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Screenshot aus dem Computerspiel "Unpacking"

Witch Beam / Humble Games

Game

„Unpacking“ ist ein Auspacksimulator mit Geschichte

Ein Umzug ist inspirierend, aber meistens auch anstrengend. Oft bedeutet es den Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt. Deutlich entspannter, aber doch auch ein bisschen aufregend läuft das Um- und Einziehen in der Simulation „Unpacking“ ab

Von Robert Glashüttner

Es ist immer bemerkenswert, in ein neues Zuhause zu ziehen. Die Distanz muss gar nicht so groß sein: Es genügt oft schon, in derselben Stadt vom einen Bezirk in den anderen zu ziehen. Etwas, das man dabei so gut wie immer tun muss, ist Umzugskartons vollpacken, sich mitunter von überflüssigen Dingen trennen, dann wieder alles auspacken und den neuen Wohnort einrichten.

Genau das wollen wir jetzt machen, also unser neues Zuhause so gemütlich wie möglich gestalten. Bücher, Kleidung, Taschen, Dekorgegenstände und vieles mehr aus der Umzugskiste holen und ihnen neue Plätze zuweisen - das hat ebenso etwas Aufregendes wie auch Beruhigendes. Manche mögen Umziehen mehr, andere weniger. Bequemer ist es jedenfalls als Computerspiel, nämlich mit dem neuen Game „Unpacking“.

„Unpacking“ ist ebenso Umzugsübung wie Zen-Aktivität - ideal, wenn man ein Spiel sucht, das nicht zu stressig und fordernd ist. Hier können wir einfach entspannen, Dinge aus den Umzugsboxen nehmen und nebenher auch noch eine individuelle Geschichte erzählt bekommen.

Lasset uns auspacken!

Welche Dinge man besitzt und wie man seinen Wohnraum einrichtet, verrät viel über eine Person. Schwierig, dachte ich mir, als ich „Unpacking“ noch nicht gespielt hatte, so etwas in einer mehr oder weniger universellen Art darzustellen, so dass jede und jeder sich zumindest teilweise angesprochen fühlt.

Doch legt man erst mal Hand an das Spiel an, stellt sich bald heraus: „Unpacking“ erzählt die spezifische Lebensgeschichte eines Mädchens und später einer Frau. Es ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden, von Familie, von Karriere, vom Zusammenziehen und von Rückschlägen. Dass das in dieser Form erzählt wird, macht die Sache erfreulich unkonventionell.

Screenshot aus dem Computerspiel "Unpacking"

Witch Beam / Humble Games

Hier beginnt die Geschichte: im ersten eigenen Zimmer!

Einrichten will geübt sein

„Unpacking“ ist eine Mischung aus Bausteinpuzzle und Heimdekorationssimulator. Wir starten im Kinderzimmer, wo wir erst mal viele Spielfiguren, Lernbücher und Buntstifte platzieren. Im nächsten Level, acht Jahre später, ziehen wir dann schon in die erste WG, wo auch in Bad und Küche Gegenstände platziert werden.

„Unpacking“, entwickelt von Witch Beam, ist im Vertrieb von Humble Games für Windows, MacOS, Linux, Switch und Xbox bzw. Xbox Game Pass erschienen.

A propos Platzieren: Beliebig verteilen können wir die Gegenstände nur beim Auspacken. Um einen Lebensabschnitt abschließen zu können, muss aber jedes Ding an einem Ort sein, wo es auch Sinn macht. Meistens stellt sich aber recht schnell heraus, dass die Jeans in die Schranklade und die Tampons ins Badezimmer gehören. Nur in seltenen Fällen kann man einen Gegenstand wegen der Pixelgrafik nicht so recht identifizieren. Ich sehe dich streng an, Mauspad!

Die Sachen einer fremden Person auszupacken und ihren Wohnraum einzurichten, das wäre in der wirklichen Welt recht seltsam. In „Unpacking“ können wir der Neugierde aber freien Lauf lassen. Ein bisschen eigene Ideen einbringen ist auch möglich, und auf dezente Weise bekommen wir eben die Geschichte unterschiedlicher Lebensabschnitte einer fiktiven Person erzählt. Wobei, wer weiß – vielleicht hat ja eine der zuständigen Spieleentwicklerinnen hier sogar ihre persönlichen Erlebnisse abgebildet.

Screenshot aus dem Computerspiel "Unpacking"

Witch Beam / Humble Games

Junges Erwachsensein mit Ausbildung, Beruf und der ersten gemeinsamen Wohnung.

Der Auspacksimulator „Unpacking“ verbindet entspannendes Knobeln mit unaufdringlichem Storytelling - eine Kombination, die wir in dieser Form so noch nicht gesehen haben.

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