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Die FM4 Song-Neuvorstellungen der Woche

Alfie Templeman, Balthazar, Billie Eilish oder Müßig Gang: Wer von diesen vier Acts soll am höchsten in die FM4 Charts einsteigen?

Von Katharina Seidler

Alfie Templeman - „Shady“

FM4 Charts: Jeden Samstag von 17 bis 19 Uhr auf FM4 und nach der Sendung online.

Hinreißende Jugend: Mit dem flüssigen Glück aus „Happiness in liquid form“, dem Titel seiner jüngsten EP, meint der 17-jährige, britische Superstar-to-be Alfie Templeman nicht etwa Alkohol oder gar Drogen, sondern ganz einfach Orangensaft. Seine lebensbejahende Unschuld ist extrem ansteckend, auch in seiner neuen Single „Shady". Der Song handelt dementsprechend davon, dass man negative, also shady Leute aus seinem Leben verbannen und sich auf das Positive und das Jetzt konzentrieren soll. Co-produziert wurde „Shady“ von Tom McFarland von den musikalischen Verwandten im Geiste Jungle. Beinahe perfekter Pop mit der richtigen Dosis Indie-Appeal.

Balthazar - „Losers“

Erinnert sich noch jemand an die Band Balthazar, belgische Indiepopper mit Hang zu Streichern und Flöten? Guter Karriere-Start ca. 2011, irgendwann Bandpause und diverse Soloprojekte, von denen bei uns etwa Jinte Deprez mit seinem Alter Ego J. Bernardt Eingang ins FM4-Programm fand, 2019 vorsichtige Band-Neuerfindung mit dem Album „Fever“ in eine groovigere, R’n’B-igere Richtung (Eva Umbauer hat das Album hier vorgestellt). Mit dem zurückgelehnten R’n’B-Soul der Single „Losers“ kündigt die Band nun Album Nummer 5 für Anfang des Jahres 2021 an. Man meint, die Eiswürfel im Glas des edlen Whiskeys klacken zu hören, wenn Maarten Devoldere über butterweiche Disco-Synths Zeilen wie diese aus vermeintlich halbgeschlossenen Augen singt:

There’s a girl singing into a hairbrush
there’s a mob boss in every man
I wish I could sing tralala
the way Paolo Conte can

Billie Eilish - „Therefore I Am“

Nach der Standalone-Single „My Future“, ihrem zarten, souligen Liebeslied an sich selbst, wie es nur Billie Eilish mit ihrer unnachahmlichen Nonchalance hinbiegen konnte, meldet sich der möglicherweise beste Popstar der Gegenwart mit einer neuen Single zurück, die es locker mit ihren besten Arbeiten aufnimmt. „Therefore I am“ ist sozusagen classic Billie. Die 18jährige singt und sprech-singt cool wie eh und je darüber, wie wenig sie nach wie vor das Getue wichtigmachender Typen interessiert:

Stop, what the hell are you talking about?
Get my pretty name out of your mouth
We are not the same with or without
Don’t talk ’bout me like how you might know how I feel

Ihr Bruder Finneas hat dazu düstere, funky Videospiel-Sounds programmiert, und es gibt wieder ein paar lustige Einsprengsel im Stile des genervten „d’uh!“ in der Mitte von „Bad Guy“.

Müßig Gang - „Massenlethargie“

Die Band ZINN verband im Frühjahr 2020 mit der Lethargie eine zwiespältige Hass-Liebe, Skero und seine Müßig Gang rechnen mit dem allgemeinen Trägheitszustand der Gesellschaft im Titelsong ihres aktuellen Albums gleich im großen Stil ab: „Es mocht’s jo olle mit, obwohl’s es gar ned wisst’s“. Ganz entgegen der titelgebenden Antriebslosigkeit wird „Massenlethargie“ von einem ganz ordentlichen Groove befeuert, die Gitarren tollen in dieser laut Eigenaussage Neudeutung des Wienerlieds beinahe Country-esk umher und zu Skeros präzisen Raps schenkt uns ein Youtube-Kommentator die treffende Analyse: „skero hüpft über den beat wie a Känguru“.

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