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Kid Simius

Kid Simius

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Ein große Verbeugung vor Kid Simius

Der vielseitige Produzent zieht für uns auf „Planet of the Simius“ alle Register seines Könnens: Acid House, Pop, Rap, sizilianische Arbeiterlieder, Kolumbianerinnen die ihren Typen zusammenpfeifen. Beat gewordene Flamencoschritte treffen auf kolumbianische Discomoderatoren. Genre egal, Spaß ist die Hauptsache.

Von Natalie Brunner

Kid Simius kam vor zehn Jahren aus dem Süden Spaniens, aus Granada, nach Berlin und hat sich auf vielen Stationen des großen Musik-Spielplatz Berlin getummelt. Er wird gerne als DJ in von Freitag bis Montag offenen Clubs gebucht, die es nur in Berlin gibt. Außerdem ist er ist DJ und manchmal Producer des deutschen Rapstars Marteria und hat durch sein Projekt Man & Mule mit Bonaparte und auch als Remixer Eindruck hinterlassen.

Seit einem Jahr gibt es online eine empfehlenswerte Doku über Kid Simius, in der viele Kolleginnen und Zusammenarbeitsparterinnen zu Wort kommen: Bonaparte, Sirus Mo, Mouse on Mars, Paul Kalkbrenner und viel mehr deren Wege sich denen von Kid Simius gekreuzt haben.

Auch die Freundin von Kid Simius erzählt dort Dinge, die auch ich mir hinter meine vom Nachtleben leicht beschädigten Ohren schreiben kann. Das Finale ist einfach schön: Kid Simus und sein Bruder sind zu Besuch bei der Oma in ihrer Heimatstadt bevor sie die Stadthalle von Granada nach Strich und Faden zerlegen. Viele der Nummern die jetzt auf „Planet of the Simius“ zu hören sind haben in dieser Doku ihren Anfang.

Kid Simius hat das Talent, sich in die musikalischen Visionen von Kolleginnen hineinhören zu können, deshalb war er auch in den letzten Jahren so gefragt für alle möglichen Zusammenarbeiten.

Auf seinem neuen Album „Planet of the Simius“ sind wir in seiner Welt angekommen. Er hat genau das Album gemacht, das er selbst in einem Stück gerne durchhören würde. Kid Simuis hat mit vielen Dingen recht, aber mit einer Sache besonders: „ Man muss selber Fan von Musik sein, um Musik machen zu können die andere begeistert.“

Ich mag seine Produktionen weil sie verspielt und euphorisch sind, ihre positive Grundstimmung sofort überspringt. Umso größer die Freude und der Spaß beim Hören von „Planet of the Simius“ wenn Kid Simius persönlich einem die vielen Geschichten erzählt, wie und woher die Sounds und Stimmen kommen die Eingang auf seiner Platte gefunden haben:

Da wäre zum Beispiel die Frau im Nachbarbungalow in Cartagena in Kolumbien, die jeden Tag in der Früh ihren Typen in bester und dramatischster Telenovela-Manier herunterputzt. Oder der Plattenflohmarkt, ebenfalls in Kolumbien, wo er eine Platte gefunden hat, die keine Kompilation von 70er Disco ist, sondern ein auf Vinyl gepresstes Promotion Werkzeug, auf dem ein Sprecher beschreibt was auf der Kompilation zu hören ist. Nachzuhören jetzt mit von Kid Simius produzierter Musik auf dem Track „Disco Basica“.

Die Nummer „Spanish Footwork“ ist genau dass, was der Name sagt. Keine Reminiszenz an den Chicago House Nachfahren Juke und den dazugehörigen Tanzkunst Footwork, sondern der Geniestreich von Kid Simius, die Tanzschritte einer Flamencotänzerin aufzunehmen und daraus einen Track zu machen.

Der Opener und der Titeltrack des Albums „Planet of the Simius“ hat die Euphorie eines Soundtracks einer lateinamerikanischen Version von Magnum, soviel Retro Charme lässt nicht nur die Herzen von Kindern der 80er Jahre schneller schlagen. Egal ob ich die Nummer zum Frühstücks Café oder im Club höre, sie macht mich glücklich.

Die Welt erscheint weniger grau und gemein, und da ich es nach dem Hören wahrscheinlich auch bin: große Verbeugung vor Kid Simius.

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