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Leonard Cohen

Leonard Cohen

song zum Sonntag

Noch einmal 73 Sekunden Leonard Cohen

Der Song zum Sonntag: Leonard Cohen - „The Goal“, die Vorabsingle zum im November postum erscheinenden Album „Thanks for the Dance“.

Von Christoph Sepin

Drei Jahre schon seit 2016, als uns gleich mehrere der ganz Großen verlassen mussten: David Bowie und Prince zum Beispiel, Alan Vega und dann am 7. November 2016 Leonard Cohen.

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  • Auch die geschätzten Wissenschafts- und Popjournalist*innen Thomas Kramar und Heide Rampetzreiter machen sich in der Presse am Sonntag zum jeweils selben Song ihre Gedanken.

Mit dem Album „Thanks for the Dance“ widmet sich Cohens Sohn Adam - der bereits auf dem letzten Album „You Want It Darker“ mit seinem Vater zusammengearbeitet hat - jetzt einer Reihe unveröffentlichter Songs. Arrangiert worden sind die gemeinsam mit Musiker*innen wie Leslie Feist, Beck oder Bryce Dessner von The National. „Thanks for the Dance“ wird am 22. November veröffentlicht, „The Goal“ ist bereits jetzt erschienen.

Knapp 73 Sekunden dauert dieses Lied, nochmal 73 Sekunden mit Leonard Cohen. Mehr Zeit braucht „The Goal“ aber nicht, um sich zu entfalten, um sich festzusetzen und Cohens Direktheit und Eindringlichkeit zu vermitteln. Die Stimme des großen Poeten wird in den Vordergrund gestellt, die Instrumentierung beschränkt sich auf vorsichtiges Piano und eine über die Dauer des Lieds langsam wachsende Spanish Guitar.

Cohen spricht hier aus der Perspektive des Beobachters, des von Krankheit Gezeichneten, der die Welt da draußen durch die Fensterscheibe betrachten muss: „I can’t leave my house, or answer the phone“, beginnt er monoton und trotzdem pointiert zu erzählen. „I’m going down again, but I’m not alone“.

Das ist berührend und düster, voller Schwere und Intimität. Es ist Herbst in „The Goal“, es regnet und die Blätter fallen von den Bäumen, trotzdem glänzt er, so Cohen, wie das Chrom des Autos in der Einfahrt: „I move with the leaves, I shine with the chrome. I’m almost alive, I’m almost at home“. Eine Geschichte über Vergänglichkeit und Introspektion, Melancholie, Hoffnung und das Leben. Für 73 Sekunden, noch einmal die Welt, betrachtet durch die Gedanken von Leonard Cohen.

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