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Die P

Tristan Barkowski

FM4 Tribe Vibes

Das Debüt-Album von Die P ist da

Die in Bonn lebende Rapperin Die P (ausgesprochen wie die Kreiszahl Pi) hat sich fast 20 Jahre für ihr Debüt-Album „3,14“ Zeit gelassen. Der erste Release bei 365xx, einem jungen All Fe:Male-Label aus Deutschland.

Von DJ Phekt

Es ist fast 20 Jahre her, seit Eminem mit seinem Biopic „8 Mile“ die Kinosäle gefüllt und den verbalen Wettkampf der Rap-Battles in die Mitte der Gesellschaft getragen hat. Die P hat den Film damals gesehen, in Folge bei einem deutschen Rap-Battle mitgemacht und so erstmals Bühnenluft geschnuppert: Der Anfang einer Rap-Karriere ohne Zeitdruck.

Gefestigt und geerdet

Die P

Tristan Barkowski

Es ist in einer schnelllebigen Zeit wie heute, in der Künstlerinnen und Künstler - oft getrieben von Streaming-Algorithmen - eine Single nach der anderen ins Netz schießen, kaum mehr vorstellbar, sich jahrelang Zeit mit dem Debüt zu lassen. Doch genau das hat Die P gemacht.

Das Rap-Musik auch abseits der Fan-Perspektive ihr Ding sein würde, wusste sie spätestens nach dem Auftritt beim Battle Anfang der 2000er Jahre. Danach folgten essentielle Fragen wie „Wer möchte ich künstlerisch sein?“, „Was habe ich zu erzählen?“ oder „Wie werde ich mich positionieren?“.

Die P hat sich Zeit gelassen und in Ruhe an ihren Skills gefeilt: Rap-Flows, Schreibtechniken, Adlibs, Stimmkontrolle, Studio-Aufnahmen, Songstrukturen, Hooklines, etc. - nicht zu unterschätzende Fähigkeiten, die zur Job-Description einer Rapperin gehören.

Knowledge, Message, Authentizität

Die P

Tristan Barkowski

Diesen Donnerstag ist Die P ab 22 Uhr bei FM4 Tribe Vibes zu Gast und wird dort mehr über ihr Album erzählen.

Geprägt vom Rap-Klangbild der 90er Jahre und Gruppen wie dem Wu-Tang Clan oder TLC, ist es für Die P als Künstlerin extrem wichtig, authentisch zu sein und Dinge zu repräsentieren, die „echt“ sind. Ob Gespräche mit dem Großvater, die Wertschätzung gegenüber der eigenen Familie oder persönliche Erfahrungen mit Rassismus als afro-deutsche Frau: Die P gibt in ihren Songs viel von sich preis und kombiniert diese Inhalte mit einer gewissen Street-Attitude und Abgeklärtheit in ihrer Haltung. In Verbindung mit den meist Sample-basierten Instrumentals von Produzenten wie BigRoo, Classic der Dicke, TVL oder DeeJay Stean entsteht so ein dringlicher Sound, den wir bereits von ihren EPs „Bonnität“ und „Tape“ kennen.

Bonn als Heimatstadt ist für Die P ein wichtiger Ort. Die ehemalige deutsche Bundeshauptstadt ist aufgrund ihrer Geschichte und als Sitz diverser Botschaften und Diplomaten bis heute multi-kulturell geprägt. Dass es dort auch weniger privilegierte Ecken gibt, weiß Die P aus eigener Erfahrung. Der Song „Hood 53“ ist ihrer Heimatstadt bzw. ihrem Viertel gewidmet. Gleichzeitig eine Hommage an Queen Latifah und ihren Klassiker „U.N.I.T.Y.“.

Debüt bei 365XX

Die Suche nach dem passenden Label ist P nicht schwer gefallen, denn die deutsche Musik-Promoterin Lina Burghausen hat mit 365XX genau zum richtigen Zeitpunkt ein kleines Indie-Label bzw. eine All Fe:Male-Plattform gegründet, die gleichzeitig ein Safe Space für Rapperinnen sein soll. Die P ist mit „3,14“ der erste Album-Release des Labels. Dementsprechend groß ist aktuell die Aufmerksamkeit. Und Booker & Veranstalter haben ab jetzt eine offizielle Anlaufstelle, um mehr spannende Rapperinnen kennenzulernen.

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