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My Ugly Clementine

My Ugly Clementine

song zum sonntag

Bei My Ugly Clementine ist alles genau dort wo es hingehört

Die Band My Ugly Clementine gibt es erst seit kurzer Zeit. Ihre erste Show in Wien war trotzdem binnen weniger Stunden ausverkauft. „Never Be Yours“ ist diese Woche unser Song zum Sonntag.

Von Christoph Sepin

Das ist alles kein Zufall, wenn im Musikvideo zu „Never Be Yours“ Menschen laut mitsingen - unter der Dusche, beim Autofahren oder mitten im Plattenladen. Ja, das ist kein Zufall, sondern eher eine Zustandsbeschreibung. Von dem, was man machen will, wenn man dieses Lied hört: Mitsingen, Mittanzen, vor Freude Dinge durch die Luft werfen.

Die hervorragend betitelte Band My Ugly Clementine hat sich gerade erst vor einem Monat der Öffentlichkeit gezeigt (Ausgerechnet am Valentinstag, you get the reference??). Und noch bevor der allererste Track des Quartetts veröffentlicht war, war auch schon die erste Show in Wien binnen weniger Stunden ausverkauft.

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Grund dafür wird wohl die Besetzung der Gruppe sein: My Ugly Clementine sind nämlich Kathrin Kolleritsch, Barbara Jungreithmeier, Mira Lu Kovacs und Sophie Lindinger. Das sind die Menschen hinter Projekten wie den Daffodils, Kerosin95, Schmieds Puls und Leyya. Ein kleiner Hype und ein schnell ausverkauftes Debütkonzert sind bei solchen Namen vorprogrammiert, die Band darauf zu reduzieren, wäre aber unfair.

Denn wenn das, was mit dem ersten akustischen Lebenszeichen „Never Be Yours“ angefangen wird, so weiter geht, dann wartet Großes auf diese Gruppe. Das erste Lied von My Ugly Clementine ist in seiner Essenz annähernd perfekt: Jede Note, jeder Akkord, jede kleine, feine Dissonanz ist in diesem Track genau dort wo sie hingehört. Vorsichtig und ganz bewusst konstruiert fühlt sich das an, aber vorsichtig genug, damit man das kaum bemerkt.

Und dann die Widersprüchlichkeiten in den Lyrics, die zu verschiedensten Interpretationen einladen: „Oh I fell over once again“, schon zu Beginn des Lieds. „Can’t even safe it if I tried to run away“. Vor was hier weggelaufen wird, was zum Hinfallen bringt, das wird nie ganz klar. Genauso wenig, wie die Beziehung zum Gegenüber: Ist man befreundet, will man das sein, oder doch mehr? Einmal die Zeile „I‘ll never be yours“, dann direkt darauf die Frage: „Why can’t I be yours?“

Da ist ein Best-Of der Musikjahrzehnte drin zu entdecken, mal der Proto-Rock der Ronettes, dann wieder der nonchalante Grunge der 90er Jahre. Und trotzdem bleibt das alles irgendwie im Jetzt, als Zeichen für den Zeitgeist. Und vor allem: Ein weiterer, wichtiger Baustein in der immer deutlicher werdenden Rückkehr zum guten Rock’n’Roll.

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