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Junge Menschen mit Bierdosen

APA/dpa/Hauke-Christian Dittrich

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Stop the party!

Jeden Sommer bringt euch FM4 mitten ins Partyleben: Festivals, Konzerte und Poolpartys überfluten unsere Sendezeit. Dank uns wisst ihr, wo ihr am besten feiern könnt. Diesen Sommer aber nicht.

Eine Kolumne von Todor Ovtcharov

Alle Massenveranstaltungen sind potenzielle Viruscluster und deshalb gefährlich. Es ist ganz natürlich, dass sich junge Menschen dagegen wehren. Denn die Jugend saust blitzschnell an uns vorbei und man glaubt, dass die zwei Vodkashots, die man heute geplant hat, sonst endgültig verloren sind.

In meinem Geburtsland Bulgarien wurden aufgrund der Pandemie die traditionellen Maturabälle abgesagt. Die Maturanten aber organisierten sich mit Hilfe geheimer Gruppen auf Social Media und versammelten sich illegal. Sie trugen demonstrativ keine Masken, küssten sich und tranken Sekt aus der Flasche.

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Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten: in der Stadt Veliko Tarnowo stellte sich heraus, dass fast alle 19-Jährigen mit dem Coronavirus infiziert sind - und mit ihnen fast das ganze Personal in den Clubs und den Lokalen, die sie besucht hatten. Jetzt zittern ihre Eltern und Großeltern.

Der Großteil der Neuinfizierten in Österreich seien junge Menschen, die sich auf Partys angesteckt haben sollen. Niemand gibt aber zu, dass diese Partys auf dem Land stattgefunden haben. Denn der Virus kommt aus dem Osten und aus dem Süden. Wie wir es schon längst wissen, kommt viel Böses immer aus dem Osten und aus dem Süden. Migranten zum Beispiel. „Das Virus kommt mit dem Auto über die Grenze!“, warnte Bundeskanzler Kurz und forderte alle Kroatien-Urlauber auf, so schnell wie möglich heimzukehren.

Hinter der Grenze vergisst man schnell jeglichen Anstand. Der brave schüchterne Lehrling wird zu einem Athlet, der furchtlos vom Balkon im Hotelpool springt. Zu Hause trägt man brav Maske und zählt jeden Cent an der Supermarktkassa und im Urlaub ist man ein reicher Mitteleuropäer, der mit dem Geld in den Bars herumschmeißt und versucht, jede Kellnerin zu küssen.

Ich habe schon österreichische Maturanten in Kroatien erlebt. Sie waren nur einen kurzen Moment nüchtern: bevor sie zu trinken begannen. Der Virus dringt nicht mit dem Auto nach Österreich ein, sondern die Menschen bringen ihn mit. Er lauert nicht versteckt im Schatten einer kroatischen Pinie, um in Österreich einzudringen. Er kennt keine Nationalität und Grenzen.

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