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Tyler The Creator

Tyler The Creator

Tyler the Creator rappt wieder

„Call me if you get lost“ ist ein komplexes Meisterwerk von Tyler the Creator.

Von Natalie Brunner

Auf seinem neuen Album verabschiedet sich Tyler the Creator von dem gebrochenen 21st Century Soul Crooner Igor. Auf „Call me if you get lost“, stellt er sich seinen Hörer*innen als der zwischen Sophistikation und Zorn pendelnde Dandy Sir Tyler Baudelaire vor. Eine Anspielung auf den französischen Dichter Charles Baudelaire, der in seinen Gedichten bravourös mit Reim und Rhythmus spielte und eine dunkle Romantik mit Beobachtungen des realen Lebens verband.

I be talkin’ that fresh, shit, I don’t need gum

Das Cover ist eine Referenz an Ol Dirty Bastards „Return to the 36 Chambers: The Dirty Version“, das erschien, als Tyler Okonma, der von sich bis heute als Boy spricht, vier Jahre alt war. Er spricht viel über das Reisen, das Unterwegs- und Auf-der-Suche-Sein, zwischen Ausstellungen im Kunsthistorischen Museum Wien und Jet-Ski-Fahrten mit Delfinen. Auf der Suche wonach?

Die Antwort liegt in dem dichten Gewirr der Referenzen von Tylers Rap. Die Abwesenheit seines Vaters, sexuelle Identität, HipHop, Politik, die Reaktionen darauf, dass Igor 2019 den Grammy für das beste Rap-Album gewonnen hat, Sklaverei, Kapitalismus, die kaleidoskopartige Evolution seiner Künstlerpersona, wie Drake bei Tylers Festival Camp Flog Gnaw von der Bühne gebuht worden ist, Shout-outs an DJ Drama - all das baut Tyler in die erste Single „Lumberjack“ ein.

Rolls-Royce pull up, Black boy hop out

Es ist ein Selbstportrait, in dem er Fremd- und Selbstwahrnehmung gegeneinanderstellt, und auf Zuschreibungen, die er im Laufe seiner nun über eine Dekade dauernden Karriere bekommen hat, eingeht. Vom homophoben Jugendverderber, dem die Einreise ins Vereinigte Königreich untersagt wird, bis zum Genres und Geschlechterstereotypen aushebelnden Universalgenie reicht das Spektrum der Meinungen, die seit dem Erscheinen von „Goblin“ 2011 zu Tyler the Creator publiziert worden sind.

Prominent auf dem ganzen Album ist DJ Drama. Tyler versetzt uns in die Zeit seiner Jugend zurück, als DJ Dramas Mixtape-Serie „Gangsta Grillz“ herausragend war. Tyler strukturiert sein neues Album wie ein Mixtape.

Die Songs sind eingebettet in die Shout-outs von DJ Drama, der durchgängig auf den 16 Cuts hostet. Der Jingle durchbricht die Rap Parts, Freestyles und Gesprächsfetzen, die Tyler durch die gesamte Länge von „Call me if you get lost“ zieht. Der FM4 HipHop Lesekreis hat sich über „Hot Wind Blows“, die Nummer, auf der Tyler mit Lil Wayne rappt, und über die Rolle von DJ Drama bei "Call me if you get lost“, unterhalten:

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