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Regisseur Guy Ritchie über sein Live-Action-Remake von „Aladdin“

Diese Woche startet ein neues Live-Action-Remake des Disney-Klassikers „Aladdin“ in den Kinos. Regisseur Guy Ritchie, Hauptdarsteller Mena Massoud und der Komponist des Films, Alan Menken haben FM4 dazu Fragen beantwortet.

Von Christoph Sepin

Es ist ein Trend, der sich schon seit einiger Zeit in Disney-Filmen sehen lässt: Man nimmt eine klassische Vorlage des Animationskinos und macht dazu ein Update in Live-Action, also mit echten Schauspielern unterstützt von CGI-Charakteren. „Das Dschungelbuch“ und „Dumbo“ haben beispielsweise schon solche Remakes bekommen, der „König der Löwen“ folgt bald.

Seit dieser Woche ist auch eine neue Version des 90er-Jahre-Films „Aladdin“ in den Kinos. Regie führte der britische Filmemacher Guy Ritchie, bekannt aus Projekten wie „Snatch“ oder „RocknRolla“, in den Hauptrollen spielen Mena Massoud als Aladdin, Naomi Scott als Jasmin und Will Smith als der Dschinni in der Wunderlampe.

Was bei einem Regisseur wie Guy Ritchie ein actionreiches Spektakel erwarten lassen könnte, entpuppt sich als Hommage an die Vorlage und klassisches Hollywood-Kino. Und es geizt vor allem mit einem Konzept nicht: Große Musical-Songeinlagen als Storytellingelemente, die den Cast nicht nur schauspielerisch, sondern auch gesangstechnisch und tanzend präsentieren.

Komponist und Hollywood-Legende Alan Menken im Interview mit Christoph Sepin

Verantwortlich sind dafür nicht nur die Songwriter Pasek & Paul, die schon für „La La Land“ einen Oscar gewonnen haben, sondern vor allem Hollywood-Legende Alan Menken. Seit den 80er-Jahren macht Menken Soundtracks für Filme wie „Arielle“, „Die Schöne und das Biest“, „Pocahontas“, „Der Glöckner von Notre Dame“ und „Aladdin“ und hat für diese Arbeiten acht Oscars und elf Grammys gewonnen.

Besonders steht bei seinem neuen Soundtrack das Lied „Speechless“ heraus, das quasi musikalische Zentrum des Films: Im Gegensatz zu einigen anderen Stücken am Soundtrack ist „Speechless“ brandneu, wird von Naomi Scott als Jasmin performt und wirkt mit seiner Message größer und aktueller als die sonstigen Lieder in der Produktion. Es geht, wie es der Titel schon verrät, darum, nicht länger leise zu sein, aufzustehen und Dinge nicht einfach so hinzunehmen wie sie sind. „Jasmin ist ein anderer, tiefer gehender Charakter in dieser Version“, so Menken. „Und wir befinden uns in einer Zeit, in der Menschen gehört werden wollen. Damit hat das Lied eine kontemporäre Resonanz“.

Hauptdarsteller Mena Massoud im Interview mit Christoph Sepin

Nicht nur in diesem Lied, auch in vielen anderen Momenten in „Aladdin“ zeigen sich Thematiken auf, die aus dem Remake mehr machen als nur simples Entertainment mit einem Fokus auf Romantik und Songeinlagen. Selbstständigkeit und Selbstverwirklichung, beispielsweise, sich nicht nur auf die Bestätigung anderer zu verlassen, aber laut Regisseur Guy Ritchie auch Themen wie Social Media. Die Schatzhöhle in der die Wunderlampe zu finden ist etwa, als Manifestation der materialistischen Verlockungen und wie man sich denen mit Integrität entgegen stellen kann. „In einer Welt von Social Media sollen wir dazu animiert werden, unsere Integrität für fünf Minuten Erfolg zu verkaufen“, so Ritchie. Ein anderes großes Thema in „Aladdin“ ist Kontrolle: Kontrolle über einen Dschinni, Kontrolle über andere Leute, über ein ganzes Imperium und im Endeffekt über sich selbst. Und so zeigen sich ganz interessante Charakterentwicklungen in Aladdin, Jasmin und sogar dem Dschinni bis zum Ende des Films.

Trotz all diesen mehr oder weniger versteckten Botschaften bleibt „Aladdin“ doch ein Familienentertainmentfilm, der den anderen Neuinterpretationen klassischer Disney-Marken folgt: Nostalgie spielt dabei natürlich eine große Rolle, aber auch ein kontemporärer Zugang mit schönen Bildern und Sets, zeitgemäßeren Dialogen und großen Blockbustereinlagen. Eine Neuinterpretation bekannter Formeln sollte trotz des neuen Looks aber nicht erwartet werden, genau so wenig wie ein akribisches Remake der animierten 90er-Vorlage.

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