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Filmflimmern

Filmflimmern

Das Internet findet Serienkiller Ted Bundy höchst attraktiv und schuld ist u.a. Zac Efron. Der Dude ist zurück, der Wu Tang Clan macht einen Film, dafür spielt Ben Affleck nicht mehr Batman. Das alles, noch mehr und die Filmstarts der Woche. Nur ein paar Zeilen entfernt.

Von Pia Reiser

  • Der Österreichische Filmpreis wurde am Mittwoch in Wien verliehen. „Murer – Anatomie eines Prozesses“ wurde als bester Film ausgezeichnet, die Preise für „Beste Regie“ gingen verdienterweise an Wolfgang Fischer für „Styx“ und Fischer und Ika Künzel wurden auch für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Als beste Dokumentation wurde „Waldheims Walzer“ geehrt - alles zum Österreichischen Filmpreis gibt es hier von Christian Pausch nachzulesen.
  • Das Let’s CEE Festival, das sich auf Filme aus Ost- und Mitteleuropa spezialisiert hat, hört auf. Grund sind fehlende Förderungen.
  • Die Verträge des Diagonale-Intendantenduos Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber sind bis 2021 verlängert, als Eröffnungsfilm wurde gestern „Der Boden unter den Füßen“ von Marie Kreutzer bekannt gegeben.
  • With great power comes great responsibility gilt nicht nur für Superhelden, sondern auch für Streaming-Giganten. Nachdem Netflix anlässlich von „Bird Box“ eine Warnung rausgeben musste, dass man bitte nicht versucht, wie Sandra Bullock im Film, den Alltag mit verbundenen Augen zu meistern, muss jetzt erneut zu Publikums-Erziehungsmaßnahmen gegriffen werden: Der Grund - das internet findet, dass Serienmörder Ted Bundy hot ist. Schuld daran ist nicht nur eine neue Netflix-Dokuserie, sondern v.a. ein Film mit Zac Efron als Bundy. Via Twitter lässt Netflix quasi ausrichten, andere Mütter haben auch schöne Söhne und die meisten davon sind keine Mörder. Die PR-Maschinerie läuft angesichts solcher Geschichten von selbst.
  • Interessanter als die Bird Box-Challenge ist die „4% Challenge“. Bezugnehmend darauf, dass nur bei 4 Prozent von den 1,200 Filme, die an den Kinokassen erfolgreich waren, Frauen Regie geführt haben, fordert Tessa Thompson dazu auf, dass SchauspielerInnen und ProduzenTinnen innerhalb der nächsten 18 Monate sich für eine Zusammenarbeit mit einer Regisseurin zusammentun. Universal ist das erste Filmstudio, das die Challenge angenommen hat.
  • Dass Rami Malek bei den „Screen Actors Guild“ Awards als bester Schauspieler (für „Bohemian Rhapsody“) ausgezeichnet wurde, erhöht statistisch gesehen seine Chance auf einen Oscargewinn. train wreck, Hilfsausdruck, schreibt auch Slate Magazine.
  • The Dude is back - zumindest für eine Bier-Werbung. Jeff Bridges hat die unsägliche Strickjacke aus dem Kasten geholt und Sarah Jessica Parker ist in sehr Carrie-Bradshaw-ige Funkelkleidung geschlüpft. Wenn mal jemand fragt, he wie haben die 90er Jahre ausgesehen, kann man ja diesen Clip herzeigen.
  • Schauspieler Richard E. Grant, dieses Jahr oscarnominiert für „Can you ever forgive me?“ hat als 14jähriger einen bezaubernden Fanbrief an Barbra Streisand geschrieben. Jetzt, fast 50 Jahre später, hat La Streisand immerhin zurückgetweetet. Für ordentliche Beistrichsetzung war keine Zeit, aber Grant ist gerührt.
  • Gleich einen Fan-Brief beantwortet hat Kit Harington hingegen in „The Death and Life of John F. Donovan“, jetzt gibt es einen Trailer für den neuen Film des franzöischen Regie-Wunderkindes Xavier Dolan.
  • Der Wu-Tang Clan macht jetzt auch Filme: „Angel Dust“ wird sich um einen jungen Rapper drehen, der nicht nur ohne Eltern in einem gefährlichen Viertel aufwächst, sondern auch noch mit einerm Serienkiller mit Superkräften konfrontiert wird. Klingt nach einem FIlm, den man am besten als Doppelfeature mit „Attack the Block“ genießt.
  • Nicht gleich alle auf einmal anschauen: Es gibt ein paar neue Bilder von Quentin Tarantinos „Once upon a time in Hollywood“, der im August in Österreich anlaufen wird.
  • Keine noch so schlimme Frisur (oder Haarmangel) kann das Leinwand-Charisma von Ralph Fiennes auch nur annagen. Fiennes hat einen Film über den Tänzer Rudolph Nurejew gemacht und spielt selbst auch mit in „The White Crow“. Dopplefeature „Black Swan“, anyone?
  • Filme vom Sundance-Festival, auf die man sich freuen kann.
  • Nächste Woche wird die Berlinale mit Lone Scherfigs „The Kindness of Strangers“ eröffnet, außerdem große Vorfreude auf „Mid 90s“, Jonah Hills Regiedebüt und eine Dokumentation über Pauline Kael...

Neu im Kino

Green Book
Ein weißer Italo-Amerikaner fährt einen schwarzen Pianisten Anfang der 1960er Jahre für eine Konzerttour durch den Süden der USA. Es herrscht die Politik der Segregation, doch „Green Book“ wird zu einer verwässterten Darstellung der rassistischen Geschichte der USA und macht aus der Figur des Pianisten Don Shirley auch nicht mehr aus eine weitere Verwendung des Stereotyyp des „Magical negro“. Viggo Mortensen und Mahershala Ali sind wie gewohnt großartig, können aber die Verfilmung dieser wahren Geschichte auch nicht vor traniger Sentimentalität retten. Dafür gibts 5 von 10 gutgemeinten, aber schiefgegangenen Intentionen. Ausführliche Kritik gibt es hier.

"Green Book"

centfox

The Mule
Alles muss man selber machen, denkt sich der 88jährige Clint Eastwood und übernimmt bei „The Mule“ Regie und Hauptrolle. In der - ebenfalls wahren Geschichte - spielt er den 90jährigen, der aus Geldsorgen beginnt für ein mexikanisches Drogenkartell Kokain zu schmuggeln. Zwischendrin gehen sich aber gleich mehrere threesomes mit jungen Frauen aus. Wie so oft bei Eastwood geht es um Reue und Erlösung, „The Mule“ wird zum Schwanengesang auf eine Hollywood-Ikone - von der Ikone selbst gestaltet. Von Christian Fuchs gibts 6 von 10 Drogentransporten.

Clint Eastwood

Warner

Diamantino
Was für ein passender Name für dieses funkelnde Juwel von einem Film, dem man mit Inhaltsangaben nicht gerecht wird. Im Mittelpunkt der schrillen Satire, die bereits auf der Viennale zu sehen war, steht ein Fußballer namens Diamantino, den man auch als Fußball-Ignorantin als Cristiano Ronaldo erkennt. Eines Tages ist das Talent des millionenschweren Fußballstars weg und Diamantino muss sich mit Dingen wie der Flüchtlingskrise, dem politischen und gesellschaftlichen Rechtsruck - und einem diabolischen Plan seiner Zwillingsschwestern auseinandersetzen. Anna Katharina Laggner vergibt 6 von 10 Toren.

Szenenbild "Diamantino"

Stadtkino

Termine

  • 31.01: La Strada, Das Kino, Salzburg
  • 02.02: Der amerikanische Freund, Metro Kinokulturhaus, Wien
  • 03.02: Mein Leben als Zuchhini, Votivkino, Wien
  • 03.02: The thin red line, Filmmuseum, Wien
  • 03.02: Juliet, Naked, Das Kino, Salzburg
  • 03.02: Goldrausch, Gartenbaukino, Wien
  • 04.02: Ginger und Fred, Das Kino, Wien
  • 04.02: Angeschwemmt, Cafe Schmid Hansl, Wien
  • ab 05.02: Westwood - Punk, Icon, Activist, Filmhauskino, Wien
  • 05.02: Georgische Filmkunst. Werkschau George Chkheidze, Stadtkino, Wien
Dennis Hopper und Bruno Ganz

arthaus edition

02.02: „Der amerikanische Freund“ im Metro Kinokulturhaus, Wien

In diesem Sinn: What’s wrong with a cowboy in Hamburg? („Der amerikanische Freund“)

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