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Portrait Ruhmer mit Pferd

Sarah-Maria Hemmerling

FM4 Soundpark Weekly

Neue Musik von Ruhmer, Lorenz Ambeek, Pippa, Mashiko u.v.m.

Das Erfüllen von Kindheitsträumen, die inneren Kämpfe der Seele und vom Wunsch nach Eigenständigkeit und Loslassen beim Chillen am Segelboot. Das sind die neuen Videos und Singles aus Österreich.

Von Andreas Gstettner-Brugger

Es war ein rauschendes und idyllisches Fest in der Wiener Arena, im Karlsgarten und in der Karlskirche. Das Wiener Popfest, kuratiert von Esra Özmen (EsRAP) und Herwig „Fuzzman“ Zamernik, war ein voller Erfolg und ein wunderschönes Fest für die Freiheit und die Festival- und Musikkultur-Rückkehr. Es war „radikal, politisch, laut“ wie Lisa Schneider meint, es war ein „Abend, der lustvoll die Zukunft zelebriert" wie Katharina Seidler meint und das Publikum feierte unter anderem die „Live-Neugeburt“ des Künstlers Mavi Phoenix mit Gitarre.

Diesen akustischen Wochenend-Ohrenschmaus kann man sich in der Popfest Live-Sendung vom Samstag anhören.

Nach dem Popfest ist vor dem Szene Open Air. Das startet am 29.07. mit einem tollen Line-Up. Voodoo Jürgens, Avec, Yung Hurn oder Parov Stellar werden für schöne, tanzbare und energiegeladene Abende sorgen.

Und wer lieber einen gemütlichen Plausch auf der Dachterrasse mit Grillerei und Philosophie haben möchte, kann sich in der Reihe „Sommer am Ponyhof“ das Gespräch zwischen Fiva, Antonia Stabinger und Markus Binder von Attwenger anhören.

Ruhmer - „Universe“

Das Motiv des einsamen Cowboys ist ein viel verwendetes und geliebtes. Es repräsentiert den amerikanischen Way Of Life, von Lucky Luke über Clint Eastwood bis zum Marlboro-Man. Jetzt gesellt sich der österreichische Sänger, Musiker und Songschreiber Ruhmer zu dieser Riege, allerdings in keine verrauchte, wortkarge oder comic-witzige Welt. Sie ist vielmehr voll von glitzernden Gitarren und Schlagzeugrhythmen, hat einen unglaublich positiven Drive, auch wenn es textlich hier durchaus ans Eingemachte geht. Wer bin ich in diesem Universum? Folge ich noch meinen Träumen oder habe ich mich in den ständigen Wandel und der Selbstoptimierung verloren?
Zumindest scheint sich Ruhmer einen großen Kindheitswunsch erfüllt zu haben: Zu reiten wie ein Cowboy. Ach ja, und Musiker zu werden.

Pippa - „Jeanne Dark“

Sie liebt es mit Wörtern und der Sprache zu spielen. Sie liebt es, Menschen zu beobachten und ihnen zuzuhören. Sie liebt es, in ihren Songs ihr Innerstes nach außen zu kehren. Die Sängerin, Musikerin und Schauspielerin Pippa kann aber auch ein großes Geheimnis bewahren. Zumindest versichert sie uns das in ihrer neuen Single „Jeanne Dark“.

Grab noch tiefer bis zum Grund / Schau mir in das Auge und / Vertrau mir dein Geheimnis an / Weil ich es für dich tragen kann - ein dunkles Beziehungsstück mit ebenso dunklen Synthieklängen, trockenen Beats und tragisch-epischen Gesten. Pippa einmal anders. Ein Lied über den inneren Kampf und eine Ode an die Zwiespältigkeit. Das dunkle (musikalische) Gewand steht der Sängerin gut.

Lorenz Ambeek - „The Weatherman“

Folkpop mit melancholischem Einschlag. Das ist die Musik des jungen Wiener Musikers Lorenz Ambeek. Mitten in seinem Studium während des Lockdowns hat er begonnen, Songs zu schreiben. Inspiriert wird er von Künstlern wie Bon Iver oder Nick Drake. Dabei faszinieren ihn die emotional fragilen Texte dieser Künstler. Das schöne bei Lorenz Ambeek ist, dass er musikalisch überhaupt keine Berührungsängste hat und diese Freiheit ist in seiner ersten Single „The Weatherman“ durchaus herauszuhören.

Thematisch handelt das Stück jedoch von Lorenz’ Erfahrungen mit Social Anxiety, dieser inneren Widersprüchlichkeit zwischen dem Wunsch nach Zugehörigkeit und dem Willen nach Eigenständigkeit. Es ist ein sehr berührender Song, der es schafft, eine ganze Reihe von Gefühlen auszulösen. Leichtigkeit aber auch Schwermut, Hoffnung aber auch Traurigkeit, Sehnsucht als auch ein Gefühl des Ankommens. Ein wunderbares Stück, das Lust auf mehr macht.

Mashiko - „To The Sky“

Nachdem Lou Asril eine Sonderstellung im österreichischen Soul-Pop eingenommen hat, bekommt er jetzt Gesellschaft. Mashiko ist nämlich nicht nur eine für Töpfereien bekannte japanische Stadt und ein Hersteller teurer Designlampen, sondern auch eine siebenköpfige Band, die wunderbaren Soul-Pop in der Tradition von Galliano, Erykah Badu oder D’Angelo schreibt. Die neue Single „To The Sky“ ist der Vorbote für eine EP, die Anfang September erscheinen wird.

Es ist ein zurückgelehntes, atmosphärisches Stück, das davon handelt, Frieden in einer Beziehung wiederherzustellen. Die Vergangenheit zurückzulassen und einen neuen Start zu versuchen. Das alles kommt sehr geschmackvoll, zurückhaltend und doch mit einer Dringlichkeit daher, die einen sofort einnimmt. Eine zukunftsreiche Band, von der wir hoffentlich noch viele solcher schönen Soulpop-Lieder hören werden.

Vorsicht ft. Polifame - „Wiener Luft“

Wie schön wäre es jetzt, mit einem Segelboot am See zu sein und zu chillen? Vielleicht den einen oder anderen Fisch fangen oder ein Gläschen Sekt trinken. Aber was wenn der Wind abflaut? Dann nehmen Vorsicht und Polifame einfach ein paar kleine Ventilatoren und halten sie ans Segel. Ob das funktioniert?

Was super funktioniert sind ihre Beats, der coole Rap und der witzige und clevere Text von „Wiener Luft“. Wieder einmal ein gutes Stück aus dem Hause Duzz Down San, ein Song für den Sommer und das Chillen am Wochenende. Gleichzeitig ist „Wiener Luft“ ein Track, den man sich immer wieder anhören kann, um die eine oder andere Phrase und den einen oder anderen Sound zu entdecken.

Auch noch gut und gut zu wissen

  • Der gute EDWIN hat sich mit SKYFARMER & VRICH CITY zusammengetan und mit „Twenty Twenty“ eine wirklich schöne, smoothe und groovige Hip Hop-Feelgood-Pop-Nummer geschrieben. Alles wird gut, glaubt einfach dem Edwin!
  • Dream-Pop und feine Produktion. Die neue Single „Fast“ von Greyshadow ist wohl das beste Stück, das Gregor Wessely bis dato aufgenommen hat.
  • Die Band Land Of Ooo hat einen extrem superen Summer-Surfsong aufgenommen. „Fight on the beach“ wird diesen Freitag veröffentlicht und uns mit dem krachigen Lo-Fi-Sound einen schönen Hochsommersoundtrack liefern.
  • Mit Sonnenbrille und Dreadlocks im Sonnenbräunstudio. Der Künstler Lil Franz sagt, wir „Chillen im Elend“ und hat damit eine politische, zeitgeistige und verschrobene Popnummer geschaffen.
  • Die wunderschöne, zerbrechliche und ruhige Nummer „Stay A Little Longer“ von Mira Lu Kovacs hat ein danciges Drum’n’Bass Soundgewand bekommen. Der Theorie Of Me-Remix ist Weltklasse geworden.
  • Schöne Beats und schöner Flow: Die Single „Traunicht“ von STSK ist ein deeper, politischer Hip-Hop-Track geworden.

FM4 Soundpark Weekly

In dieser wöchentlichen Rubrik servieren Lisa Schneider und Andreas Gstettner-Brugger musikalische Häppchen aus Österreich. Neue Bands und Songs, Videos und Konzerthighlights quer durch den stilistischen Gemüsegarten.

  • Die Sängerin und Musikerin Anja Om hat mit „Get Out“ einen kunstvollen Song geschrieben. Mit schönen Chor-Einlagen, Future-Beats, spannendem Arrangement und der souligen Stimme ist es ein eindrücklicher Hörgenuss.
  • Das Label Numavi Records ist für seine experimentellen und spannenden Releases bekannt, die zwischen Pop, Rock, Lo-Fi-Ästhetik und Avantgarde hin und her pendeln. Diesmal ist mit der Single „Green“ von Matte/Glossy ein luftiges Popstück dabei.
  • Der melodische, zurückgelehnte Akustik-Pop-Song von Vague-Gitarrist Gabriel Hyden alias HOLD erzählt von der zwiespältigen Situation zwischen Rückzug und dem Bedürfnis des sozialen Austauschs. „Happy Alone“ ist ein sehr gefühlvolles Stück geworden.
  • Wenn man sich BETON nennt und seine neue Single „HARi ViDERCi“, dann kann das nur eine gewitzte Alltagsbeobachtungs-Realitätscheck-Hip-Hop-Fusion-Nummer sein.
  • Ein feministisches Elektro-Experimental-Pop-Projekt, das sich Die Fitten Titten nennt, ist schon sehr gewagt, oder? Das selbstbetitelte Album mit Titeln wie „Polytoxikomanie“, „Zahnmedizin“ oder „Meine krasse Schönheit“ kann schon sehr vergnüglich sein.
  • Rock und Rap war früher mal eine komplett neuwertige Fusion. Die Band LANDER hat den Fusion-Ansatz mit ihrer neuen Single „Dues“ von Bands wie Rage Against The Machine ins Jahr 2021 geholt.
  • 12 Minutes Live heißt eine Reihe des Wiener Stadtsenders Okto TV. Dieses Mal ist die Band Dun Field Three zu Gast, die einen ganz eigenwilligen Sound zwischen Blues, Indie- und Post-Rock mit Experimentierfreude mischen.
  • Das Duo Dua Plicity ist bekannt für gefühlvolle, federleichte Elektro-Stücke. Diesmal haben sie mit „Satellite“ eine gute Popnummer abgeliefert.
  • Am vergangenen Donnerstag stand der FM4 Soundpark mit Lisa Schneider natürlich ganz im Zeichen des Popfests mit vielen Interviews und Songs. Aber es gab auch einige neue Singles zu hören, wie von Oskar Haag oder Manic Youth.
  • Und in der Soundparknacht am Sonntag hat Clemens Fantur den Soundparkact des Monats Adaolisa präsentiert, es gab das neue Elektro Guzzi Album zu hören, sowie die schöne Summer Session mit Avec.

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