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song zum Sonntag

Einmal runterkommen

Der Song zum Sonntag: Uffie - „Drugs“

Von Christoph Sepin

Wenn es draußen hell wird, wenn das Licht im Club angeht und der Dreck auf der Wand sichtbar wird; wenn die Illusion implodiert und die Utopie von der Realität eingeholt wird; wenn die Hände sich kalt anfühlen und der Kopf heiß, die Augen wehtun und die Beine sowieso; wenn das Sitzen auf den Stufen schöner ist, als das Schlafen im eigenen Bett, dann sollte man Lieder wie „Drugs“ anhören.

Dass sich gerade Uffie, die vor fast einem Jahrzehnt mit Liedern wie „Pop the Glock“ die Scheiß-Drauf-Attitüde der Nu-Rave-Bubble vertont hat, das Hineinstolpern in die Nacht, das dann später von Acts wie Kesha in den Mainstream getragen wurde, dass gerade diese Uffie jetzt den schönsten, sanftesten Wake-Up-Call schreibt, macht diese Popballade noch herrlicher und spezieller und wichtiger als sie sowieso schon ist.

„Drugs“ von Uffie gibt’s hier zum Anhören.

Das ist kein Lied, das irgendwas verherrlicht. Außer die Liebe vielleicht. „The drugs don’t love you like I do, don’t walk away from me tonight“, singt Anna-Catherine Hartley, wie Uffie eigentlich heißt, als schönste Openingzeile des Jahres. Und sagt damit eigentlich schon alles, was gesagt werden muss. Es geht aber trotzdem noch weiter in dieser Hymne übers Gemeinsamsein und gegen den Zeitgeist.

„Dont need your gucci sorrys, I just worry about you darling“. Es ist genug passiert, es ist genug erlebt, wir haben uns das alles schon angesehen und gespürt und gefreut und geweint. Und jetzt reicht es mal. Eine Aufforderung, die ausgestreckte Hand zu nehmen und nach Hause zu gehen. „Its 3 pm and I’m wondering where you are again. Why do I try“.

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  • Auch der geschätzte Wissenschafts- und Popjournalist Thomas Kramar macht sich in der Presse am Sonntag zum jeweils selben Song seine Gedanken.

Und alles baut sich langsam auf, Stück für Stück. Die Vocals, die Instrumente, ein Puzzleteil nach dem anderen. Und wenn der Beat schlussendlich einsetzt, wenn im Hintergrund Melodien herumtänzeln, dann holt sich der Track selbst ein und dann kommt das alles zusammen, jedes Element sorgfältig ausgewählt und platziert und das macht so alles Sinn.

Ein Lied gegen „Throw Your Hands In The Air“ und gegen die Afterhour. Gegen den Strom und gegen die Anderen. Gegen das blöde Tanzen und für das Pause machen. Verpackt in verträumteste Poptöne, das ist hier schließlich trotz allem ein Liebeslied. Und ein perfekt ausgewähltes Comeback für Uffie, groß und schön und hoffnungsvoll. „Don’t walk away from us tonight“.

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