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Udo Kier

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Filmflimmern

Filmflimmern

Das /slash ist eröffnet - und was sonst noch in der Filmwelt passiert ist.

Von Pia Reiser

Wackersdorf

Sein Film „Wackersdorf“ erzähle vom „Entstehen der Zivilgesellschaft in Bayern“, so Regisseur Oliver Hafner. In den frühen 1980er Jahren wird der Bau einer atomaren Wiederaufbereitungsanlage in der Oberpfalz geplant. 3000 neue Arbeitsplätze, Sicherheit, Wohlstand und alles eine blitzsaubere Angelegenheit, so phrasendreschen die Herren von der Industrie und der CSU. Nur SPD-Landrat Hans Schuirer (Johannes Zeiler) wird stutzig. Haben die Körndlfresser doch Recht mit ihrem Protest? Filme über wahre Begebenheiten können oft allzu erklärerisch daherkommen, „Wackersdorf“ aber ist ein packendes Politdrama mit Heimatfilm-Motiven, die neu gedeutet werden. Ein Film, der von der Kraft der Protestkultur und der Macht der Zivilgesellschaft erzählt. Und: endlich mal ein Film, der in Bayern spielt und kein halblustiger Knödelkrimi ist. Dafür gibts 8 von 10 „Atomkraft, nein Danke“-Sticker.

Szenenbild "Wackersdorf"

Thimfilm

Shut Up and Play the Piano

Warum hat das denn so lange gedauert? Seit 20 Jahren ist Gonzales als Musiker und bestmögliche Reinkarnation des so altmodisch klingenden Begriffs Entertainer auf Bühnen unterwegs, jetzt gibt es endlich eine Dokumentation, die uns mit mehr hervorragendem Material aus den reichhaltigen Gonzo-Archiven versorgt. In „Shut Up and Play the Piano“ kommen WegbegleiterInnen und KollaborateurInnen wie Peaches, Feist, Jarvis Cocker und Mocky zu Wort, interviewt wird Gonzales von Sybille Berg. Eine starbesetzte Doku, doch Gonzales, dem Wortwitz-Zampano im Bademantel, kann natürlich niemand die Schau stehlen. Natalie Brunner verleiht 8 von 10 „Honk if you’re a genius“ bumper sticker. Am Sonntag, 23.09 gibt es in Connected ein Interview mit „Shut Up and Play the Piano“-Regisseur Philipp Jedicke zu hören.

Gonzales

Stadtkino

Cops

Das Wort actiongeladen braucht man eher selten, wenn man über den österreichischen Film spricht, doch das war vor „Cops“. Stefan Lukacs hat mit seinem Film über einen traumatisierten Alphamann der Spezialeinheit WEGA einen Weg gefunden Action, Drama - und Roland Düringer zu verbinden. Jan Hestmann verleiht 8 von 10 Wega-Helmen und sein Interview mit Regisseur Lukacs kann man im FM4 Player nachhören.

Szenenbild aus "Cops"

filmladen

Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Torture Porn mit antikapitalistischer Botschaft aka „Hostel“, das fällt einem ein, wenn man an Eli Roth denkt. Oder an seine Rolle als Bear Jew in „Inglourious Basterds“. Oder, dass er eines Abends mal Christoph Waltz erklärt hat, wie Twitter funktioniert. Nun wendet sich Roth paradoxerweise dem kinderfreundlichen Kino zu und inszeniert mit „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ eine Gothic Novel, die 1973 erschienen ist und vom grandiosen Edward Gorey illustriert wurde. Die roalddahl-eske Geschichte erzählt von einem Waisenjungen, der bei seinem Onkel lebt und bald feststellt, dass der Onkel ein Zauberer und die Nachbarin eine Hexe ist. Mit dabei sind Jack Black, Cate Blanchett und Kyle McLachlan, Natalie Brunner verleiht 7 von 10 doomsday clocks.

Szenenbild "The house with a clock in its walls"

Disney

Außerdem

Das /slash Filmfestival ist eröffnet! Donnerstag Abend standen da dann tatsächlich Udo Kier und später Nicolas Cage zwischen Festivaldirektor Markus Keuschnigg und Riem Higazi auf der Bühne des Gartenbaukinos. Kier, tänzelnd und in Plauderlaune mit diesen stechenden, leuchtenden Augen, die wohl bis in die letzte Reihe geleuchtet haben. Nicolas Cage dann mit Sonnenbrille, weil die Lichter so hell seien und mit einer Jacke, die man nur als ein Update der „Wild at heart“-Schlangenlederjacke sehen kann und wild at heart könnte ja auch ein Motto des /slash sein. Der Eröffnungsfilm „Mandy“ mit Nicolas Cage war dann ein surrealer, verstörender, hypnotischer Sog.

Apropos „Wild at Heart“: David Lynch wird gemeinsam mit Angelo Badalamenti ein Album veröffentlichen.

„Glücklich wie Lazarro“ wird die Viennale eröffnen und Regisseurin Alice Rohrwacher wird zur Viennale anreisen

Auch als Superheldin ist man nicht vor dem Zuruf von Männern gefeit, mal mehr zu lächeln. Nachdem jemand Brie Larson als Captain Marvel ein paar strahlende Lachgesichter gephotoshoppt hat, gab es als Gegenreaktion auch plötzlich Bilder von Captain Strange und Iron Man mit fröhlichem Stock-Photo-Lachen.

Mit dem sogenannten „Alpha Program“ will Sony Regisseurinnen und Fotographinnen fördern.

Xavier Dolan ist ein Leonardo-DiCaprio-Fan wie wir alle und hat einen Brief veröffentlicht, den er als Achtjähriger an DiCaprio verfasst hat, die eigene Begeisterung in gezügelte Worte gefasst - You play very well. Nachzulesen hier.

Alle, die gar nichts, aber so wirklich gar nichts verstanden haben, können zu Halloween jetzt ein sexy „Handmaid“-Kostüm überwerfen.

Endlich eine Doku über M.I.A - Trailer gibt es hier.

Das erste Bild, das Joaquin Phoenix als Joker zeigt - und auf dem er aussieht wie ein Cousin von Anton Chigurh, lässt mich hoffen, dass es in dem Film dann auch über die Probleme von StirnfransenträgerInnen geht.

Nicht nur Wes Anderson, auch Danny Boyle wird nun ein Musical drehen.

Ihr vermisst Winona Ryder im Flanellhemd, Joe Keerys Haar-Expertise und die leichte Sehnsucht nach den 1980er Jahren? „Stranger Things“ Season 3 werden wir erst im Sommer 2019 sehen, doch hier ist versammelt, was man bereits darüber weiß.

Ich hab zweimal in den letzten zwei Jahren vergessen, an der richtigen U-Bahn-Station auszusteigen, einmal, weil ich über Pete Campbell in „Mad Men“ nachgedacht hab und einmal, weil ich so versunken in den true crime Podcast „Dirty John“ war, die wahre Geschichte über einen bedrohlichen Con Man. Eric Bana wird nun dirty John in der gleichnamigen Serie spielen.

Was passiert mit der Figur Roseanne, nachdem Schauspielerin Roseanne Barr wegen eines rassistischen Tweets aus der Serie geworfen wurde und die Geschichte der Familie Conner nun - ohne Roseanne - als „The Conners“ weitererzählt wird? Opiod Overdose!. Was wird Roseanne Barr machen, wenn „The Conners“ anläuft? Nach Israel reisen.

Üblicherweise, wenn zwei Frauen in einem Film die Hauptrollen spielen, wird eine von ihnen früher oder später mit einer Krebsdiagnose konfrontiert werden, sie sind beide auf der Suche nach einem Mann oder die beiden rasen mit einem Auto über die Klippe. Momentan gibt es auffallend mehr Filme mit weiblichen Hauptfiguren in klassisch männlichen Genres. Auch der Stereotyp des male cop bekommt Konkurrenz.

Vulture hat eine Analyse der neuen Archetypen der Oscarfilme

Termine

szenenbild "sweet charity"

gartenbaukino

Eine meiner Lieblingstanzszenen ever, choreographiert von Bob Fosse, kann man am Sonntag auf Großleinwand sehen: „Sweet Charity“ im Gartenbaukino

20.-30. 09: /slash Filmfestival, Wien
14.09-02.10: Spike Lee Tribute im Gartenbaukino, Wien
21.09: Marnie, Burgkino, Wien
2.09: To Be or Not to Be, Das Kino, Salzburg
22.09: La Strada, Das Kino, Salzburg
23.09: Sweet Charity, Gartenbaukino, Wien
24.09.-28.09.: Balkanale Filmtage, Ottakringer Straße, Wien
24.09: Deutschland im Herbst, Filmmuseum, Wien
25.09: 2001 - A Space Odyssey, Burgkino, Wien
27.09: Her, Das Kino, Salzburg

In diesem Sinn: Oh, men! You say „no thanks“ to one of them and BINGO! You’re a candidate for the funny farm. („Marnie“)

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