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Serie "Modern Love"

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Serie „Modern Love“: Weil wir liebend gerne weinen

Wahre Liebesgeschichten, vorgelesen von Isabelle Huppert, Willem Dafoe oder Uma Thurman, das bietet der „Modern Love“ Podcast der New York Times. Und jetzt spielen Tina Fey, Anne Hathaway und Dev Patel diese Geschichten als Serie.

Von Anna Katharina Laggner

Acht Mal rund 30 Minuten – das ist noch kein Totalausfall aus dem Alltag. Denn eigentlich möchte man die – bis dato – acht Episoden alle hintereinander sehen. Weil die Serie, genauso wie der gleichnamige Podcast, genauso wie die gleichnamige Kolumne universellen Charakter hat. Man sieht sich immer auch selbst.

Da ist das Ehepaar, das ohne Kinder keinen Grund mehr hat, zusammen zu bleiben. Da ist dieser eine Seitensprung, der die große Liebe zerstört. Da sind das Zaudern und das Zögern, die Peinlichkeiten und die enttäuschten Hoffnungen, wenn man jemanden kennen lernt. Da ist... you name it.

Serie "Modern Love"

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Mit der Liebe kann jede*r was anfangen

Anders gesagt: Mit der Liebe kann jeder was anfangen. Und wenn das, was angefangen wird, dann nicht in Kitsch endet und auch noch in New York spielt, dann ist man bei „Modern Love“.

Liebesprobleme aus purer Schrulligkeit, präsentiert Episode Eins - eine 30-jährige Frau, die, wenn es um die Frage geht, ob das jetzt der Richtige ist, total von ihrem Doorman abhängt. Der Doorman (der auf den seltsamen Namen Gusmin hört) ist immer da, sie kann sich nie aus dieser Abhängigkeit befreien und er findet keinen gut genug. Episode Zwei erzählt dann von einer Liebe auf den ersten Blick und wir sehen den immer romantisch-verschmitzten Dev Patel als Start-up-Unternehmer mit gebrochenem Herzen. Und in Episode Drei tanzt Anne Hathaway als bipolare Reinkarnation von Rita Hayworth durch einen Supermarkt.

Jede Episode ist in sich geschlossen, in diesem Sinne ist „Modern Love“ keine Serie, sondern eine Sammlung von Erzählungen.

Serie "Modern Love"

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Anna Hathaway und Dev Patel, Tina Fey und Cristin Milioti – sie hat die Mutter in „How I met your mother“ gespielt - sind dabei. „Can a song save your life“-Regisseur John Carney führt bei den meisten „Modern Love“ Episoden Regie. Und inszeniert nicht zuletzt New York als die große Sehnsuchtsstadt, was zwar Humbug ist, aber immer und immer wieder funktioniert. Dass viele Menschen, die alle in unterschiedliche Richtungen laufen, Straßen mit Bäumen und Backsteingebäuden oder einfach nur ein Schwenk über die Skyline schon reichen, um in diese schwer-weiche gefühlig-wohlige Stimmung zu kommen, es ist immer wieder erstaunlich.

Und zuletzt wäre noch zu sagen: Man wird in jeder Episode ein, zwei Tränen der Rührung verdrücken.

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