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Kilo Kish

Kilo Kish

When I Think of You

Der Song zum Sonntag: Kilo Kish - „Elegance“

Von Christoph Sepin

So lange wiederholen, bis man es auch sicher nicht vergisst: Knapp ein dutzend Mal singt Kilo Kish die Zeile „When I think of you“ in Richtung der Person ihrer Zuneigung in der surrealen Liebesgeschichte „Elegance“. Denn wenn sie an sie denkt, dann fallen ihr zahlreiche Assoziationen und Gedanken, Erlebnisse und Träume ein.

Es ist ein einzigartiger Zugang mit Plan, den die als Lakisha Kimberly Robinson geborene Musikerin aus Florida beim Schreiben ihrer neuen EP „Mothe“ gehabt hat. Sie habe sich für die Platte als digitale Videospielfigur neu erfunden, so Kilo Kish in einem Interview. Und war inspiriert von Videospielen der 90er und 2000er, Final Fantasy, Bust a Groove und Trip-Hop-Musik.

Das Resultat ist, was viele von 90er-Nostalgie beeinflusste Musiker und Musikerinnen versuchen, aber wenige wirklich gut schaffen: Einflüsse nehmen, umdrehen, verzerren, samplen, verändern und dann ein eigenes Ding daraus machen. „Elegance“, das vorletzte Lied auf der neuen EP, ist eine Nummer, die das mit spürbarer Leichtigkeit schafft. Ein Lied, das wirkt, als ob es problemlos und ungezwungen erschaffen, geschrieben und produziert wurde.

Als behaglicher Rauschzustand präsentieren sich nicht nur die verwendeten Instrumente, Samples und Vocals von „Elegance“, sondern auch das dazugehörige Musikvideo. Als Ballerina verkleidet und mit verwackelter Kamera gefilmt, tänzelt Kilo Kish darin mit einer Gruppe von Menschen in Tierkostümen durch Tokio bei Nacht, geht trinken und Karaoke singen, bis schließlich der Morgen hereinbricht.

  • Alle Songs zum Sonntag auf FM4
  • Auch der geschätzte Wissenschafts- und Popjournalist Thomas Kramar macht sich in der Presse am Sonntag zum jeweils selben Song seine Gedanken.

Die Gedanken, die Kilo Kish hat, wenn sie an den Menschen ihrer Aufmerksamkeit in „Elegance“ denkt, die sind wirklich und unwirklich zugleich: „You come to me all busted at the seam. You come to me like when I think of a dip in the pool“, heißt es da einmal. Dann driftet die Musikerin wieder in futuristische Traumvorstellungen ab: „They let us circle earth in metal tubes. They let us fly these tubes across the planet!“ Und doch bleibt hier alles echt und greifbar und nachvollziehbar, in all den wabbernden Klängen und verwaschenen Vocals, den verträumten Bildern und übereinander stolpernden Assoziationen.

Am Ende des Musikvideos wird dann alles endgültig klar, als die Musik stoppt, Kilo Kish ins Taxi steigt und nach Hause fährt: Das ist hier ein Lied über die Nacht und ihre Abenteuer, über Neonschilder, dunkle Bars und das herrliche Verliebtsein.

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