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Die FM4 Neuvorstellungen der Woche

Ant Antic, Felix Kramer, Palastic und Temples haben neue Songs: Hier könnt ihr voten, welcher davon am höchsten in die kommenden FM4 Charts einsteigen soll.

Von Katharina Seidler

Ant Antic - „Tides“

FM4 Charts: Jeden Samstag von 17 bis 19 Uhr auf FM4 und nach der Sendung online.

„Good Vids, Vile Times“, unter diesem bezeichnenden Titel wird der Berliner Sänger und Produzent Tobias Koett alias Ant Antic in Kürze sein zweites Album herausbringen. Es geht darauf um unseren Umgang mit der permanenten Daten- und Informationsflut der Gegenwart. „Don’t know what to do with myself, don’t know where to go“, heißt es folgerichtig in den Lyrics der zweiten Singleauskopplung „Tides“, doch diese Überforderung angesichts des Bombardement durch gute und schlechte Nachrichten verwandelt Ant Antic immerhin in entspannte Nonchalance mit dunkler Bassline und steppigem Beat.

Felix Kramer - „Red Ma Halt Einfach Was Anderes“

Apropos Informationsflut: „Ich will dir nix mehr erzählen über Billigfleisch“, singt einer der besten jungen Liedermacher des Landes in seiner neuen Single. Erzählen will Felix Kramers lyrisches Ich auch nichts über Politik oder darüber, woher unsere Kleidung kommt, stattdessen sagt er lieber mit wenigen Worten viel über das moralische Dilemma des Menschen zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und postmoderner Überforderung, Umweltbewusstsein und Kapitalismus („Wir wissen beide, dass es manchmal nicht anders geht“). Nicht nur in Text und Intonation klug und nuanciert, auch musikalisch beweist Felix Kramer einmal mehr Gespür und balanciert diesmal mit Mariachi-Gitarren und markanter Trompete trittsicher zwischen den Polen Calexico und Element of Crime. „Alles gut“ wird das Anfang Oktober erscheinende, zweite Felix Kramer-Album heißen. Alles gut.

Palastic ft. Conor Byrne - „Apollo“

Mit „Picx“ hatte das Wiener Produzenten-Duo Palastic einen unerwarteten, tropischen Sommerhit im Frühling, nun legen sie mit dem nachdenklichen „Apollo“ nach, das sich nach einem zarten Anfang in Richtung deeper, elektronischer Pop aufmacht. Die samtige Gaststimme des irischen Singer-Songwriters Conor Byrne erzählt vom Fliegen und Träumen, die Gitarren hallen sanft, der Bass führt selbst Verzagte auf den Dancefloor. Palastic wissen, was funktioniert, an frühere Trackperlen wie eben „Picx“ oder „Talking“ kommt „Apollo“ aber nicht heran.

Temples - „Paraphernalia“

Wurde jemals ein Popsong über Paraphernalien geschrieben? Das Wort bezeichnet sämtliches Zubehör, das man einer bestimmte Sache zuordnet, wie ein wortgewordener Schaukasten aus dem Museum. Der britische Sänger James Bagshaw bezieht die Paraphernalien in der neuen Single seiner Beatles-, Pink Floyd- und Tame Impala-Neudeutungsband Temples aber ebenfalls auf all die Masse an Zubehör, Beiwerk und Klimbim, die in postmodernen Zeiten auf den gebeutelten Menschen einströmen - offenbar ein Überthema in den heutigen FM4 Brand New-Songs:

Paraphernalia is on your mind
And paranoia turns you blind
Paraphernalia is everywhere
Can we escape from the delirium?

Der Beatles-Wink passt übrigens diesmal insofern besonders gut in Bezug auf Temples, als „Paraphernalia“ niemand Geringerer als Sean Ono Lennon produziert hat.

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