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FM4 Plantventcalendar

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Jeden Tag stellt die FM4 Morning Show eine besondere Pflanze vor. Von schrägen Monsterpflanze über die Tomate bis zur Filmflora.

Neunzehntes Türchen: Chuck the Plant

Von Robert Glashüttner

“Wir brauchen einen Charakter namens Chuck!”, soll der zuständige Manager immer wieder gesagt haben, als Ende der 80er Jahre der heutige Games-Klassiker „Maniac Mansion“ entwickelt worden ist. Gesagt, getan: Die Autoren Ron Gilbert und Gary Winnick haben kurzerhand den Namen einer Pflanze zugewiesen. Fertig war Chuck, der neue Games-Charakter! Klingt uninteressant? Weit gefehlt. Alleine die Tatsache, dass es einen benannten Gegenstand gibt, mit dem man interagieren kann, ist interessant genug. Denn in Adventure-Games hat jeder Gegenstand einen Zweck. Nichts ist einfach nur so da. Vor allem, wenn es Chuck heißt!

Chuck the Plant

Maniac Mansion

Okay, es stimmt nicht ganz, dass jeder Gegenstand einen Zweck hat. Wir haben nämlich alles Mögliche probiert, um etwas mit Chuck, der Pflanze, anzustellen. Doch der mutierte Kaktus war immer einfach nur da und hat keine Anstände gemacht, die Geschichte voranzutreiben. Chuck war und ist ein Ablenkungsmanöver, ein Red Herring, der Verwirrung stiften soll. Die Games-Pflanze hat dennoch ihre Fans gefunden. Immer und immer wieder ist sie in der einen oder anderen Form in weiteren Games aufgetaucht: Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, Monkey Island, Morrowind, Psychonauts, und zuletzt Thimbleweed Park aus dem Vorjahr. Man kann sich eigentlich wenig Uninteressanteres vorstellen als eine unauffällige Pflanze in einem Videospiel. Doch wenn sie Chuck heißt, sieht alles anders aus. Das Meme lebt und wird wiederkehren. Und nicht aufs Gießen vergessen! Auch Computerspielpflanzen brauchen Liebe - und Pixelwasser.

Achtzehntes Türchen: Tillandsie

Von Gersin Paya

Sie ist die wahrscheinlich pflegeleichteste Pflanze, die es gibt. Die meistens grüne oder graue Tillandsie lebt sozusagen nur von Licht und Luft. Es gibt viele ihrer Art, grundlegend ziehen sie sich in ihrer natürlichen Umgebung morgens und nachts mit Tau voll, während sie tagsüber trocknen.

Tillandsien an einem Baum

CC0

Von den südlichen USA bis zum südlichsten Spitz Südamerikas lebt sie als eine der artenreichsten Pflanzen (über 550 Arten) im feuchttropischen, aber auch im dauertrockenen Klima. Sie hat sich gut an die Gegebenheiten angepasst, die einfache Pflege macht sie immer wieder zur Trend-Pflanze, aber am Ende ist sie nicht nur ein Deko-Gewächs, zu Licht und Luft gehört auch viel Liebe und die soll artgerecht angewendet werden!

Siebzehntes Türchen: Wilder Tabak

Von Conny Lee

Wenn im Südwesten von Nordamerika ein Wald abbrennt, dann ist die Zeit für den Wilden Tabak gekommen, denn nun kann er, ohne Konkurrenz um Raum und Licht, endlich wachsen. Außerdem weiß der Wilde Tabak, dass es gebrannt hat: Die Samen im Boden RIECHEN es! Amerikanische Wissenschaftler haben alleine durch den Geruch einer „Liquid Smoke“-Grillsauce die Samen eines Wilden Tabak zum Keimen gebracht.

Wenn nach einem Brand der Wilde Tabak das einzige Grün weit und breit ist, stürzen sich natürlich Insekten auf diese Pflanze. Doch die weiß sich zu helfen: Wenn sie irgendwo angeknabbert wird, dann produziert die Pflanze sofort ein Gift, nämlich - na, welches wohl? - Nikotin. Damit pumpt sie sich dann so voll, dass in einem Blatt so viel Nikotin ist wie in 10 Zigaretten. Den meisten Insekten vergeht da der Appetit. Außer einem.

Der Wilde Tabak ist nachtblühend. Um bestäubt zu werden, lockt die Pflanze daher einen Nachtfalter - den Tabakschwärmer - mit einem speziellen Duftstoff an. Aber der Tabakschwärmer legt auch seine Eier auf die Pflanze und die Raupen sind immun gegen Nikotin.

Gegen diese unwillkommenen Gäste muss der Wilde Tabak also anders vorgehen. Die Pflanze erkennt die Raupen des Tabakschwärmers an ihrem Speichel und hört auf, Nikotin zu produzieren, weil vergebene Müh’, stattdessen produziert die Pflanze wieder den Duftstoff, mit dem sie nachts die Falter anlockt, allerdings diesmal tagsüber. Und so lockt sie mit dem selben Duft auch Raubwanzen an, die die kleinen Raupen angreifen und aussaugen. Auf diese Art kann der Wilde Tabak ein paar Jahre lang ganz gut leben, dann wird er von anderen Pflanzen verdrängt. Aber seine Samen, die liegen schon im Boden und lauern auf den nächsten Brand.

Sechzehntes Türchen: Cashew

Von Nadine Cobbina

Was haben Mosambik, Tansania, Indonesien, Vietnam, die Elfenbeinküste, Benin und Guinea-Bissau, Portugal, Brasilien, Philippinen, Mali, Nigeria, Kenia als auch Ghana miteinander gemeinsam? They got nuts. Also die Cashew-Nut, die eigentlich der Kern einer Steinfrucht ist. Ist die Frucht reif, schmeckt sie süß und saftig, ähnlich einer Mango. Auch diese Fakenuss wächst am Baum. Am Cashew-Baum, der in Brasilien heimisch ist. Die Kolonisierung hat es möglich gemacht, dass er von den Portugiesen im 16. Jahrhundert nach Mosambik und Indien eingeführt wurde. Danach hat der Baum dann auch die anderen Länder erreicht. Verständlich, die Cashew schmeckt ja auch extrem lecker – also die Cashew-Kerne, und auch nur die gerösteten. Da muss man vorsichtig sein, denn die rohen sind giftig. Die Schale, in der die Kerne lagern, enthält ein ätzendes Öl. Deshalb muss dieses verdunsten, bevor man die Schale öffnet und den Glückshormon-steigernden Kern verspeisen kann - hier bei uns, denn dort, wo er wächst, ist er zu teuer, um ihn zu konsumieren.

Cashew-Nussbaum

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Fünfzehntes Türchen: Fleischfressende Kannenpflanze

Von Johnny Bliss

For today’s edition of the FM4 Plantvent calendar, we join our roaming reporter Johnny Bliss on the tropical island of Borneo, where the native wildlife can include carnivorous fanged plants shaped like pitchers, that love the taste of meat. It might sound like some surrealist nightmare, but our Johnny assures us that this plant is quite real.

Vierzehntes Türchen: Spritzgurke

Von Nadine Cobbina

Squash it like a Spritzgurke. Das lässt sofort Bilder im Kopf entstehen. Warum die Spritzgurke auch Eselgurke genannt wird, ist nicht ganz so schlüssig. Denn die Ecballium elaterium hat mit einem Esel wenig zu tun. Mit einer Gurke jedoch auch nicht so wirklich viel, auch wenn sie auf den ersten Blick wie eine kleine, haarige Version einer aussieht. Denn eigentlich ist diese Pflanze die einzige ihrer Art innerhalb der Kürbisgewächsfamilie. Aber „Spritzkürbis“ würde alle wahrscheinlich noch mehr verwirren. Also, woher hat die Spritz- oder Eselgurke ihren Namen? Sie heißt so, weil ihre Frucht-Beeren kleine behaarte, längliche grüne Bällchen sind. Und spritzen kann sie auch wie ein Esel – ah, das sind doch Lamas, oder? Jedenfalls: Wenn sie reif ist und sich verteilen will, zieht sich ihre gedehnte Fruchtwand zusammen und das Innere wird hinausgeschleudert. Bis zu 12 Meter weit sogar! Apropos spritzen - die Spritzgurke wird auch als drastisches Abführmittel verwendet. So wird man dann quasi selbst zur Spritzgurke. Aber im Grunde ist sie nur eine Zierpflanze, da alle ihre Pflanzenteile hoch giftig sind. Also nicht mit einer Gurke verwechseln und konsumieren, sonst bist du dumm wie 1 Esel-Gurke.

Dreizehntes Türchen: Neptungras

Von Nina Hochrainer

Das Neptungras (Posidonia oceanica) wächst als einzige Posidonia-Art ausschließlich im Mittelmeer. Die ausgedehnten Seegraswiesen sind übrigens für das charakteristische Mittelmeerblau und dementsprechend schöne Urlaubsfotos verantwortlich. Das Neptungras ist ein essenzieller Teil des marinen Ökosystems und gilt als Lunge des Meeres: Seegraswiesen können doppelt soviel CO2 speichern wie eine gleich große Fläche Regenwald. Ein wichtiger Player also im Kampf gegen den Klimawandel. Und: Abgestorbenes Neptungras kann auch als Dämmmaterial verwendet werden – eine durchwegs sympathische Pflanze also die es gut mit uns meint, was man umgekehrt nicht behaupten kann: Klimawandel und Meereserwärmung sowie ankernde Schiffe machen dem sehr langsam wachsenden Neptungras schwer zu schaffen. Es könnte schon in 50 Jahren ausgerottet sein. Der Zorn des Neptun wäre uns somit jedenfalls sicher.

Neptungras

CC-BY-SA 2.5 / Alberto Romeo

CC BY-SA-2.5 - Alberto Romeo

Zwölftes Türchen: Ruthenisches Salzkraut

Das Ruthenische Salzkraut kennt jeder, denn es spielt in unzähligen Filmen mit, vorrangig in Western. Es ist ein Steppenroller und vielen wahrscheinlich eher bekannt unter dem englischen Begriff „Tumbleweed“. In jedem zweiten Western rollt irgendwann mal so ein Ding durchs Bild, entweder in der High Noon Szene, kurz bevor der Gute und der Böse ihre Revolver ziehen und alle Bewohner sich in ihren Häusern oder im Saloon verstecken. Oder der Ballen rollt durch die verlassene Geisterstadt, die von den Siedlern aufgegeben wurde. In jedem Fall rollt das Salzkraut durch leere Straßen, und das in so vielen Filmen, dass es zur Allegorie für Ödnis wurde. Wenn man heute filmisch betonen will, dass irgendwo wirklich überhaupt nichts passiert, rollt man einfach ruthenisches Salzkraut durchs Bild.

Tumbleweed rollt über Straße

CC BY-SA 2.0 von https://www.flickr.com/photos/jezarnold/140044286/

CC BY-SA 2.0

Die Pflanze kommt ursprünglich aus Osteuropa, ist mittlerweile allerdings in Steppengebiete weltweit verschleppt. Aber in manchen Gegenden der Welt fühlt sich das Salzkraut so wohl, dass es zu einer richtigen Plage werden kann. In South Dakota z.B. herrschten 1989 so ideale Wetterverhältnisse, dass der Bestand an ruthenischem Salzkraut explodierte. Im Herbst, als die Pflanzen dann ausgetrocknet waren und bereit loszurollen, kam über Nacht starker Wind auf und so kugelten tausende dieser Steppenroller auf die kleine Stadt Mobridge zu. 60 Häuser wurden so regelrecht unter dem ruthenischen Salzkraut begraben. Die Stadtverwaltung musste ganze 30 Tonnen davon wegschaffen.

Also so viel Ödnis verträgt echt kein Mensch.

Elftes Türchen: Die Ents

Von Daniela Derntl

Was passiert kann, wenn man mutwillig die Umwelt zerstört, zeigt uns JRR Tolkien in seinem Mittelerde-Epos „Der Herr der Ringe“ am Beispiel der Ents. Die Ents sind „Baumwarte“ und sehen mit ihren langen Armen und Beinen selber aus wie Bäume. Sie werden uralt, können gehen und sehr langsam sprechen- und wurden geschaffen, um die Bäume Mittelerdes vor Feinden zu schützen. Doch als der böse Zauberer Saruman die Bäume des Fangorn Forests für den Krieg abholzt, reicht es den geruhsamen Ents. Sie rächen sich und zerstören Sarumans Kriegsmaschinerie in Isengard.

Doch die Geschichte der Ents ist - wie alles in Tolkiens Mittelerde-Kosmos - mythologisch aufgeladen und weit verzweigt. Die Inspiration für die Ents fand Tolkien in seiner Kindheit und der britischen Literatur. Die Industrialisierung Anfang des 20. Jahrhunderts zerstörte die idyllische Natur seines Heimatdorfes Sarhole – das in seiner Phantasie später zu Hobbingen werden sollte. Und die rauchenden Fabriksschlote und abgeholzten Wälder standen Pate für die dystopisch zerstörte Landschaft von Mordor.

Den Namen der „Ents“ hat Tolkien dem altenglischen Gedicht „The Wanderer“ entlehnt - und einflussreich war auch Shakespears‘ „Macbeth“. Denn Tolkien war schwer enttäuscht von dem „kümmerlichen Sinn Shakespeares“, weil er in Macbeth der Prophezeiung der drei Hexen zum Trotz, keinen echten „Wandelnden Wald“ gegen Macbeths Festung anrücken ließ - sondern nur ein Heer, das sich mit Blättern und Zweigen tarnte. Deshalb wollte Tolkien eine Handlung erfinden, in der die Bäume tatsächlich in den Krieg ziehen.

Baumwesen Ent

CC0

Den bekanntesten und ältesten Ent Mittelerdes, „Treebeard“ – oder auch „Baumbart“ genannt, hat Tolkien übrigens seinem guten Freund, dem Schriftsteller C.S. Lewis nach empfunden. Und Lewis hat wiederum die „Chroniken von Narnia“ geschrieben, wo ebenfalls ein magischer Baum das Land beschützt.

Zehntes Türchen: Die Monsterpflanze Rafflesia

Von Gersin Livia Paya

Die Rafflesiengewächse sind vielleicht das größte Wunder der Pflanzenwelt, vor allem die „Rafflesia Arnoldii“, denn sie gilt als die größte Blume der Welt aka die schräge Monsterpflanze! In ihrer Form und Farbe sieht sie wie ein überzüchteter Kürbis aus. Alleine ihre Blüte hat einen Meter Durchmesser und ihre Blätter sind so groß wie die Ohren eines jungen Elefanten. Diese Naturgewalt versteckt sich in den tropischen Regenwäldern Südostasiens. Doch sie ist eigentlich keine Blume, sondern ein Parasit. Sie betreibt keine Fotosynthese sondern zieht sich ihre Nährstoffe von anderen Pflanzen, am liebsten von Lianen. Zudem stinkt dieser gigantische Schmarotzer ziemlich übel. Im Umkreis von zehn Metern um die Pflanze riecht es nach Verwesung. Das lockt Fliegen an, denn nur sie können die Monsterpflanze bestäuben, bevor sie dann nach nur wenigen Tagen Blütezeit zu schwarzem, zähen Fleisch zerfällt.

Rafflesia Arnoldii

CC BY 2.0 von Col Ford and Natasha de Vere via https://www.flickr.com/photos/col_and_tasha/5341134754

CC BY 2.0

Neuntes Türchen: Die Ufopflanze (Pilea peperomioides)

Von David Riegler

Die Ufopflanze hat kreisrunde Blätter, die wie kleine Flugobjekte aus einer anderen Dimension wirken. Die Blätter balancieren auf langen dünnen Stielen, so als würden sie in der Luft schweben. Fast außerirdisch wirkt dieser Pflanzensonderling. In der Wildnis kommt die Ufopflanze nur im Süden Chinas vor, doch mittlerweile ist sie als beliebte Zimmerpflanze in der ganzen Welt gelandet. Ihre besondere Form hat der Ufopflanze einige Spitznamen eingebracht: Glückstaler, Bauchnabelpflanze und Chinesischer Geldbaum. Es heißt, wenn man eine Münze in die Erde legt, sorgt die Ufopflanze für mehr Wohlstand. Aber auch ohne Geldsegen, ist sie eine dankbare Zimmerpflanze, denn sie hat eine ausgezeichnete luftreinigende Wirkung und ist sehr anspruchslos. Außerdem sind die grünen fliegenden Untertassen, einfach überirdisch schön.

Ufopflanze

Maja Dumat, Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)

Achtes Türchen: Die erste Weltraumblume

Von Ambra Schuster

Eine gelb-orange Zinnie ist die erste (uns bekannte) Blume, die je im Weltraum geblüht hat. Genauer gesagt auf der internationalen Raumstation ISS. Die Blüte dieser einfachen Zierpflanze bedeutet einen riesen Erfolg für die Forschung. Im Rahmen des sogenannten „Veggie-Programms“ untersucht die NASA nämlich, wie Pflanzen ohne Schwerkraft wachsen können. Ziel des Experiments ist es, früher oder später durchgehend Gemüse anbauen zu können und damit eine zusätzliche Nahrungsquelle für Langzeitmissionen, wie etwa zum Mars, zu schaffen.

Weltraumpflanze

Scott Kelly

Siebtes Türchen: Epiphytic Moss

Von Johnny Bliss

For today’s edition of the FM4 Plantvent calendar, we join our roaming reporter Johnny Bliss in the pacific northwestern Canadian archipelago of Haida Gwaii, where the local Hemlock and Spruce trees are often covered in layers and layers of luminous green moss ... which sometimes grows into some very unusual shapes.

Epiphytic Moss

Radio FM4 / Johnny Bliss

Sechstes Türchen: Die Aglaonema aus „Léon der Profi“

Von Gersin Paya

Das tropische Urwaldgewächs mit den herrlich gezeichneten grünen Blättern ist laut vielen Foren eine sogenannte „Aglaonema“, auch als Kolbenfaden bekannt. Angeblich hat der Regisseur Luc Besson sie wegen ihres Namens – in dem auch irgendwie der Name „Leon“ drin steckt – ausgewählt. Sie ist eine der wenigen Pflanzen, die als Nebendarsteller durchgehen. Für den Auftragsmörder „Léon“, Jean Reno, ist sie der beste Freund. Denn die Topfpflanze hat, wie er selbst, „keine Wurzeln“, ist „immer fröhlich“ und „stellt keine Fragen“. Auf seiner Flucht nimmt Léon den Topf, meistens auf einem roten kleinen Teller platziert, stets mit und kümmert sich liebevoll um jedes einzelne Blatt. Und das obwohl alle Pflanzenteile giftig sind.

Szene aus Leon der Profi mit Pflanze

Columbia Pictures

Fünftes Türchen: Die Mimose

Von Nadine Cobbina

Die Mimose oder auch Mimosa pudica gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Sie ist eine Halbstrauch-Pflanze, die um die 50 cm hoch wächst und besondere Eigenschaften als Abwehrmechanismus besitzt. Ihre Stängel sind zum Beispiel mit Borsten und Stacheln besetzt. Zudem können sich ihre Blätter in Schmetterlings-Form bei der kleinsten Berührung blitzartig einziehen. Das gelingt der Mimose jedoch nur ab 18° Celsius oder bei extremer Hitze. Hitze ist nämlich ihr Ding, sie ist ein Tropengewächs und blüht zwischen Mai und September. Die Mimose wird auch „Schamhafte Sinnespflanze“ genannt. Das erklärt somit wohl auch den Missbrauch ihres Namens… und den Cocktail „Mimosa“. Der Champagner wird mit Orangensaft gespritzt und hat dieselbe Farbe wie die Blüten der Pflanze., aber einen großen Unterschied: nach ca. einer halben Stunde macht die eine Mimosa zu und die andere wieder auf.

Mimose

CC0

Viertes Türchen: Go Bugs Go – Saving insects and plants

By Rosie Waites

The Austrian artist and filmmaker Edgar Honetschläger has a new project - but it’s got nothing to do with art - it’s about saving insects, saving plants, and ultimately saving the planet. He’s founded an NPO called Go Bugs Go and with it, he wants to raise money to collectively buy land which will be given back to nature and insects. No pesticides will be used there, so wild life can start coming back.

Bild einer Tomatenpflanze

Edgar Honetschläger

Drittes Türchen: Member Berries

Von Daniela Derntl

Bitterböse Gesellschaftskritik am Puls der Zeit. In der 20. South Park Staffel aus dem Jahr 2016 geht es um den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf zwischen Donald Trump – parodiert von Herbert Garrison als „Giant Douchebag" – und Hillary Clinton aka „Turd Sandwich“. Die Schüler und Schülerinnen der South Park Elementary School haben einstweilen mit Cyber Bullying, Online-Trollen und der wachsenden Kluft zwischen den Geschlechtern zu kämpfen.

Eine nicht unbedeutende Rolle in der 20. Staffel spielen die „Member Berries“, auf Deutsch werden sie „Weißt-Du-Noch-Beeren“, oder „Erinner-Beeren“ genannt. Es sind sprechende, violette Weintrauben, ein fiktionales Superfood, mit dem man leichter entspannen und abschalten kann. Man fühlt sich nach ihrem Verzehr glücklich und sicher wie ein kleines Kind, während die Weintrauben eine vermeintlich bessere (popkulturelle) Vergangenheit beschwören, in der die Welt noch einfach und überschaubar war. Quietschvergnügt flüstern sie: „Member Star Wars?“, „Member Ghost Busters?“, „Member Rocky IV?“.

Member-Berries

South Park Youtube-Screenshot

Member Berries und die „Früher war alles besser“-Glorifizierung

Die Member Berries sind auch rassistisch und homophob, denn auch so war die Vergangenheit: „Member when there weren’t so many Mexicans?“, „Member when marriage was just between a man and a woman?“, „Member Reagen?“ und „Member feeling safe?“. Als Antwort kommt darauf immer ein wohlig geseufztes „Oh, I member“.

Randy Marsh stellt fest, dass die Member Berries süchtig und dumm machen, sich nicht zerstören lassen und für den Wahlsieg von Präsident Garnison sowie den Brexit verantwortlich waren. Die kleinen violetten Trauben feiern seinen Wahlsieg im Weißen Haus, telefonieren mit Vladimir Putin und tanzen zu Totos „Africa“.

Diese Persiflage soll verdeutlichen, wie gut sich Rechtspopulismus in einem Klima der popkulturellen Nostalgie entfalten kann. Die kindliche Sehnsucht nach einfachen Erklärungen in einer hochkomplexen Welt wird durch altbekannte Narrative befriedigt. Die postmoderne Kulturindustrie orientiert sich viel mehr an einer bequemen, beschaulichen Vergangenheit als einer ungewissen Zukunft. Seit Jahren kommen unzählige Sequels ins Kino und ins Fernsehen – „Star Wars“, „Jurassic Park“, „Mission Impossible“, oder „Roseanne“, sowie zahlreiche Superhelden-Comic-Verfilmungen. Produzenten scheinen vor allem auf die Sicherheit von bereits Bekanntem zu setzen. Erfolgreiche Serien wie „Stranger Things“, „Babylon Berlin", „Mad Men“, „Downtown Abbey“, „Masters of Sex“, „Glow“, „The Deuce“, „Vinyl“, uvm. feiern die Ästhetik vergangener Jahrzehnte, und was die Musik betrifft, hat Simon Reynolds den musikalischen Vintage-Fetischismus bereits in seinem 2012 erschienen Buch „Retromania – Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann“ zusammengefasst. Eine geisteswissenschaftliche Analyse des rückwärtsgewandten, neokonservativen Zeitgeists liefert der Soziologe Zygmunt Baumann in seinem Buch „Retrotopia“.

„Just as J.J. Abrams did with ‚Star Wars,‘ I will make America great again.”, sagt Präsident Garrison bei seiner Wahlparty in South Park und bringt damit die gängige „Früher war alles besser“-Glorifizierung auf den Punkt. Aber früher war überhaupt nicht alles besser! Member?

Zweites Türchen: Welwitschia Mirabilis

Von Roland Gratzer

Die nach einem österreichischen Botaniker benannte Pflanze sieht zwar manchmal aus wie ein Misthaufen, ist aber ein regelrechtes Wunder. Sie besteht eigentlich nur aus einem Stamm und zwei Blättern, kann aber bis zu acht Meter lang werden und manche Exemplare gedeihen seit bis zu 1500 Jahren in den Wüsten Namibias und Angolas. Sie kann fünf Jahre ohne Wasser auskommen und essbar ist sie auch noch.

Welwitschia Mirabilis

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Erstes Türchen: Euphorbia Pulcherrima

Von Roland Gratzer

Der weltberühmte Weihnachtsstern heißt eigentlich Euphorbia Pulcherrima, aber unter dem Namen wäre er wohl nicht zum Verkaufsschlager geworden. Dafür ist eine deutsche und in die USA ausgewanderte Familie verantwortlich. Familie Ecke hat den aus Mexiko stammenden Advent-Megaseller aus der Wildnis in den Topf geholt und und kontrolliert heute bis zu 90 Prozent des weltweiten Weihnachtsstern-Marktes. Wie praktisch, dass der immer zu Weihnachten blüht.

Weihnachtsstern

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