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Waves Vienna Festival im WUK

Christoph Kaltenböck

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Es geht wieder los: Waves Vienna Festival

Neneh Cherry, The Go! Team, Culk, Ilgen-Nur: Auch in der 8. Ausgabe des Wiener Club-und Showcasefestivals gibt es neben Conferences und Workshops vor allem spannende, bewährte und neue Livemusik zu entdecken. Ein kleiner Guide durchs Festivalprogramm.

Von Lisa Schneider

Bekanntlich ist der Herbst die schönste Jahreszeit für die Musik, zumindest für die Musikindustrie: unzählige Alben werden veröffentlicht, die großen Festivalbühnen des Sommers werden wieder von Einzelclubshows abgelöst. Und genau an dieser Schnittstelle grätscht Österreichs erfolgreichstes Club- und Showcasefestival - das Waves Vienna - nun schon zum achten Mal hinein.

Das Waves Vienna Festival findet rund um das Wiener WUK von 27. bis 29. September statt.

Zum heuer dritten Mal befindet sich die Festivalzentrale, um die herum sich alles spielt und dreht, im und rund um das Wiener WUK. Das ist nicht nur wegen des roten Weinlaubes, das sich im September immer dunkler färbt, wunderschön; es ist auch für die womöglich auf den großen Sommerfestivals wundgelaufenen Füße gut, die Venues befinden sich nämlich in nur minutenlanger Gehweite voneinander entfernt.

Neue Locations & Festival Conference

Eule Waves

Waves Festival

Im Wiener WUK selbst werden heuer vier Bühnen bespielt, auch im Nebengebäude der Modeschule HLMW9 wurde von drei auf vier aufgestockt. Dafür fallen leider die fabelhafte Venue Canisiuskirche sowie das Schuberttheater heuer weg. Erhalten bleiben als Venues weiterhin die retro-schicke Tanzbar Palme im Untergeschoß des Café Weimar sowie die Bar Clash gleich um die Ecke.

Wer nicht nur abends die Livekonzerte genießen, sondern auch tagsüber in die aktuellen Diskussionen der zeitgenössischen Musikindustrie eintauchen will, ist auf der Waves Music Conference richtig. Sie findet parallel zum Abendprogramm statt, es netzwerken dort - auch im Rahmen von Workshops - MusikexpertInnen, VeranstalterInnen, LabelbetreiberInnen, BookerInnen, JournalistInnen oder MusikerInnen.

Das Wichtigste im Überblick

Eine Liste aller auftretenden Bands gibt es auf der Seite des Wave Festivals, dort gibt es auch den Timetable mit allen Zeiten und Orten der auftretenden Bands, sowie einen genauen Plan der Waves-Venues.

Das ganze Programm der Conference, die rund ums Livemusikgeschehen stattfindet, gibt es hier.

Das Waves Vienna hat auch heuer wieder eine Youtube-Playlist mit Songs der teilnehmenden Artists erstellt. Zur gemütlichen Einstimmung!

Die Tickets gibt es auf wavesvienna.com:
Festivalpass: 55 Euro, Tagespass Donnerstag: 24 Euro, Freitag/Samstag: 28 Euro

Musiktipps Kategorie: immer gut

Wo anfangen, ja, wo nur anfangen? Das Line-Up ist nur so gespickt von großartigen Künstlern und Künstlerinnen, es sind an die 100, die heuer gebucht worden sind. Das Booking zieht sich sehr erfolgreich durch alle möglichen Genres, von Dub bis Postrock, von Indiepop bis Hiphop ist alles dabei. Auch hier ist das Waves Festival zwar zuallererst ein Festival, um spannende, noch unbekanntere Bands vorzustellen - immer wieder aber gibt es auch schon Bekanntes neu zu genießen.

Festivalchef Thomas Heher hat seinen Tipp und, wie er sagt, das „am meisten ersehnte Booking seiner Karriere“ hinbekommen: er lädt die schwedische Hiphop-Künstlerin Neneh Cherry ein, nach Wien zu kommen. Auch mit der englischen Indiepopband The Go! Team kommen alte Bekannte ins Wiener WUK.

Mile Me Deaf spielen am Freitag, 28. September, um Mitternacht auf der Ottakringer Stage.

Aus der hiesigen Musikszene gibt es die Szene-Lieblinge Mile Me Deaf rund um Wolfgang Möstl zu sehen; noch im Herbst erscheint mit „HDD Backup“ eine Doppel-LP auf Vinyl, die Altes, Neues, Raritäten und Kuriositäten der Wiener Psychedelic-Krautrock Band vereinen wird. Das Trio Dives, das ein fulminantes Jahr mit erfolgreichen Releases und vielen Liveauftritten hinter sich hat, steht ebenfalls auf der Bühne - bleibt zu hoffen, dass es vielleicht schon den ein- oder anderen neuen Song nach dem Release ihrer ersten EP zu hören gibt.

Musiktipps Kategorie: zum frisch Entdecken

Hits mitträllern, das hat was. Im WUK-Hof sitzen und sich gemütlich von einer zur nächsten Bühne treiben zu lassen, auch!

Chad Valley steht am Freitag, 28. September um 1.30 auf der Bühne des WUK Foyer.

Nicht verpassen sollte man etwa den Auftritt des aus der Oxforder Kreativszene stammenden Chad Valley (seines Zeichens auch ein enger Freund von Alleskönner Twin Shadow). Mit seinem aktuellen Album „Imaginary Music“ tourt er gerade durch Europa, mit einer angenehm dosierten Ladung an weichem Chill-Wave, 80er-Jahre Synthesizern und Liveshows, die Körper und Seele wie dick gepolsterte Bettdecken einhüllen.

Culk spielen am Samstag, den 29. September um 21.15 auf der Deezer Next Stage.

Einlullen lassen kann man sich gut und gern auch von der Stimme, die Sophie Löw ihrer Band Culk schenkt: eine der wohl spannendsten Neuentdeckungen der Wiener Gitarrenszene, genreaffin bei Siluh Records untergekommen, werden die Saiten hier mal hofiert, dann wieder geschrammelt. Shoegaze- und Postpunkschnipsel, das entsprechend Tiefe, Düstere, Traurige; satte Selbstironie aber und herrliche Single-Betitelungen wie „Begierde/Scham“ retten vor der tiefsten Melancholieschlucht. Hier kann man womöglich bei der Geburtsstunde von etwas Großem dabei sein, es ist einer der ersten Live-Auftritte, das Debutalbum von Culk erscheint Anfang nächsten Jahres.

Stimmungsähnlich sei an dieser Stelle gleich noch der cremige Düsterpop des Wiener Duos Dramas empfohlen, die slowenische Dreampop/Shoegazeband Haiku Garden (ihre Single „Rosetta“ wurde von KEXP zum Song des Tages ernannt), oder aber die als Geheimtipp der Londoner Szene gehandhabten Gitarrenliebhaber von Warmduscher.

Ilgen-Nur spielt am Samstag, den 29. September um 20.00 auf der Open Air Stage.

Als neue Slacker-Königin wird in Deutschland schon seit Beginn des Jahres Ilgen-Nur gefeiert. Die trotzige, und trotzdem gut gelaunte Gitarre, Songs übers Ver- und Entlieben, Schmerz, Lust, Bier und das Leben - so würde Mac DeMarco das wohl auch gerne hören. Wer diese locker-lässig und im besten Sinne überdrüssige Stimmung weiter genießen will, unbedingt die brandneue Wiener Band Pauls Jets und die amerikanische Indierockband Paramount Styles ansehen/anhören.

Gastländer: Portugal und Slowakei

Rodrigo Leão tritt am Donnerstag, 27. September um 22.30 in der WUK Halle auf.

Auch heuer hat das Waves Vienna Festival wieder zwei Gastländer eingeladen, diesmal Portugal und die Slowakei. Aus beiden Ländern werden Acts zu sehen sein: etwa das experimentelle Elektronik-Kollektiv Holy Nothing aus Porto, oder den sicher ganz besonders speziellen Auftritt des portugiesischen Komponisten und Musikers Rodrigo Leão. Er ist maßgeblich für den Erfolg des portugiesischen Ensemble Madredeus verantwortlich, hat auch schon sehr erfolgreich Filmmusik geschrieben. Zum 25. Jubiläum seiner Solo-Karriere hat er 2018 gleich drei Studio- und Liveaufnahmen veröffentlicht. Es wird also nicht nur Elektronik und Pop, sondern auch klassische und traditionelle portugiesische Musik am Waves zu hören geben.

Neoklassik gemischt mit Soul und Jazz präsentiert dagegen die slowakische Künstlerin Andrea Bučko. Die eigentlich aus Bratislava stammende Musikerin lebt mittlerweile in Wien, und wenn sie nicht gerade am Waves Festival auftritt, fühlt sie sich vor allem im Wiener Jazzclub Porgy & Bess zuhause.

Waves Festival App

Um auch unterwegs alles im Blick zu haben und einen individuellen Waves-Plan zu erstellen, gibt es hier die Waves-App als Download.

Das Obige als eine kleine Zusammenfassung an Tipps, von denen es natürlich noch viele, viele mehr gibt. Individuell kann man sich einen eigenen Waves-Festival-Stundenplan erstellen, auch heuer wurde wieder eine eigene App dafür angelegt. Full-Festival-Tickets sowie Tagestickets sind noch auf der Waves-Homepage erhältlich.

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