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Aktueller Musiktitel:

Blasser Kyren

Nele Hazod

fm4 soundpark weekly

Neues von Blasser Kyren, Anna Mabo, Marco Kleebauer u.v.m.

Bären, Sterne, Kollektivismus: Am Ende ist es gemeinsam doch immer am besten. Die österreichische Musikwoche im Überblick.

Von Lisa Schneider

Es ist vollbracht! Dreimal hat im April im Großen Sendesaal des Radiokulturhauses in Wien die FM4 Blockparty stattgefunden. Den krönenden Abschluss nach den Hosts Eli Preiss und Slav haben wir mit niemand Geringerem als der gesamten Honigdachsbande gefeiert.

Die Honigdachs Crew bei der FM4 Blockparty

Radio FM4

So voll war’s - natürlich unter eingehaltenen Sicherheitsbestimmungen - wohl nie, so laut auch nicht. Und es war eine Premiere: Noch nie sind so viele Artists, die schon mal etwas übers Label Honigdachs veröffentlicht haben, gemeinsam an einem Abend auf einer Bühne gestanden. „Ein kollektiver Abriss“ schreibt Melissa Erhardt wahrheitsgemäß über diesen Abend, das Video findet ihr hier. Nur Hits und auch ein paar Neuigkeiten gab’s in der Setlist, kurz nach ihrem Auftritt sind etwa Kizmet und MDK auch schon ins Taxi gestiegen und hinauf auf den Küniglberg ins FM4 Tribe Vibes-Studio gefahren, um über ihr just in dieser Nacht veröffentlichtes, neues Album „Odyssee“ zu sprechen.

Der Spirit der FM4 Blockparties setzt sich fort: Richtig gut kennengelernt haben wir sie beim gemeinsamen Auftritt mit Eli Preiss, jetzt sind Skofi & Skyfarmer unser brandneuer FM4 Soundpark Act im Mai.

Ja, Panik haben schon immer das Einreißen und neu Aufbauen geliebt. Hier steht Andreas Spechtl mitten in der FM4-Baustelle, kurz nach dem Interview.

Katharina Seidler

Eins der besten Alben der letzten Woche, und eins der am sehnlichsten erwarteten war „Die Gruppe“ von Ja, Panik. Neue Musik nach über sieben Jahren Wartezeit. Andreas Spechtl hat uns im Gespräch darüber alles über deutsche und österreichische Texte und schöne Wörter wie „eh“, über das Kollektiv Ja, Panik und seine aktuell liebsten Songs verraten.

Anspieltipp: „The Cure“:

Doktor, bitte hör mir zu jetzt
Bitte hör mich, bitte an
Ich will ja nur, dass du mir zuhörst

Dass mir niemand helfen kann
Das weiß ich eh
Das weiß ich eh

Die Musikvideoauswahl der Woche:

Blasser Kyren - „NGBA“

Auch so eine neu-potentielle Lieblingsband: Blasser Kyren, die nach Eigenaussage „Dream Trip Pop“ schreiben. Das erste Album trägt schon mal den vielversprechenden Titel „Butter & Stress“ und wird Ende Juni erscheinen. „NGBA“ heißt die aktuelle Videosingle. Man kann sich jetzt den Spaß machen, das zu googeln, und auf Ausführungen wie „Next Generation Business Aircraft“, „National Gay Basketball Association“ oder „nothing’s gonna be alright“ zu stoßen. Es ist aber auch ein bisschen egal und vielleicht heißt’s ja einfach nur „New Great Band (From) Austria“. Das stimmt zumindest fix.

Anna Mabo - „Der Bär“

Nichts für zart besaitete Gemüter: in Anna Mabos neuem Video zum Lied „Der Bär“ wird ein Schwein vor unseren Augen zerlegt, mit allen blutigen Details, die dazugehören. Dabei fängt das alles ganz ruhig und lieblich an, mit sanften Streichern, einem bärtigen Mann, der schnell ins Blumenkleid schlüpft und auf der Almwiese seine frische Milch aus einem Champagnerglas trinkt. „Und vor dir liegt die Straße wie ein toter, grauer Bär“: Anna Mabo spielt mit, vermischt und deutet Heimatfilmklischees um, in deren Zentrum das männliche Ego einen sonst so leidlich festen Platz einnimmt. Für Fans von Alicia Edelweiss, die es roher und rauer mögen.

Marco Kleebauer - „All My Live“

„A lot of firsts this day: first music video shoot, first time ever skating in an alien costume and first public nuisance with my music (lol) but it was such a fun day“ schreibt Marco Kleebauer, dabei ist das doch alles viel weniger als Belästigung und eher der Spaß, den er am Schluss betont. Und noch ein erstes Mal: Der Produzent und unter anderem zweite musikalische Kopf von Leyya singt auf „All My Live“ selbst. Während Marco also nicht gerade eine „Drum-Library“ für die Welt erstellt, malt oder „musikalische Tagebucheinträge“ macht, stellt er sich gern aufs Skateboard und schreibt wunderbar Lo-Fi gehaltene Musik wie diese hier.

Diskoromantik - „Stern“

„Besoffene Lover“, das waren sie noch am Debütalbum, trunken vielleicht von Schnaps, vor allem aber von Herzweh. Das ist jetzt überwunden. „Stern“ heißt die neue Videosingle von Diskoromantik, die sie gemeinsam mit Nilo aufgenommen haben. „Babe, heut hab’ ich Lust, dich mit keinem zu teilen“: Schon die Eröffnungssequenz des Videos ist herrlich schlimm angelehnt an diverse TV-Formate, unter denen „Herzblatt“ wohl eins der besten war. Da werden dicke Küsse in die Kamera geschickt, die Sonnenbrille zur Nasenspitze geschoben und die Jacke keck ein bisschen über die Schulter geworfen. Der melodiöse Rap-Gesang von Diskoromantik lebt nach wie vor von der gerade noch erträglichen Überspitzung. Anders könnte sollte wollte man Zeilen wie diese aber auch gar nicht laut sagen: „Vergiss all die anderen / du und ich auf einem anderen Stern“.

Auch noch gut und gut zu wissen

  • „Island trifft Wien, um zu arbeiten. Arbeit, darum geht’s“. So lautet die aktuelle Selbstbeschreibung der Band Oehl auf Facebook, natürlich angepasst an den aktuellsten Release. Da hat uns das Duo einen Tag vor’m Tag der Arbeit ein Lied über ja, die Arbeit dagelassen. Es heißt „Arbeit“. Drin steckt natürlich viel mehr als nur dieses Wort. Gute Sätze wie „Es ist nur die Arbeit / sie wächst über Köpfe / sie baut ihre Nester / aus Draht und Seil“ hört man sich am besten in dieser schönen visuellen Begleitung an.
  • „Let me show you how I roll / lemon & sugar in my soul“ rappt Miss BunPun auf „Lemon & Sugar“ als Einladung in ihre Welt, es muss cool sein, dort. Das neue Album ist am Weg.
  • „In Stunden voller Selbstgespräche ist die neue EP: ‚PHASE 2: EISZEIT‘ entstanden. 1000 Fragen an mich selbst und 0-5000 Antworten“ schreiben Kaltenkirchen über ihre neue EP, zum Release gab’s gleich auch ein Video zur Single „Neue Wege“. Und die geht auf gute Weise wieder zu den Anti-Schlager Anfangstagen des Duos, das zwischenzeitlich ja mal eher Richtung Trap ausgewandert ist.
  • Da werden Tennisbälle angeschnitten, der Baseballschläger angewärmt und zwischen Kant und Fitzgerald geblättert: die Band :aexattack pflegt ihren Indierock diesmal ein im großen Teich der desaströsen Liebe. „You Are Killing Me“ ist die Single, die wir dann auch bald am dritten Longplayer hören werden, er erscheint Anfang Juni.

FM4 Soundpark Weekly

In dieser wöchentlichen Rubrik servieren Lisa Schneider und Andreas Gstettner-Brugger musikalische Häppchen aus Österreich. Neue Bands und Songs, Videos und Konzerthighlights quer durch den stilistischen Gemüsegarten.

  • Das Wiener Duo Don’t Go hat sein Debütalbum „Jasmine“ veröffentlicht, es pendelt geschmeidig zwischen zartem Pop und subtiler Experimentierfreude. Die Band schreibt selbst: „It is an album that will be your compassionate companion in introspective moments, but we also hope it makes you dance around your room. Just make sure you put on your best headphones, play it loudly and enjoy the sound.“
  • Manchmal einfach nur die Acts für sich selbst sprechen lassen: „Miss Lead is a London MC currently based in Vienna. The 25 year-old from Brixton combines a Grime and Rap skillset with Pop music influences trying to create a new kind of sound.“ Und der klingt so.
  • So kurz vor dem Finale hauen fast alle fünf Acts nochmal neues Material raus: auch OSKA ist noch im Rennen um den heurigen FM4 Award beim Amadeus, bis 6.5. könnt ihr abstimmen, vielleicht bringt ja ihr neues Singlevideo „Lousy T-Shirt“ die Entscheidung (für euch).
  • Es gibt eine neue Band in Wien, sie besteht teilweise aus guten, alten Bekannten, heißt Almost Famous und schreibt Lieder Marke Sunny Side Up. Gern ausprobieren, hier, mit „Purple Soul“.
  • Songs über Kuchen. Immer gerne. „Cake“ heißt der neue Release von STEFFKO, Kathi Power und Kid Pex. Kein Kindergeburtstag!
  • „There was no plan, just a room, a lamp, my face and a coat telling a story about a peaceful ending and supposedly contradictingly : more love , not less.“ Und so hat Mira Lu Kovacs spontan noch ein Video zum kürzlichen Albumrelease veröffentlicht, diesmal zum Song „Dove On A Bench“.
  • Im Donnerstags-Soundpark gab es live und exklusiv die letzte und dritte Ausgabe der FM4 Blockparties zu hören. Die Honigdachs-Bande mit unter anderem Fate, Kreiml & Samurai und Kardinator waren zu Gast im großen Sendesaal des Radiokulturhauses. Außerdem haben wir exklusiv ins neue Album von Ja, Panik reingehört und in die neuen Singles von unster anderem Marco Kleebauer, Oehl und Blasser Kyren.
  • Im Sonntag-Nacht-Soundpark mit Christian Pausch haben wir ein ausführliches Interview mit unserem brandneuen FM4 Soundpark Act im Mai - Skofi und Skyfarmer - gehört, und es gab nochmal die volle Live-Dröhnung für euch: Christian hat nochmal alle FM4 Blockparties mit Eli Preiss, Slav und der Honigdachsbande Revue passieren lassen.

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