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Donaufestival 2018

David Visnjic

festivalradio

Donaufestival 2019 - „New Society“

Das diesjährige Motto und das endgültige Line-Up wurden heute offiziell präsentiert. Giant Swan, Anna von Hausswolff, Lafawndah, Årabrot, Kate Tempest, Apparat, Holly Herndon, Toy Warning, Yves Tumor, Planningtorock u.v.a. kommen nach Krems.

Von David Pfister

Seit 1988 wird im niederösterreichischen Krems das Donaufestival gefeiert, ein Festival für zeitgenössische Kunst und Kultur, welches vom Land Niederösterreich getragen und finanziert wird. Der programmierte Balanceakt zwischen wichtigen exemplarischen Gegenwartspositionen und wegweisender, relevanter Kunst der Vergangenheit hat das Donaufestival international etabliert und populär gemacht. Ein Gig, eine Ausstellung - einen Termin beim Donaufestival zu bekommen kann für ArtistInnen einen wichtigen Impuls darstellen, um im harten internationalen Kunstgeschäft zu überleben oder sich zu etablieren. So trägt das Donaufestival nicht nur für seine BesucherInnen Verantwortung sondern in gewisser Weise auch für die Leute, die es nach Krems einlädt.

Hier gibt’s alle Infos zum musikalischen Lineup beim Donaufestival 2019.

2017 übernahm Thomas Edlinger als Nachfolger von Tomas Zierhofer-Kin die Leitung des Donaufestivals. Der neue künstlerische Leiter, der vielen FM4-HörerInnen von der FM4-Sendung Im Sumpf bekannt sein dürfte, hat auch dieses Jahr ein Leitmotiv für das Donaufestival ausgerufen.

Thomas Edlinger

Ingo Pertramer

Thomas Edlinger

New Society – Neue Gesellschaft

„Es heißt, die Gesellschaft ist gespalten oder zumindest pluralisiert. Ganz ohne Gesellschaftsvertrag würden politische Stämme und Egomonster das Kommando übernehmen. Ist die Vorstellung eines sozialen Verbunds am Ende oder baut sich die Gesellschaft bloß um? In der Rede von der New Society steckt der Hinweis, dass sich die Gesellschaft nicht einfach verabschiedet. In der Gesellschaft von morgen kommunizieren aber nicht nur Menschen mit Menschen und anderen Tieren, sondern auch mit Maschinen - und Maschinen mit anderen Maschinen.“ (Zitat, Aus dem Pressetext von Thomas Edlinger)

Ist an dem Begriff von Gesellschaft noch etwas zu retten, weil alle sozialen Bänder gerissen sind, weil der Rückzug in kleinste Zellen alle Gesellschaftsschichten dominiert? Was könnte man sich unter einer neuen Gesellschaft vorstellen? Ist eine neue Gesellschaft bereits eine Unmöglichkeit? Und in was leben wir momentan? In einer falschen Gesellschaft? In einer kranken Gesellschaft? Oder befinden wir uns im Übergang in eine nächste Gesellschaft, die von Algorithmen und Maschinen dominiert werden wird?

donaufestival 2019 - Trailer from NÖ Festival und Kino GmbH on Vimeo.

Abgebildet und abgearbeitet werden diese Frage am Donaufestival etwa vom holländischen bildenden Künstler Jonas Staal, der mit den Videos von Steve Bannon arbeitet. Steve Bannon wurde als Berater von Präsident Trump und Leiter der rechtspopulistischen Seite Breitbart News berühmt und produzierte lange vor Trumps Präsidentschaft unendlich viel Video-Content, in dem schon das abgebildet und prophezeit wurde, was dann unter Trump wirksam wurde. Jonas Staal zeigt die Evolution von rechtspopulistischen Ideen bis zur Realisierung einer neuen rechtspopulistischen Gesellschaftsordnung.

Die Künstler Michiel Vandevelde und Cesar Vayssie beziehen sich in ihren Arbeiten zum Leitmotiv „New Societey“ beide auf das Jahr 1968 und der damaligen Idee von der Revolution der Gesellschaft. Was kann aus den Ideen des Jahres 1968 für unsere gegenwärtige Situation nutzbar gemacht werden?

Der Soundtrack zu all diesen Fragen kommt aus den äußersten Enden der Popmusik von Acts wie etwa Planningtorock, Holly Herndon oder Yves Tumor in deren Werken Identität und Gesellschaft immanente Rollen einnehmen.

Falsche, unmögliche oder nächste Gesellschaft?

Begleitet wird das Donaufestival diesmal wieder von einem Reader. Die Donaufestival-Publikation bündelt elf Beiträge, die die Spannbreite zwischen „falscher“, „unmöglicher“ und „nächster“ Gesellschaft zu vermessen versuchen. Sie reichen von einer Rückschau auf das wegweisende John Cale-Album „Music for a New Society“ von 1982 bis zur Vorschau auf eine Welt, in der wir mehr und mehr in der Gesellschaft von Robotern leben. Die Beiträge stammen von Dirk Baecker, Jens Balzer, James Bridle, Isolde Charim, Dietmar Dath, Thomas Edlinger, Helen Hester, Christian Höller, Florian Malzacher, Eva –Maria Stadler und Sarah Schulman.

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