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Die Band Mini Mansions in einer Bar

Mini Mansions / Fiction Records

Guy Walks Into A Bar... Nein, kein Witz!

Michael Shuman, der Bassist von QOTSA, und seine Band Mini Mansions veröffentlichen ein poppiges Album über eine stürmische Beziehung, samt einem Duett mit Alison Mosshart von The Kills.

Von Eva Umbauer

Michael Shuman aus Kalifornien ist Multiinstrumentalist. Seit er dreizehn Jahre alt ist, spielt er in Bands. 20 Jahre Rock´n´Roll, inklusive seiner Bass-Arbeit mit den Queens Of The Stone Age, hat er am Buckel. Manchmal fühlt sich Michael Shuman so, als ob er 80 Jahre alt wäre. Sagt er zumindest: „I´ve been throwing my body around for twenty years now“. Aber es ist glücklicherweise kein Ende in Sicht. Auch ein neues Mini Mansions-Album ist sich endlich wieder ausgegangen.

Weil Michael Shuman das neue Album seiner Band Mini Mansions „Guy Walks Into A Bar...“ betitelt - so beginnen (schlechte?) Witze gern -, und weil man bei ihm als QOTSA-Bassist vielleicht ganz oberflächlich nur an breitbeinigen Männer-Rock denkt, läuft Michael Shuman eine Sekunde lang Gefahr, gar in die „alter weißer Mann“-Ecke gestellt zu werden.

Eine Bar, Sonnenbrille auf der Nase, schwarze Lederjacke, ein paar Bier und Schnäpse bestellen und ein wenig in das Glas hineinweinen, weil das mit der so vielversprechenden Beziehung letztlich doch nicht geklappt hat - Klischees und Stereoptype ironisch dargebracht von Michael Shuman, Tyler Parkford und Zach Dawes.

„The first song we recorded for this record. A tune that depicts that full blown, out of control, drug induced feeling you get when you really fall in love. This is the state I was in at the time and nothing else mattered in my life,“ sagt Michael Shuman über den Song „I´m In Love“.

Modern und klassisch zugleich

Michael Shuman und die Mini Mansions haben mit ihrem bereits dritten Album namens „Guy Walks Into A Bar...“ so nebenbei ihr poppigstes und direktestes Album gemacht. Es ist fest verankert im Hier und Jetzt, aber es ist auch klassisch und old-school.

„Guy Walks…“ ist voller Liebe und Lust, Endorphinen und Adrenalin, voller Sehnsucht und soften Harmonien. Piano-Powerpop trifft auf New-Wave-iges, Glam-Rockiges, Discoides, und die psychedelische Gitarre in „Time Machine“ ist einfach top.

Es ist fast ein kleines Wunder, dass die Mini Mansions wieder einen Longplayer geschaffen haben, denn alle drei Bandmitglieder sind - wenn sie nicht gerade Songs aufnehmen oder miteinander Konzerte spielen - meist recht weit voneinander entfernt: Michael Shuman eben als Bassist auf Tour mit QOTSA, Zach Dawes mit den Last Shadow Puppets von Alex Turner und Tyler Parkford mit den Arctic Monkeys.

Freundschaft mit Alex Turner

Der smarte Brite Alex Turner hat seinen L.A.-Freunden überhaupt schon öfter ausgeholfen, etwa vor ein paar Jahren mit einem Gastauftritt beim Mini-Mansions-Song „Vertigo“.

Stichwort „aushelfen“: Am neuen Album der Mini Mansions findet sich auch ein Duett mit Alison Mosshart vom Londoner Duo The Kills. Die Amerikanerin lud vor acht Jahren die Mini Mansions auf Tour mit den Kills ein. Es handelt sich also um eine lange Freundschaft. Wer also, wenn nicht Alison, als es darum ging, eine weibliche Stimme für den Song „Hey Lover“ zu finden.

Im koketten Duett „Hey Lover“, zu dem es sich so schön dezent die Hüften schwingen lässt, stellen Michael Shuman und Alison Mosshart ein Telefongespräch zwischen zwei immer wieder Long-Distance-Liebenden nach. Das basiert auf jener stürmischen Liebesbeziehung, die Michael Shuman hatte; es gibt sie nicht mehr, aber es ist daraus ein Album entstanden: „Guy Walks Into A Bar...“, eine Art Konzeptalbum, das den Bogen spannt von der Honeymoon-Phase zweier Liebender bis zum schlussendlichen Break-Up.

In Love/Out Of Love

"Guy Walks In A Bar..." Cover Mini Mansions

Fiction Records

„Guy Walks Into A Bar...“ von Mini Mansions ist bei Fiction Records erschienen

Auf „Guy Walks Into a Bar..."gibt es Songs mit Titeln wie "I Don´t Even Know You“, „Should Be Dancing“ oder „Living In The Future“.

Michael Shuman: „In this relationship, I saw a perfect future, and I so badly wanted these premonitions to come true. But that’s no way to live. We have no idea what will come next for us. You can try your hardest, but sometimes you just have to hang on for dear life and enjoy the ride, wherever it may lead.“

Enjoy the ride, wherever it may lead - ganz genau das tun wir auch mit dem neuen Album der Mini Mansions, wo Gitarren wie Synthies klingen und Synthies wie Gitarren und wo Michael Shuman schon mal als Sänger im „Crooning“-Style auftritt, wie ihn sein Buddy Alex Turner gern praktiziert.

Bee Gees meet Eminem

Oder da glaubt man gar schon mal, die Bee Gees sind auferstanden und gehen mit Eminem ins Aufnahmestudio, etwa bei „Gummy Bear“, einem Song für hoffnungslose RomantikerInnen und eine der Singles vom neuen Album der Mini Mansions. Michael Shuman sagt über „Gummy Bear“ Folgendes:

"Although „Gummy Bear" is rather fun and comical, the sentiment and story behind it are quite the opposite. We attempted the make the most fun out of a sad situation. I tried to shape and mold someone, my gummy bear’, who ultimately wasn’t the person for me, no matter how bad I wanted them to be.“

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