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Gentlymad Games / Assemble Entertainment

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„Endzone - A World Apart“ spielt 150 Jahre nach dem Fallout

In dem neuen Aufbaustrategiespiel „Endzone – A World Apart“ existiert die Welt, wie wir sie kennen, nicht mehr. Im Jahr 2021 explodieren weltweit die Atomreaktoren, nur wenige Menschen schaffen es in unterirdischen Zufluchtsstätten. 150 Jahre später ist es an der Zeit, wieder an die Oberfläche zurückzukehren.

Von Chris Stipkovits

Aktive Atomkraftwerke gibt es in Österreich zum Glück nicht, aber bekanntlich in den Nachbarländern. Zwei Generationen in Deutschland haben von der Energiegewinnung aus Nuklearenergie profitiert – der daraus entstandene nukleare Abfall wird noch 40.000 Generationen begleiten. Gut, dass zumindest Deutschland bis 2022 der Nuklearenergie den Rücken kehrt. Nicht auszudenken, was Terroristen mit einem Atomkraftwerk anstellen könnten. Und so weit entfernt sind diese schaurige Gedanken nicht, bedenkt man an die jüngsten Cyberangriffe in den USA, bei denen auch die Netzwerke der Atomkraftwerke betroffen sein sollen.

Das Wort heißt NUKULAR

Endzone – A World Apart wird von Gentlymad Games für Windows entwickelt, und von Assemble Entertainment publiziert.

Im Aufbaustrategiespiel „Endzone – A World Apart“ explodieren weltweit die Atomkraftwerke. Die Welt stürzt ins Chaos, Strukturen verschwinden, und als letzte Rettung flüchten die überlebenden Menschen in unterirdische Anlagen.

Über 150 Jahre später hat sich die Erde von der Katastrophe weitgehend erholt. Grüne weitläufige Wiesen erstrecken sich über die riesige Karte von Endzone. Rehe, Wildschweine und Hasen fühlen sich in den Wälder wohl, ein paar verfallene Siedlungen zeigen die Spuren der einstiegen Zivilisation, wie wir sie heute kennen.

Recyceln als Überlebensstrategie

Der Anführer einer kleinen Gruppe Menschen muss in der Vogelperspektive für das Notwendigste sorgen, damit eine Besiedelung an der Oberfläche klappt – doch es ist ein langer Weg bis wieder Häuser gebaut, die Siedlung mit Strom versorgt werden, oder in Schulen unterrichtet wird. Zuerst wird aus einem nahe gelegenen See Wasser gepumpt, mit Kohle kann die restliche radioaktive Strahlung weitgehend neutralisiert werden. Für Kohle benötigt man aber Holz, und ohne Schutz gegen Reststrahlung kann man die Menschen ja nicht in den Wald schicken.

Also wird Schrott aus den nahegelegenen Ruinen geholt, in einem Recycler die Ressourcen wie Stoff, Elektronik und Metall sortiert – in der Schneiderei wird dann endlich ein Halstuch genäht. Will man seine Bewohner*innen besser gegen Radioaktivität schützen und zum Beispiel eine Atemschutzmaske produzieren, dann wird die Produktionskette minimal komplexer.

Das Wetter als Feind

Die Menschen ohne Schutz in die Wildnis zu schicken, ist keine besonders gute Idee. Wenn die Menschen krank werden, arbeiten sie langsamer oder sterben. Das lässt sich nicht immer vermeiden, deswegen sorgt man als Anführer neben dem Sammeln von heilenden Kräutern auch für eine ausgewogene Ernährung.

In den naheliegenden Wäldern gibt es genügend Wild, in Plantagen wird Obst und Gemüse angebaut. Die Bewohner*innen werden durch eine gute Ernährung glücklich, aber durch lange Dürreperioden kann die Ernte vermiest werden. Zu viel Regen ist auch nicht gut, denn das Wasser ist radioaktiv verseucht. Erst durch eine Bewässerungsanlage und Abdeckung der Pflanzen wird Schutz geboten. Sandstürme beschädigen Gebäude und nur Baumeister können diese reparieren.

Die Reparatur erfolgt automatisch, jedoch müssen Siedler*innen dafür eingeteilt werden. Das Mikromanagement der Siedler*innen beschränkt sich großteils auf das Zuteilen von Berufen. Sind die Lager mit Holz gut befüllt, dann weist man den Siedler*innen mit wenigen Klicks eben einen neuen Beruf zu, und das ist auch einer der zentralen Mikromanagement Elemente im Spiel. Denn wenn Menschen sterben, wird ihre Aufgabe nicht automatisch nachbesetzt.

I am in a Loop

Man hat als Spieler*in das Fenster zur Verteilung der Berufe in „Endzone – A World Apart“ wohl am häufigsten offen. Immer wieder muss nachjustiert werden, damit die einfachen Produktionsketten nicht ins Stocken kommen und alles optimiert abläuft.

Das wird mit der Zeit etwas eintönig, da helfen die Expeditionen als „spezielles Event“, auf denen man verlassene Ruinen erkunden kann. Schnell wird ein Team aus den Bewohner*innen zusammengestellt, zum Ort des Interesses geschickt und als Belohnung gibt es Ressourcen oder Forschungsgeräte, die eine Entwicklung der Siedlung schneller vorantreibt. Der/die Spieler*in muss nur entscheiden, ob das Expeditionsteam zuerst in dem Gebäude in die Küche läuft, oder sich doch lieber im Dachboden umsieht. Als Belohnung gibt es ein paar Ressourcen.

Spätestens danach wird „Endzone – A World Apart“ aber zur Routine: Das Mikromanagement bei der Berufsverteilung der Siedler*innen im Auge behalten, hin und wieder eine Expedition starten, die nächste Dürre überleben, und durch wenige Erlässe als Anführer die Geburtenrate steigern oder senken. Wieder ein paar Häuser bauen, Ressourcen sammeln und dann wieder Acht geben, dass die Berufe in der Siedlung gut verteilt sind.

Storyereignisse, die das Spielerlebnis interessanter machen, fehlen oder sind nicht besonders spannend umgesetzt. Es fühlt sich ein bisschen so an als wäre „Endzone“ noch in der Early Access Phase, in der an dem Pacing noch gearbeitet wird – dem ist jedoch nicht so, jedoch veröffentlichen die Developer Updates und stellen eine Entwicklungs-Roadmap zur Verfügung.

Good Graphics, bad Music

Die Welt von „Endzone – A World Apart“ sieht richtig gut aus. Die Umgebung wird sehr detailliert dargestellt, die Größenverhältnisse zwischen Personen, Tieren und Umgebung passen – und die Gebäude anzusehen ist fast ein Augenschmaus.

Screenshot des Games

Gentlymad Games / Assemble Entertainment

Nice: Die Entwickler*innen nehmen sich auch nicht nur indirekt dem Umweltthema in „Endzone - A World Apart“ an, sondern Pflanzen mit ihrer Community auch Bäume.

Da kann man gerne auf Partikeleffekte oder ähnliches verzichten, auf gute Background Musik aber nicht. Leider habe ich aber ziemlich schnell, noch während des Tutorials, eine Playlist im Hintergrund gestartet, denn die vorhandene Musik war nicht zufriedenstellend. Trotzdem: Wer ein solides Aufbauspiel sucht, mit zufällig generierten Karten und Wetterbedingungen, der wird in „Endzone – A World Apart“ ein paar nette Spielstunden verbringen.

Schaut auf Twitch vorbei

Conny Lee und ich werden uns „Endzone – A World Apart“ in der FM4 Spielekammerl-Show heute, 25.02.2021 ab 17.00 Uhr anschauen. Wenn ihr neugierig geworden seid, dann schaut vorbei, chattet und plaudert mit uns.

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