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der Musikier pauT und seine Band

pauT

FM4 Soundpark Weekly

Neues von pauT, EsRAP, DaStaummtisch, Oehl u.v.m.

Liebe am Mond, Sekt am Schrottplatz, österreichisch-türkischer Rap auf der Donau und Schwarz-Weiß-Architktur des Minimalismuspop. Die neuesten Songs und Videos aus Österreich, plus: Popfest.

von Andreas Gstettner-Brugger

Der Countdown läuft - nur mehr 48 Stunden bis zum ersten Tag des Wiener Popfests 2019! Zum Aufwärmen und Einhören gab es schon genug Möglichkeiten bei uns. Da wäre die hochkonzentrierte und wunderschöne FM4 Acoustic Session mit Lou Asril, in dem ein richtiger Soul- und Jazz-Crooner am Hocker begeisterte. Gänsehaut gab es auch bei Ankathie Kois FM4 Acoustic Session. Der Song „The Light“, gespielt am wunderschönen, großen Flügel geht direkt ins Herz.

Außen hart und innen flauschig, vor allem musikalisch, haben es Kerosin95 bei ihrer FM4 Acoustic Session angelegt, ein frischer Sound mit cleverem Sprechgesang. Das gibt es beim Popfest Wien ab Donnerstag zu sehen. Alle Infos dazu hat Christoph Sepin hier zusammengetragen.

prince pauT de monaco & The greaT kellys - „Moon Cherry“

Rechtzeitig zum 50-jährigen Jubiläum der Mondlandung am 21. Juli 1969 hat unser geschätzter Musiker pauT ein Video zu seiner neuen Single „Moon Cherry“ veröffentlicht. Der Sänger und Komponist setzt gerne zu Höhenflügen an, wenn man sich das Titelbild seiner Facebook Seite ansieht, bei dem er auf einer Flugzeugtragfläche balanciert. Als Board-Crew hat er die charmanten „greaT kellys“ um sich geschart, gekleidet in weißem Flugbegleiterinnenoutfit.

Musikalisch spielt pauT - der sich gerne wie Lennon photographieren lässt - seine Rickenbacker ganz im Stile der 60ies. Passend dazu wird der Ohrwurm-Refrain in englisch mit Chorgesang begleitet. Die Oh-Ohs dürfen da eben sowenig fehlen wie der Kirschbaum an einem Südhang des Mondes, wo sich pauT in ein schönes Mädchen verliebt. „space love on a mountain“ eben. Das Ganze ist übrigens ein Vorgeschmack auf das Album „welTraumkaTzen“, das im Herbst erscheint.

EsRAP feat. Gasmac Gilmore - „Da Boss“

Boss der Wiener Rap-Strassen sind sicherlich EsRAP. Das Duo Esra und Enes Özmen drücken erneut ihre Alltagserfahrungen in den Wiener Arbeiterbezirken mit starken, politischen Zeilen aus, die Esra in ihrem blitzschnellen Sprechgesang uns um die Ohren schleudert. Der türkisch gesungene, melodiöse Part von Bruder Enes klingt frisch und spannend und bietet einen guten Kontrapunkt zu den explosiven Strophen-Parts. Unterstützt werden EsRAP hier von der Wiener Rockband Gasmic Gilmore, die ihren Stil selbst gerne als Mischung aus Gogol Bordello, Kaizers Orchestra und System of a Down bezeichnen.

Visuell verstehen es EsRAP perfekt, die Rap-Stereotypen in den Wiener Alltag zu transformieren und dabei eine ganz eigene Realität zu erschaffen. Egal, ob es vor dem Gemeindebau ist, auf der Donau, in der Shisha-Bar oder in einem kleinen LKW-Anhänger, EsRAp und Gasmic Gilmore kreieren eine Stimmung, bei der wir selbst als Betrachter des Videos gerne Teil dieser coolen Gang wären. Eigene Werte und Grenzen setzen, selbstbestimmt und frei von Zwängen leben, dabei auch aufzustehen für ethische Werte und Toleranz. Das alles vermittelt uns „Da Boss“.

Da Staummtisch - „DFN"

Die Linzer Hip Hop Combo Da Staummtisch versorgt uns schon seit über zehn Jahren mit coolen Rhymes und Tracks. Der neueste Streich „DFN“ ist ein großartiges Stück mit einem Beat von Sepalot, den wir von Blumentopf kennen. Dass die fetzigen Synthies und der deepe Bass-Vibe so fein klingen, ist dem Mischer und Master-Wunderwuzzi Flip von Texta zu verdanken. So einen Track hätten Deichkind wohl auch gerne geschrieben, allerdings hätten sie nicht den Zeigefinger so auf die blutenden politischen Wunden unseres Landes gelegt wie Da Staummtisch.

Auf einer Müllhalde tanzend mit Champagner in der Hand bedanken sich Da Staummtisch für die Neuerungen der zerbrochenen Regierung, sei des der 12 Stunden-Arbeitstag, höhere Tempolimits auf der Autobahn oder die berittene Polizei. Aber Da Staummtisch fasst das selbst am besten zusammen: „Wir vertreten die politisch enttäuschte Bevölkerung und sagen unseren Volksvertretern aufrichtig Danke. Danke für nix. Mittelfinger statt Molotov-Cocktail, Sarkasmus statt Straßenschlacht, Meinungsfreiheit statt Überwachungsstaat. Lasst uns auf die Müllberge steigen und feiern, dass wir nochmal gerade so davongekommen sind.“

Oehl - „Über Nacht“

Mit feingliedrigen Beats, zurückgelehnten Melodien und geschmeidigem Gesang hat sich die Band Oehl schon längst in unser Herz gespielt. Kaum ein anderer Act integriert den deutschen Gesang derart fantastisch in sein frisches Soundgewand, dass es Sprachbarrieren zu überwinden scheint und eigentlich in die internationalen Charts gehört. So auch der Titel „Über Nacht“, eine zarte, trotzdem irgendwie funkige und sich heimlich ins Ohr einschleichende Nummer, die durch wunderschönen Harmonien und das liebevolle Arrangement besticht.

Bei diesem Lied kann man schon ins Träumen kommen, dass über Nacht die ganzen wunderbaren Dinge passieren, die man sich erhofft. Wie das Holzhaus mitten im Wald oder die die Ruhe in der eigenen Seele. Vielleicht auch die Zufriedenheit, die unser Leben glücklich macht, oder sogar die Liebe, die man sucht. Zumindest für ein paar Minuten scheint alles möglich.

Yakata - „Gin Chronic“

Letzte Woche hat meine Kollegin Lisa Schneider schon den neuen Song von Yakata erwähnt. Viel an Information gibt es noch nicht über dieses neue Singing des Labels Assim Records, der Heimat der Steaming Satellites und Good Wilson. Das Wiener Trio hat mit der ersten Single „Gin Chronic“ eine Hommage an alle geschrieben, die nicht gerne aus dem Club nachhause gehen wollen, die Nacht durchmachen und innerlich gegen das schlechte Gewissen ankämpfen. Mit dem schönen Popsound von Yakata gewinnt man den Kampf gegen das Gewissen und tanzt lieber noch eine Runde zu diesem schönen Song.

Auch noch gut und gut zu wissen

  • Kerosin95, die am kommenden Popfest auftreten werden, haben zu ihrem Track „Hass“ ein fantastisches Video gedreht. Mit nur einer Kamera-Einstellung und vielen Freund*innen kann man ein spannendes Filmchen drehen.

FM4 Soundpark Weekly

In dieser wöchentlichen Rubrik servieren Lisa Schneider und Andreas Gstettner-Brugger musikalische Häppchen aus Österreich. Neue Bands und Songs, Videos und Konzerthighlights quer durch den stilistischen Gemüsegarten.

  • Der großartige filous hat eine neue Nummer in der Pipeline, für die er die L.A.-Singer/Songwriterin Ashe gewinnen konnte. Auch wenn der Song sich um den „Monday“ dreht, ist es der perfekt Sommer-Weekend-Hit und wird am Freitag veröffentlicht.
  • Wir freuen uns mit der Band Mela auf ihr Debüt-Album „To Postpone A Dream“. Verschoben wird hoffentlich nix, das Album soll am 30. August erscheinen und wird am 10. September erstmalig im Wiener fluc live präsentiert.
  • Und in der letzten Soundpark Ausgabe hat Daniel Grabner schon dem Wiener Popfest einen Schwerpunkt gewidmet mit einigen Acoustic Sessions. Und David Schweighart hat sein Projekt und seine Platte Schrecken und Bernhard Bauch vorgestellt.

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