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Farce

Magdalena Fischer

Die Solo-Künstlerin* Farce fühlt sich wohl in der Hyperrealität

Heftiger Strobo-Einsatz, eine Bühnenpersona mit einem Faible für schnittige Sakkos, große Melodien und Heavy Beats: Das alles steckt hinter den Auftritten der Solokünstlerin* Farce. Kommendes Wochenende steht sie mit einem Auftragswerk beim Clubkultur-Festival Hyperreality auf der Bühne.

Von Michaela Pichler

Seit Wochen schon arbeitet Farce an ihrem Auftragswerk für das Hyperreality. Farce heißt eigentlich Veronika König und treibt seit zwei Jahren vor allem um und in Wien ihr Unwesen als elektronische Musikerin* und Produzentin*. Vergangenes Jahr hat sie ihr Debütalbum "Heavy Listening“ veröffentlicht. Der Sound, den die Baden-Würtembergerin darauf kreiert, speist sich aus noisigem Techno, Autotune-Einsätzen und synthetischen Orgelpassagen. Samples überlappen sich über stampfende Beats, während Farce mit Verzerrern auf der Stimme von Angst und vom Zwischenmenschlichen.

Für das Clubfestival Hyperreality hat sich die Veronika König rund um ihr Soloprojekt was besonderes ausgedacht: Anders als ihre bisherigen Auftritte soll es werden. Weniger DJ-Liveset, eher bis ins kleinste Detail vorproduziert und ausgetüftelt, dazu ein paar große Gesten und ein Outfit-technischer Augenschmaus. Es klingt ein bisschen nach einer kleinen elektronischen DJ-Oper, wenn Farce von ihrer Hyperreality-Show erzählt. Der zeitliche Druck hindert die Wahl-Wienerin allerdings nicht am produktiven Schaffen - ganz im Gegenteil - wie Farce im Interview erzählt: „Deadlines sind immer stressig. Aber ich glaub, ich arbeite sogar ein bisschen besser, wenn ich einen gewissen zeitlichen und finanziellen Rahmen habe. Wo ich weiß, was kann ich machen, was möglich ist und was nicht. Außerdem habe ich das Glück, dass ich mit Marlene Engel und dem ganzen Hyperreality-Team auf der Produktionsseite Menschen habe, die absolut dedicated dazu sind, das alles möglich zu machen, was ich machen möchte!“

Veronika König ist mit ihrem Soloprojekt für das Hyperreality und für die Festivalkuratorin Marlene Engel keine Unbekannte. Bereits im Vorjahr hat sie gemeinsam mit der Künstlerin* Fauna und den Gadaffi Gals für das Festival zusammengearbeitet. Das Clubkulturfestival Hyperreality, das heuer auf der Sophienalpe im Wiener Wald stattfindet, glänzt auch in seiner dritten Edition mit einem divers-queeren Programm und wirbt mit 30%-Männerquote. Mit dem kuratorischen Leitfaden des Festivals und den Produktionsbedingung ist Farce sichtlich zufrieden.

„Das Hyperreality ist nicht nur in Wien, nicht nur in Österreich, sondern in Europa einfach vom Booking und der Idee her eine Besonderheit.“

Der Auftritt von Farce findet am Samstag, den 25. Mai um Mitternacht auf der Sophienalpe statt. Das ganze Hyperreality-Programm findest du hier.

Nicht nur die Hyperrealität auf der Sophienalpe im Wienerwald hat es Veronika König vom Ort her angetan. Wien als Produktionsstätte ist für die Baden-Württembergerin ein gutes künstlerisches Pflaster, das sie und ihre Musik von Anfang an gut aufgenommen hat: „Ich bin inzwischen der Meinung, dass an einem anderen Ort so wie ich produziere es gar nicht möglich gewesen wäre - z.B. so ein Ort wie Berlin wäre viel zu groß und übersättigt gewesen. So hässlich das ist, auf die Art und Weise über so etwas nachzudenken, aber da wäre es total anstrengend gewesen überhaupt einmal jemanden dazu zu bringen, dem zuzuhören, was ich mache. Und das ist in Wien selbst gekommen.“

Spaß statt Minimalismus

Auch kommenden Samstag wird ein Publikum kommen und gebannt zuhören. Theatralisch und konzeptionell soll es beim Hyperreality werden, verspricht Farce. Einen kleinen Vorgeschmack für die geplante Show auf der Sophienalpe hat sie bereits in Dalias Late Night Lemonade-Studio gegeben.

Farce performt „Kiss Me“ in Dalias Late Night Lemonade

Das Sixpence None The Rich-Cover „Kiss Me“ steht exemplarisch für den bevorstehenden Festival-Beitrag beim Hyperreality: Fast schon happy klingen die Beats von Farce, die sich unter ihre verzerrten Schmuse-Einladungsgesänge legen. Weg vom Minimalismus, hin zum Spaß. Dabei soll auch getanzt werden, wie Farce ihrem Hyperreality-Publikum ausdrücklich empfiehlt. „Es wird aber niemand gezwungen“, schmunzelt sie.

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