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Bob Moses

Zackery Michael

artist of the week

Tearing Me Up Again

Mit ihrem ersten Album sind Bob Moses um die Welt getourt. Auf der zweiten Platte lässt das Duo aus Vancouver die dadurch gelernten Erfahrungen mitschreiben. Bob Moses sind unser Artist of the Week.

Von Christoph Sepin

Es ist gleich mal ein Zitat, mit dem Jimmy Vallance von Bob Moses das Interview zur zweiten Platte „Battle Lines“ beginnt: „Klinge, wie deine Einflüsse, aber auch wie du selbst“. Eine Erfolgsstrategie, die die Gruppe aus Vancouver bereits am ersten Album anwandten.

In den frühen 2010ern, aus der damals populären Spielrichtung der House-Musik rausgewachsen, versuchte die Band nie, die wirklich frühen Inspirationen komplett zu ignorieren. Bands wie Nine Inch Nails, Radiohead und Oasis zählt Vallance auf. Gruppen, die melancholische Sounds und Lyrics praktizieren, das aber gleichzeitig in eingängige Pophooks verpacken.

Hier sind Bob Moses zuhause. Zusätzlich kommt bei den beiden aber auch noch der Einfluss der Clubkultur dazu. Tanzmusik für Tagträumereien, Lieder zum Nachdenken, zum Kopfnicken, aber auch als Soundtrack zum ausgiebigen Eskapismus des Nachtlebens.

Mit dem größten Hit zum Grammy

Das erste Album von Bob Moses hieß „Days Gone By“ und erschien im Jahr 2015. Gespielt in den Radiostationen, auf den Streamingplattformen und in den Clubs tourten die beiden Kanadier damit bald um die Welt und gewannen für einen Remix ihres größten Hits „Tearing Me Up“ einen Grammy. Manche dieser Erfahrungen beeinflussten die Aufnahmen zum gerade erschienenen zweiten Album der Band, andere wieder nicht. Den Druck, noch einen mit Awards ausgezeichneten Song zu schreiben, spüren Bob Moses nämlich nicht.

„Natürlich haben wir uns geehrt und privilegiert gefühlt, dass wir nominiert worden sind und gewonnen haben“, sagt Vallance. Aber: „Wir machen die Musik, weil wir sie lieben. Falls diese Platte keine Awards und Auszeichnungen gewinnt, ändern sich meine Gefühle dazu auch nicht“.

Feedback bringt Veränderung

Was hat sich also verändert vom ersten zum zweiten Album? Was hat Bob Moses beeinflusst in den letzten Jahren? Vor allem das Touren durch verschiedenste Länder und die unterschiedlichen Leute, die man dadurch getroffen hat. „Wir haben realisiert, dass die Herausforderungen, über die wir auf dem ersten Album geschrieben haben, nicht so persönlich oder isoliert sind, wie gedacht. So viele Leute können sich damit identifizieren. Und davon ist das Album beeinflusst.“

„Battle Lines“ heißt die neue Platte und um diese Battle Lines geht es auch darauf: Auf einem zwischenmenschlichen Level, aber auch auf einer globalen Ebene. Bob Moses leben schon seit Längerem in den USA und sehen das Land als einen „Battleground for change“ und einen Ort, an dem zurzeit polarisierende Meinungen zu sozialen und politischen Aspekten aufeinandertreffen. „Ein Kommentar darüber, wo wir gerade sind“, den kann man auf „Battle Lines“ finden.

Messages, verpackt in schönste verträumte Elektronik. Entspannte Klangwolken und dem Chillwave nicht abgeneigte Kompositionen gibt es auf „Battle Lines“ zu hören. Dass sich das alles beim ersten Anhören vielleicht doch besser zum Herumliegen zuhause als zum Tanzen in den Clubs eignet, ist sogar Bob Moses klar: „Ich würde sagen: Zum erstmaligen Hören ein paar Kopfhörer aufsetzen, in der Nacht. Es gibt nämlich ein paar schöne Audiodetails, die man sonst versäumen könnte“. Eine Anleitung, die man ruhig so nachmachen kann.

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