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Strache in Lederhose

APA/MANFRED FESL

mit akzent

Warum tragen Politiker immer braune Hosen?

Ein Witz aus Bulgarien ist in Österreich nicht besonders gut angekommen, zumindest bis zum vergangenen Wochenende.

Eine Kolumne von Todor Ovtcharov

Vor einigen Monaten war ich auf einer Party. Einige der Leute dort waren in unterschiedlichen Institutionen der öffentlichen Verwaltung beschäftigt. Im Laufe des Abends fingen alle an, über unterschiedliche Sachen zu scherzen. Mir fiel auch einen Witz ein: “Früher hatten Feldherren rote Uniformen an, um die Armee nicht zu traumatisieren, wenn sie bluten. Heute tragen Politiker immer braune Hosen.” Der Witz kam nicht so gut an. Vielleicht, weil sich einige auf der Party selbst als Politiker betrachteten.

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Ich kann mich nicht erinnern, ob sie braune Hosen anhatten, aber bald wurde mein Witz gegen mich und meine Herkunft gerichtet... „Vielleicht mag das mit den braunen Hosen in Bulgarien stimmen, doch in Österreich passen alle auf, um sich nicht schmutzig zu machen.“ Ich musste mir lange anhören, dass nicht nur die Politiker am Balkan korrupt und prinzipienlos seien, auch jeder Bürger des Balkans, so meinten meine neuen Freunde, sei bereit, für Schmiergeld seine eigene Mutter zu verkaufen. Ich sagte nichts. Schließlich schienen hier alle Osteuropaexperten zu sein.

In den Monaten danach wurde Bulgarien von einer ganzen Serie von Korruptionsskandelen erschüttert. Mehrere Politiker hatten sich Wohnungen gekauft, weit unter dem Marktpreis. Die Baufirma, die ihnen die Wohnungen „geschenkt“ hatte, durfte dafür viele Gebäude bauen, einschließlich eines Wolkenkratzers. Viele mussten zurücktreten. Es wurde gewitzelt, dass wir nach so vielen Politikerrücktritten die Mafia los seien.

Bald danach kam „Ibizagate“. Ich erinnerte mich an die jungen Menschen, die nach dem Witz mit den braunen Hosen der österreichischen Politiker beleidigt waren.

Natürlich behaupten alle Poltiker, dass sie unschuldig sind. Ihre Finanzierung ist rein wie eine Träne. Überall glauben die Hardcore Fans der Politiker immer noch, dass ihre Anführer Opfer einer Verschwörung sind. Dahinter stehen Freimaurer, Journalisten und George Soros. Sie würden sich gerne revanchieren. Revanchieren, aber bei wem? Das erinnert mich an den Witz, dass bei einer Wahl im Wald die Bäume immer für die Axt stimmen würden, da ihr Griff aus Holz sei und sie daher glauben, sie sei eine von ihnen.

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