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Graveyard Keeper

Lazy Bear

game

Morbider Remix

Im „Stardew Valley“-Epigonen „Graveyard Keeper“ managen wir statt eines Bauernhofs einen mittelalterlichen Friedhof - Leichenfleddern inklusive.

Von Rainer Sigl

Kämpfen, schießen, überleben: In den meisten Videospielen geht es ganz schön stressig zu. Eigentlich kein Wunder, dass wie als Ausgleich ausgerechnet ein friedlicher Bauernhofsimulator in Pixel-Optik der Indie-Bestseller des letzten Jahres war. „Stardew Valley“ hat Millionen Spielerinnen und Spieler begeistert und seinen Schöpfer reich gemacht.

So viel Erfolg schreit nach Nachahmung: Das Indiespiel “Graveyard Keeper” nimmt sich mit der Offenherzigkeit und Liebe überzeugter Epigonen das große “Stardew Valley” zum Vorbild - mit einem entscheidenden Unterschied. Anstatt einen Bauernhof zu bestellen, sind wir hier als Friedhofswärter unterwegs - und statt zuckersüßem Landleben regiert bitterböser schwarzer Humor.

A scheene Leich’

Gestorben wird bekanntlich immer, aber in “Graveyard Keeper” halten uns nicht nur Beerdigungen auf Trab. Irgendwie sind wir in diesem mittelalterlichen Fantasy-Dörfchen nämlich auch noch in jede Menge andere ziemlich finstere Machenschaften verwickelt. Als Totengräber sorgen wir etwa gleichzeitig für die Frischfleischzufuhr in der lokalen Taverne, Leichenfledderei ist ein Kavaliersdelikt und auch Hexenverbrennungen stehen hin und wieder mal auf dem Programm.

Wer „Graveyard Keeper“ spielt, braucht angesichts dieser makabren Themen trotz niedlicher Pixelgrafik einen guten Magen; der sympathisch selbstironische Humor des Spiels bewahrt es aber zum Glück vorm Abgleiten in allzu geschmacklose Untiefen.

Graveyard Keeper

Lazy Bear

Busy, busy, busy

Spielerisch bleibt „Graveyard Keeper“ seinem Genre treu und überhäuft uns mit Beschäftigungsmöglichkeiten. Nach und nach schalten wir Technologien, Areale und Aufgaben frei - vom Bauen und Craften, Landwirtschaft, Fischen, Handeln, Friedhofspflege, Nebenmissionen bis hin zur Nachbarschaftspflege mit den NPCs des Spiels - auch wenn im Gegensatz zu „Stardew Valley“ die Romantik eher zu kurz kommt.

Erschienen ist “Graveyard Keeper” für WIndows, Mac, Linux und XBox One.

Dabei lässt uns das Spiel dankenswerterweise so viel Zeit, wie wir wollen. Rasante Fortschritte macht man angesichts des ausladenden, vielfach in sich verschachtelten Forschungs- und Craftingbaums hier nicht. Immerhin müssen wir so gut wie alles aus sammelbaren Rohstoffen selbst zusammenbauen - vom eisernen Nagel über Werkzeuge bis hin zur Weinpresse oder Grabdenkmälern. Die meiste Zeit verbringen wir damit, Material zu sammeln und verschiedenste kleine und große Bauprojekte voranzubringen. Die Fantasy-Story sorgt dafür, dass wir nicht völlig ziellos sind.

Vor allem zu Beginn droht das Überangebot an Möglichkeiten, uns etwas zu überfordern, doch nach kurzer Einarbeitung und/oder Konsultation diverser Wikis findet man sich in diesem makabren Remix doch zurecht. Dann entfaltet „Graveyard Keeper“ fast denselben Sog wie das große Vorbild “Stardew Valley” - nur eben mit einer Extraportion morbidem Charme.

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