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Marteria

William Minke

Marteria finalisiert gerade sein neues Album

Mit seiner Single „Paradise Delay“ ist Marteria aktuell an der Spitze der FM4 Charts und gibt uns damit einen Vorgeschmack auf das, was da noch kommen wird. Nach längerer Solo-Pause wird noch heuer ein neues Album erscheinen.

Von DJ Phekt

Donnerstagabend letzter Woche. Der Video-Chat zum vereinbarten Zeitpunkt läuft, doch der Hauptprotagonist lässt auf sich warten. Mit einer kleinen Verspätung, die noch in den Rahmen der sprichwörtlichen „akademischen Viertelstunde“ fällt, öffnet sich doch noch das kleine Fenster am Screen und mir gegenüber erscheint Marteria, der sich mit der besten Begründung entschuldigt: Er war wenige Sekunden davor noch im Studio und so vertieft in den Prozess, dass er den vereinbarten Interviewtermin kurzfristig vergessen hat. Und damit sind wir gleich beim Grund für unser Gespräch.

Niemand bringt Marten um

Der erste Vorbote auf das neue Album ist vor wenigen Monaten, Mitte März 2021, erschienen und hat das Ende der mehrjährigen Solo-Pause von Marteria eingeläutet.

Zur Erinnerung: Sein letztes Album, „Roswell“, kam im Frühjahr 2017 heraus. 2018 sind dann grüne Rauchschwaden aus „Green Berlin“ aufgestiegen, um den Release des Marsimoto-Albums „Verde“ zu zelebrieren. Es folgte das Marteria/Casper-Kollabo-Album „1982“, das Ende August desselben Jahres erschienen und in Deutschland auf Platz 1 der Charts gelandet ist.

Ein intensiver Release-Reigen, begleitet von unzähligen Liveshows, Terminen und Stress. Noch vor der Pandemie hat Marteria daher beschlossen, sich eine künstlerische Auszeit zu nehmen und das zu tun, was er am liebsten mag: mit einer Angel an entlegene Orte reisen, in andere Kulturen eintauchen, die Komfortzone verlassen. Der Song „Niemand bringt Marten um“ handelt von dieser Sehnsucht nach Adrenalin und dem Ungemütlichen.

Von Barbados in den Club

Nach drei anstrengenden Jahren voller Termine, Konzerte und Trubel hat sich Marteria, wenige Monate bevor die Pandemie über die Welt hereingebrochen ist, ein Jahr Auszeit genommen. In diesem Jahr wollte er reisen, sich neue Inspiration holen und runterkommen vom hohen Stresslevel. Letztendlich war er in Venezuela, Kolumbien und Barbados. Dort ist er mehrere Monate „festgesteckt“, weil keine Flugzeuge mehr gestartet sind. Es gibt schlimmere Plätze, um hängen zu bleiben. Auf Barbados hat er die ersten Songs des neuen Albums geschrieben.
Eine Platte, die von einer tanzbaren Grundstimmung geprägt sein wird.

Produziert wird das gesamte neue Album einerseits von The Krauts, jenem Produzententeam, das für einige Hits des Rappers verantwortlich ist und mit denen er sich im Studio blind versteht. The Krauts kennt man auch von Produktionen für Acts wie Seeed, Peter Fox, Dendemann, Beatsteaks und viele mehr. Ein weiterer involvierter Produzent ist Siriusmo aus Berlin.

Neu im Team ist DJ Koze, ein Künstler, den Marteria schon in den 90er Jahren für seine Fischmob-Produktionen sehr geschätzt hat und der mittlerweile ein guter Freund geworden ist. Mit seinem individuellen, elektronischen Soundentwurf und Feingefühl hat Koze sich als weltweit gefragter DJ und Produzent etabliert und wird die Musik auf dem neuen Album dementsprechend bereichern. Marteria bezeichnet die Zusammenarbeit als persönlichen Ritterschlag, auf den er stolz ist. Als Teenager war er mit seinem Bruder in Rostock auf einem Fischmob-Konzert, das ihn geprägt hat.

Optimistisch nach vorne schauen

Nach der Disruption des letzten Jahres möchte Marteria mit seiner Musik einen optimistischen Grundvibe teilen. Seine Texte basieren auf persönlichen Erfahrungen, verpackt in die für ihn typischen Wortspiele und Metaphern. Gespickt mit Zeilen, die zum Schmunzeln bringen und die oft von einer „Kopf hoch“-Attitüde geprägt sind.

Das Musikvideo zur aktuellen Single „Marilyn“ wurde übrigens in Kolumbien gedreht, einem Sehnsuchtsort, an dem Marteria mittlerweile viele Freunde hat und wo er sich regelmäßig aufhält.

Der Song ist der dritte Vorbote auf sein Solo-Album, das dieser Tage finalisiert wird. Im Interview scherzt Marteria abschließend, dass das gesamte Team massiv unter Druck steht, den vereinbarten Abgabetermin einzuhalten. Es wird sich aber ausgehen. Wir sind gespannt.

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