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Tetris

Tetris Effect

Tetris, Dodecatris, Decahexatris

„Tetris“ ist ein absoluter Games-Klassiker. Der japanische Designer Tetsuya Mizuguchi hat das 35 Jahre alte Puzzlegame mit einem aufwendigen Remix nun in die Gegenwart gebracht.

Von Robert Glashüttner

Die meisten Menschen kennen das russische Volkslied „Korobeiniki“ aus dem 19. Jahrhundert. Dieses Wissen entspringt allerdings selten Geschichtsbüchern und alten Tonaufnahmen, sondern einem der bekanntesten Videospiele überhaupt: „Tetris“. Das 1984 vom Mathematiker und Softwareentwickler Alexey Pajitnov in der Sowjetunion gestaltete Puzzlecomputerspiel ist durch die Version für den originalen Game Boy 1989 auch im Westen und in Japan angekommen und wurde damit einem Weltpublikum zugänglich.

Tetris Effect

Tetris Effect

„Tetris Effect“ ist exklusiv für die Playstation 4 erschienen und auch mit dem dazugehörigen Virtual-Reality-Headset PSVR spielbar.

„Tetris“ ist heute Teil der allgemeinen Popkultur und gilt auch nach so vielen Jahren als unerreichter Klassiker. Das Spiel wurde naturgemäß oft in diversen Varianten neu aufgelegt und diente vielen ähnlichen Games und GameentwicklerInnen als große Inspiration. Einer von ihnen ist Tetsuya Mizuguchi, seines Zeichens japanischer Stardesigner, verantwortlich für bunt-psychedelische Geschicklichkeitsspiele wie „Rez“, „Lumines“ oder „Child of Eden“. Er wollte schon vor vielen Jahren „Tetris“ remixen, doch es scheiterte am Sichern der Lizenz. Aber nun ist es endlich geglückt: „Tetris Effect“ ist da, exklusiv erschienen für die Playstation 4 und auch mit dem dazugehörigen Virtual-Reality-Headset PSVR spielbar.

Pur und fordernd

Vorweg: Wer glaubt, gut in „Tetris“ zu sein, die oder den wird „Tetris Effect“ schnell eines Besseren belehren. Es ist immer noch das selbe Spiel wie vor 35 Jahren - aber in so vielen unterschiedlichen Geschwindigkeiten und mit so verschiedenen Zielsetzungen, dass man erst jetzt so richtig die Feinheiten erkennt, die man früher großteils übersehen hat. Beispielsweise wird man dazu angehalten, möglichst viele Combos zu machen - also ohne Pause immer wieder eine oder mehrere Steinreihen hintereinander fertigzustellen.

Tetris Effect

Tetris Effect

„Tetris Effect“ präsentiert sich in unterschiedlichen Levels, die sich erst mal nur durch die Hintergrundgrafik und die Soundeffekte unterscheiden. Ganz, wie man es von Tetsuya Mizuguchi gewohnt ist, erlebt man auch hier einen ausgeprägten Sinnesrausch. Da gibt es Wüsten- und Windlevels, man trifft Schamanen und Indianer und durchstreift die Großstadt oder den Ozean. Das Stapeln und Auflösen der geometrischen Blöcke bleibt dabei spielerisch immer gleich, wobei sich oft die Geschwindigkeit ändert.

Ein Feature ist dann doch neu und zwar der sogenannte Zonen-Modus. Hat man genügend Punkte gesammelt, kann man für einige Sekunden in die Zone wechseln. Alle Linien, die man dort fertigstellt, werden gesammelt und dann gleichzeitig aufgelöst, wenn die Zeit abgelaufen ist. So lässt sich nicht nur ein Tetris schaffen - also wenn vier Linien gleichzeitig aufgelöst werden -, sondern eventuell auch ein Dodecatris, ein Decahexatris oder gar ein Ultimatris - mit unglaublichen 20 gleichzeitigen Linien.

Am Anfang dachte ich, „Tetris Effect“ sei bloß ein elaboriertes Trainingsspiel für Menschen, die ohnehin schon sehr gut „Tetris“ spielen und noch besser werden wollen. Aber wer sich ein bisschen drauf einlässt, beginnt sich für Details zu interessieren, wie das korrekte Vorbereiten der Steine, die Abwechslung von Slow- und Hard-Drops und das Ausreizen des Zonen-Modus. Es gibt eine eigene Kampagne mit knapp 30 Levels und zusätzlich noch rund zehn Herausforderungs-Modi, wo man unter Zeitdruck oder bestimmten Zielvorgaben spielt.

„Tetris Effect“ ist ziemlich super und die beste Variante seit dem Game-Boy-Klassiker aus 1989. Das einzige, was hier fehlt, ist das Link-Kabel, um in der Schulpause zünftige PvP-Schlachten abzuhalten.

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