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FM4 Extraleben: Angst & Schrecken

Angst ist ein Gefühl, das niemand haben will - außer in Unterhaltungsmedien, wie eben auch Videospielen. Das FM4 Gameskränzchen spricht über das weite Feld zwischen subtiler Furcht und handfestem Jump-Scare.

Von Rainer Sigl

Emotionen sind wichtig in Videospielen - und zweifelsohne zählen Angst und Schrecken zu jenen Gefühlen, die am meisten in uns Spielenden auslösen. Kein Wunder, dass Horrorthemen und -spiele quasi seit Anbeginn des Mediums höchst populär sind. In der aktuellen Ausgabe des FM4 Extraleben geht es aber nicht bloß um Horrorspiele, sondern wir wollen Angst und Schrecken in Bezug auf Games etwas detaillierter unter die Lupe nehmen.

FM4 Extraleben: Angst & Schrecken

Conny Lee, Rainer Sigl und Robert Glashüttner sprechen über Angst & Schrecken in Games. Am Montag, 29. April 2019, von 21 bis 22 Uhr auf Radio FM4, im FM4 Player sowie als Podcast.

Die Differenzierung beginnt schon bei den Begrifflichkeiten: Jemand zu erschrecken, ist eigentlich ziemlich einfach und oft schon mit einem simplen „Buh!“ zur rechten Zeit getan. Schwieriger ist es da schon, Angst zu bereiten - jenes „Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert“. Der Lustgewinn beim Jump-Scare ist unmittelbar das erlösende Aufschreien oder Auflachen nach dem Schreckmoment; dauernde Angst auszuhalten ist hingegen eine nervenzerreibende Angelegenheit - auch die lässt sich im Spiel als „Safe Space“ freiwillig, leicht und damit positiv erleben.

Wer sich absichtlich mit der Angst konfrontiert, trainiert sich vielleicht - so ein psychologischer Ansatz zur Erklärung - gefahrlos eine dicke Haut an, um mit echten Ängsten besser umgehen zu können - von einem, der spielte, um das Fürchten zu lernen sozusagen.

Indiespiele wie Paratopic verbreiten eine surreale Atmosphäre von Furcht und Verunsicherung, kommen dabei aber ohne Jumpscares aus.

Angst essen Spiele auf

Aber was macht einem Angst in einem Medium, das doch hauptsächlich Spaß machen soll und in dem das nächste Extraleben oder das sichere Savegame nie weit entfernt ist? Manchmal ist es eine drakonische Konsequenz, wie in Rogue-likes oder bei schweren Spielen wie „Dark Souls“ & Co, manchmal ist es die Verunsicherung der wahrgenommenen Realität, die für Unwohlsein sorgt. Und hin und wieder ist es die Verantwortung für eine andere Spielfigur, die immer ein wenig außerhalb unserer eigenen Kontrolle ist - die „Daddyfication“ in Spielen wie „The Last of Us“ oder „God of War“ bringt die furchterregende Erfahrung der Elternschaft und der damit einhergehenden Sorge und Verantwortung in ein Medium, dessen Publikum oft schon selbst alt genug fürs Kinderhaben ist. Mal ehrlich: Sind Escort-Missionen nicht genau deshalb so unbeliebt, weil die Sorge um eine sich oft nicht besonders clever verhaltende andere Spielfigur kein angenehmes Gefühl ist?

Und apropos unangenehme Gefühle: Leider sind es nicht immer die Spiele selbst, die Angst machen, sondern das Drumherum - und dann nicht virtuell, sondern ganz real. Frauen, die in Multiplayerspielen die Mikrofone aus Angst vor Belästigung ausmachen, übergroßer Leistungsdruck in Multiplayerspielen oder gar die Angst, im eSport das Team hängenzulassen - wenn sich reale Angst zum Spielen mischt, ist der Spaß getrübt.

Last of Us

Naughty Dog

Angst ums Kind: Seit die Spielerschaft älter wird,nehmen die Schrecken der Elternschaft auch in Videospielen mehr Raum ein.

Sprechen wir über Computerspiele!

Zu allen Themen und Sendungen von FM4 Extraleben gibt es Online-Artikel (bis März 2017 und ab April 2017), sowie einen Podcast.

Man sieht: Zu Angst & Schrecken in Videospiele gibt es einiges zu plaudern - genau das wird das FM4 Gameskränzchen mit Conny Lee, Robert Glashüttner und Rainer Sigl heute, Montag, 29.4. 2019, ausführlich und furchtlos tun.

Und natürlich fehlen auch die ganz persönlichen Tipps der Extraleben-Crew nicht, in welchen Spielen das Fürchten so richtig Spaß macht. Be afraid, baby - it’s only FM4 Extraleben.

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