ist es eine Art Vorbereitung? So eine Weltuntergangs-Story muss man jedenfalls nicht mit dem Holzhammer erzählen, sondern kann sie auch behutsam und mysteriös inszenieren wie in „FAR: Lone Sails“.

Screenshot aus "FAR: Lone Sails"

Okomotive / Mixtvision

Romantischer Verfall

Wir spielen ein kleines, menschliches Wesen. Geschlecht und Alter sind undefiniert, denn wir tragen einen übergroßen Hut und eine Art Cape, unter dem nur die Beinchen hervorschauen. Uns gegenüber steht eine mächtige, aber tote Welt: gestrandete Schiffe, verrostetes Metall und verlassene Häuser. Warum sind wir hier? Was ist passiert und was werden wir auf unserer Reise finden?

„FAR: Lone Sails“ vom Schweizer Indiegames-Team Okomotive ist im Vertrieb von Mixtvision für Windows und Mac erschienen. Versionen für Playstation 4 und Xbox One folgen.

Wir tapsen ein bisschen vorwärts, und da steht auch schon unser einziger Begleiter in der Einsamkeit: diese kuriose Mischung aus Traktor und Boot, die zwar ihre besten Tage bereits hinter sich hat, aber immer noch verlässlich funktioniert, sogar auf dem Trockenen. Beim Durchstreifen der näheren Umgebung finden wir Benzin, tanken voll und tuckern los.

„FAR: Lone Sails“ zelebriert die Stille und lässt uns staunen. Per Knopfdruck können wir wahlweise auf unsere Figur zoomen oder in die Totale schalten – auf diese Weise wird der visuellen Pracht Tribut gezollt und so verliebt man sich in die kleinen Details ebenso wie in die Gesamtkomposition.

Spielerisch gibt es erst mal nicht so viel zu tun, doch irgendwann steht unser Metallkoloss dann doch vor dem ersten unüberwindbaren Hindernis. Nun müssen wir aus dem Gerät klettern, diverse Schalter betätigen, unser Gefährt vor- oder zurückziehen, es mit Seilen an diversen Haken festmachen und so weiter.

Screenshot aus "FAR: Lone Sails"

Okomotive / Mixtvision

Unser Freund, das Boot

Die meiste Zeit sind wir während des Spiels aber damit beschäftigt, uns zu überlegen, was in dieser Welt eigentlich passiert ist. Nebenher will aber auch immer unser Traktorboot gepflegt werden: Neben dem Tanken müssen wir manchmal auch kleine Feuer löschen und Reparaturen vornehmen.

Der letzte Mensch auf der Erde zu sein, wenn ringsherum alle verschwunden sind und die Welt langsam verfällt: Dieses Setting ist nichts Neues, und doch verpasst ihm das kleine Schweizer Indiegames-Team Okomotive etwas Magisches. "FAR: Lone Sails“ ist keine besonders lange, aber eine eindrucksvolle und intuitive Reise durch eine wirklich besonders hübsche Spielewelt.

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