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JUNOS: Studiengebühren und „faire“ Zugangsbeschränkungen

Die Jungen Liberalen Studierenden (JUNOS Studierende) wollen „Elite Unis für alle“. Erreicht werden soll das durch Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen. Alles soll aber „fair“ sein.

Von Lena Raffetseder

Die JUNOS Studierende sind die offizielle Studierendenorganisation von NEOS und erreichten bei der letzten ÖH-Wahl 2017 ihr bestes Ergebnis: 12,6 Prozent. Spitzenkandidat ist heuer der Tiroler Nino Rohrmoser. Er ist 22 Jahre alt, studiert Wirtschaftsrecht an der Wirtschaftsuniversität Wien und ist seit zwei Jahren Mandatar.

Rohrmoser fasst zusammen, wofür die JUNOS stehen: „Wir wollen ausfinanzierte Hochschulen mit nachgelagerten Studiengebühren, eine digitale Hochschule fürs echte 21. Jahrhundert und ein Studieren ohne Grenzen, damit ein Auslandssemester Standard ist.“ Vor allem mit ihrem Konzept der Finanzierung, heben sich die JUNOS von anderen Fraktionen ab.

„Ausfinanzieren“ um jeden Preis

Neben mehr staatlichen Mitteln wären da etwa die nachgelagerten Studiengebühren. JUNOS wollen Gebühren von maximal 500€ pro Semester. Ist man mit dem Studium fertig, zahlt man acht Prozent von dem Einkommen, das über 1200€ netto liegt, zurück. Nach 30 Jahren soll das Darlehen getilgt werden.

Bei der ÖH-Wahl 2017 haben die JUNOS 12,6 Prozent der Stimmen erreicht. Das entspricht sieben Mandaten in der ÖH-Bundesvertretung.

Die dritte Säule der Finanzierung soll laut Rohrmoser aus Drittmitteln von Unternehmen bestehen. Für Rohrmoser ist das mit freier Wissenschaft und Forschung vereinbar: „Klar muss man im Detail aufpassen, aber ob ein Hörsaal nach einem Unternehmen benannt ist oder nicht, das interessiert den Studierenden doch gar nicht. Man muss halt klare Kriterien dafür festlegen und auf Transparenz setzen.“ Wichtig sei die Qualität des Studiums, sagt der Spitzenkandidat. Wie man ein Unternehmen davon abhalten würde, das Curriculum zu beeinflussen? Davon sei man sowieso sehr weit weg, meint Rohrmoser.

Fairness geht vor

Eine so ausfinanzierte Hochschule wäre dann eine „Elite-Uni“: „eine digitale Hochschule die im 21. Jahrhundert angekommen ist und wo man nicht mehr zittern muss, ob man einen Platz in der Pflichtlehrveranstaltung bekommt“, erklärt Nino Rohrmoser. Dazu gehört, dass der Zugang zu Hochschulen und überlaufenen Fächern beschränkt wird.

JUNOS-Spitzenkandidat Nino Rohrmoser

FM4/ Lukas Lottersberger

Die JUNOS sehen das derzeitige STEOP-System als unfaires Mittel, um die Zahl der Studierenden zu reduzieren. „Es ist fairer für alle, wenn man davor sagt, wie viele Leute finanziert werden können, als wenn man sagt, gut es kann jeder anfangen, aber wir prüfen dann im ersten Semester teilweise bis zu zwei Drittel raus“, sagt Rohrmoser. Für die JUNOS sind Zugangsbeschränkungen ein probates Mittel, um die Zahl der Studienabschlüsse zu erhöhen.

„ÖH setzt ideologische Scheuklappen auf“

Von der Pflichtmitgliedschaft der ÖH hält Nino Rohrmoser wenig, denn eine gute Vertretung brauche keinen Zwang. Die JUNOS stellen sich die ÖH eher als eine Studierenden-Gewerkschaft vor, „weil sie dann endlich einen Anreiz hätte, sich für uns Studierende einzusetzen.“ Für Rohrmoser ist die ÖH zu wenig sichtbar, zu ruhig und durch die eigene Ideologie geblendet.

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