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Girlsplaining

Katja Klengel

Comic

Girlsplaining

In der Comicserie „Girlsplaining“ erklärt Katja Klengel die Welt einer jungen Frau. So geht eine gute Sexkolumne.

von Zita Bereuter

Man muss Katja Klengel nie begegnet sein, und kann dennoch äußerst intime Dinge von ihr wissen: ihr erstes Schamhaar bemerkte sie mit neun, Selbstbefriedigung verschaffte sie sich mit einem alten Handy und ihr erster Sex war nicht besonders berauschend. Manche haben schon Probleme, sowas ins Tagebuch zu schreiben. Katja Klengel erzählt es. Und zeichnet es. Und das ist gut so. Sehr gut!

Girlsplaining

Reprodukt

„Girlsplaining“ von Katja Klengel ist im Verlag Reprodukt erschienen.

„Girlsplaining“ nennt Katja Klengel ihre Comickolumne, die auf dem feministischen Blog „Broadly“ erschienen ist. Hinter dem Titel verbirgt sich ihr Versuch, sich Gehör zu verschaffen und endlich über die Themen zu philosophieren, die sie für wichtig erachtet. Gleichzeitig steckt hinter dem Titel auch, dass sie ihrem 15-jährigen Ich etwas „explaint“ - also erklärt. Denn die 15-jährige hatte durchaus ihre Zweifel und Unsicherheiten.

Sex in the City ...

Girlsplaining ist eine Art Sexkolumne. Wie Carrie Bradshaw von "Sex and the City“ träumt auch Katja Klengel - zumindest im Comic - davon, auf Bussen zu werben.

Denn „Sex and the City“ hat Katja Klengel als Teenager erst mal beeindruckt. Dass im Fernsehen so offen über Sex geredet wird, war ihr neu. So wirklich glücklich war sie mit der Serie allerdings nicht. „Weil es nicht darum geht, den eigenen Körper zu erforschen und zu schauen, was lustvoll ist, sondern darum, was dem Typen gefällt.“

Außerdem würden sich die Frauen da auch nicht trauen, „mal auf den Tisch zu hauen und zu sagen: Das ist doch Scheiße.“ Katja Klengel aber traut sich das. Und so erkennt sie schon am Ende ihrer ersten Kolumne:

„Vielleicht mach ich einfach das, was ich fühle. Vielleicht muss ich ja gar nicht die Carrie Bradshaw der Comicszene sein. Es reicht, wenn ich die Katja Klengel der Comicszene bin und Comics mache, in denen ich ganz ich selbst bin, oder?“

Also erzählt sie von intimsten Dingen. Vom ersten Schamhaar zur Menstruation, von früher Selbstbefriedigung – mit dem Handy bis zum ersten Sex. Von Bodyshaming über Sexismus zu gendergerechtem Spielzeug bis zur Kinderfrage.

Mit allen Überraschungen, Schwierigkeiten und Enttäuschungen. Beim Lesen begleitet man Katja Klengel auf ihrem Prozess der Erkenntnisgewinnung.
Das ist erfrischend ehrlich, lustig, leicht und unterhaltsam, aber nicht oberflächlich. Noch dazu prächtig gezeichnet – in schwarzweiß mit rosa. Katja Klengels Liebe zu Mangas wie Sailor Moon ist unverkennbar.

„Girlsplaining“ hätte Katja Klengel gerne selber schon mit 15 gelesen: „Das hätte mir glaube ich sehr geholfen. Dann hätte ich wohl die Bravo und in-touches dieser Welt beiseite gelegt und mich daran gefreut. Weil ich auch als 15-jährige ein Nerd war und dies ganzen popkulturellen Einflüsse super gefunden hätte.“

Katja Klengel liest am 14.12. in der Hauptbücherei in Wien

Am Ende des Buches erwähnt Katja Klengel einige Werke aus der Popkultur, die ihr wichtig sind: Bücher, Filme, Comics, Serien. Ihre eigene Comicserie „Girlsplaining“ sollte dringend in jede Liste für schlaue nerdige Feministinnen aufgenommen werden.

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