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Kate Tempest

Kate Tempest

Song zum Sonntag

„Firesmoke“: Kate Tempest zelebriert die wichtigen Momente

Der Song zum Sonntag: Kate Tempest - „Firesmoke“

Von Christoph Sepin

Wenn Kate Tempest ein neues Lied veröffentlicht, dann trägt das ganz klar ihre Handschrift: Die Stimme der Musikerin aus London ist unverkennbar präzise, pointiert und präsent, Zeilen werden bedächtig und voller Direktheit rezitiert. Das können Texte über schlaflose Nächte oder verlorene Kontinente sein. Oder wie in dem neuesten Track von Tempest, ein Lied über die Liebe und die Liebhaberinnen. Konstant bleibt in all dem ein Gefühl von Nähe und Dringlichkeit, das transportiert wird.

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  • Auch der geschätzte Wissenschafts- und Popjournalist Thomas Kramar macht sich in der Presse am Sonntag zum jeweils selben Song seine Gedanken.

Schon das letzte Album von Kate Tempest, „Let Them Eat Chaos“, war ein durchdachter Geniestreich, eine Warnung vor dem und Bestandsaufnahme des Status Quo der Welt, der zunehmenden Rohheit, der täglichen Tragik. Das neue, dritte Studioalbum „The Book of Traps and Lessons“ erscheint am 14. Juni. Und davon ist „Firesmoke“ die erste Single.

Tempest hat eine klare Position zu diesem ersten Vorboten ihrer neuen Platte: „I think of the song like a cleansing moment in the wider context of the record, in the same way that a relationship can be a cleansing moment in the wider context of a life“, sagt sie. „I wrote it for my woman. Inspired by her and everything that falling in love with her has taught me“. Ein Liebeslied, ein Geständnis, ein behutsam zusammengebautes Stück Poesie.

I listen to her hips, I push my kisses to her lips

Die Emotionen, die der Track wiedergeben soll, sind ab dem ersten Takt spürbar: Die Akkorde sind liebevoll und warm, das Drumsample darunter kühl und entspannt gleichzeitig. Hier ist ein Lied konstruiert worden, in dem man sich wohlfühlen soll, das einlädt, für dreieinhalb Minuten zu verweilen, zuzuhören, Teil einer Geschichte über eine Beziehung zwischen zwei Menschen zu werden.

Kate Tempest spielt heute, Sonntag, live am Donaufestival in Krems.

„I watch her dancing by the window“, so Tempest und gibt die Szene vor. „And the whole world is just ripples“. Nichts zählt außer die andere Person in diesen intimen Momenten, mitten in der Nacht, irgendwo auf der Erde.

Es ist eine spürbar kleine Welt mit nur zwei Bewohnerinnen, die Kate Tempest in „Firesmoke“ erschafft. Wie eine Pause von der Realität, die hier eingelegt wird. Ein Zelebrieren der kurzen, echten und wichtigsten Momente, die oft so schnell vorbei sind. Hier werden sie auf die Länge eines Songs ausgedehnt. Ein Lied über Leidenschaft, Freiheit, Nähe und Glück - und noch viel mehr, das es zu entdecken gibt.

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